02.08.2019

Klimarisiken in der afrikanischen Nilregion - neue Climate-Proofing-Konzepte für die Nilregion

Nilwassernutzung zur Bewässerung; Foto: Nilbeckeninitiative (NBI)

Nilwassernutzung zur Bewässerung; Foto: Nilbeckeninitiative (NBI)

Während eines Besuchs in Deutschland im Juni 2019 nutzte Maro Andy Tola vom NELSAP-Büro der Nilbeckeninitiative in Kigali die Gelegenheit, um über grenzüberschreitende Herausforderungen des Klimawandels im Nilbecken und den Nilanrainerstaaten zu sprechen und die Vision der NBI zu erläutern, sich als neuer Anbieter für Klimadienstleistungen in der Region zu etablieren.

Die Nilbeckeninitiative NBI ist die einzige, von den Staatsoberhäuptern der zehn Mitgliedsstaaten aus der Nilregion legitimierte, staatenübergreifende Institution, die grenzübergreifende Bewässerungs- und Wasserinfrastrukturprojekte plant (und teilweise auch umsetzt). Tola unterstrich die Bedeutung nachhaltiger grenzübergreifender Wassernutzungs- und Wassermanagementstrategien, wobei er hervorhob, wie wichtig der Einsatz der NBI für die Bereitstellung und Entwicklung institutionalisierter Mechanismen zur Mediation gegensätzlicher nationaler Interessen bei der Wassernutzung ist.

Das Ziel der NBI besteht darin, zum Hauptansprechpartner für Klimadienstleistungen in der Region zu werden, um die Schwächen nationaler Wasser- und Wetterdienstleister auszugleichen, regionale Kompetenzen zu bündeln und tragfähige Kooperationen mit anderen regionalen und internationalen Klimakompetenzzentren aufzubauen. Dabei füllt die NBI die Lücke zwischen den großen internationalen Climate-Service-Providern und lokalen Anforderungen.

Der Besuch Tolas in Deutschland ist das Ergebnis einer fruchtbaren Zusammenarbeit mit der GIZ. Im Rahmen des von der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) in Auftrag gegebenen globalen Projekts "Verbesserte Climate Services für Infrastrukturinvestitionen" (CSI) wurden gemeinsam mit der NBI drei Aktionspläne ausgearbeitet, die den Kollegen von BMU und Z.U.G. (Zukunft - Umwelt - Gesellschaft) in Berlin vorgestellt wurden:

  • Entwicklung von Climate-Proofing-Richtlinien, die Mitgliedsstaaten dabei unterstützen sollen, klimasensible bankfähige Projekte zu entwickeln;
  • Entwicklung eines Climate-Service-Aktionsplans (CSAP), basierend auf der Klimastrategie der NBI;
  • Pilotierung der Anwendung von Klimarisikobewertungsmethoden bei grenzüberschreitenden Wasserinfrastrukturprojekten, um Kapazitäten aufzubauen und substantiellen Input für die neue Climate-Proofing-Richtlinie der NBI zu liefern;
  • Beratende Unterstützung im Rahmen des CSI bieten die GIZ und deren Kooperationspartner Engineers Canada sowie der Deutsche Wetterdienst (DWD).

Während seines Deutschlandaufenthalts besuchte Maro Andy Tola auch die Internationale Kommission zum Schutz des Rheins (IKSR). Während die Arbeit der NBI ihren Schwerpunkt darin hat, die Mitgliedsstaaten bei der Kapazitätsentwicklung zu unterstützen, ist die Rolle der IKSR darauf beschränkt, politische und administrative Prozesse zu koordinieren. Beiden Institutionen gemeinsam ist ein Aufgabenbündel rund um die grenzübergreifenden Herausforderungen beim Hochwasserrisikomanagement sowie die Bereitstellung von Wissenserzeugnissen zur Vorbereitung auf klimainduzierte Veränderungen in den Wasserkreisläufen und die Absicherung der Transport-, Nahrungs- und Energiesicherheit. Der Erfahrungsaustausch zwischen den beiden Organisationen soll in Zukunft fortgesetzt werden.

Die Auffassung, dass der internationale Erfahrungsaustausch intensiviert werden sollte, wurde in den Beiträgen von Maro Andy Tola auf der Podiumsdiskussion eines Untergremiums der UNFCCC zum Thema "Climate Services for Climate-Risk-Informed Infrastructure Planning and Management" noch einmal besonders deutlich. Tola unterstrich dabei gemeinsam mit Kollegen vom Tanzanian Hydro-Met Service, der World Meteorological Organization (WMO), der Europäischen Investitionsbank (EIB), der Globalen Umweltfazilität (GEF) und der GIZ die Notwendigkeit verbesserter Climate Services, um zukünftige Infrastrukturrisiken besser abschätzen zu können.