22.05.2013

Klimaschutz durch Technologietransfer im Verkehrssektor

Verkehrsteilnehmer auf Mopeds

Quelle: GIZ/Alejandro Garcia

Der Verkehrssektor ist weltweit bereits für fast 25 Prozent der globalen Treibhausgasemissionen aus fossiler Verbrennung verantwortlich. Auch in Entwicklungsländern steigen das Verkehrsaufkommen und damit die Emissionen kontinuierlich. Doch Effizienzstandards, intelligente Stadtentwicklung und öffentliche Verkehrssysteme können zukünftig große Mengen CO2 kostengünstig einsparen. In Südafrika, Kolumbien und Indonesien besteht ein großes Interesse an treibhausgasmindernden Ansätzen und Technologien. Allerdings mangelt es häufig an Wissen und Ressourcen, um national angemessene Minderungsmaßnahmen (NAMAs) im Verkehrssektor zu identifizieren, umzusetzen und zu messen. Das von der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) finanzierte Projekt "TRANSfer" setzt an dieser Stelle an: Es versetzt Entscheidungsträger aus den beteiligten Partnerländern durch globalen Austausch und technologische Beratung in die Lage, Klimaschutzstrategien im Verkehrssektor zu erarbeiten und umzusetzen.

Handbuch zur Entwicklung von NAMAs

Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH entwickelte dazu das Handbuch "Navigating Transport NAMAs" und einen Instrumentenkasten, der unterschiedliche technische Lösungen für klimafreundlichen Verkehr aufzeigt. Das Handbuch beschreibt alle wesentlichen Schritte zur Umsetzung von klimafreundlichen Verkehrsmaßnahmen - von der Konzeption bis hin zur Registrierung beim Sekretariat der Klimarahmenkonvention (UNFCCC). Das Handbuch und der Technologiebaukasten werden in Indonesien, Kolumbien und Südafrika mit Beratung des Projekts genutzt und getestet; die drei Partnerländer erarbeiten auf dieser Grundlage NAMAs für ihren Transportsektor. Bisher wurden erste konkrete Ansätze identifiziert, und in Kolumbien wird bereits ein NAMA-Vorschlag mit Unterstützung des Projekts weiterentwickelt. So plant die kolumbianische Regierung, die nationale Schwerlastwagenflotte und Qualitätsstandards für Treibstoff zu verbessern. Die Projektpartner bereiten die gesammelten Erfahrungen auf und stellen sie im Rahmen von Konferenzen vor und verbreiten sie über die Projektwebsite.

Weltweit Informationen bereitstellen

Eine solch umfassende Informationsplattform zu konkreten Minderungsmaßnahmen und -potenzialen im Verkehrssektor ist ein Novum. TRANSfer gewährleistet zudem durch die enge Anbindung an die Klimarahmenkonvention und die vielen unterschiedlichen Fallbeispiele aus Asien, Afrika und Lateinamerika, dass die Ergebnisse auch über den Rahmen des Projektes hinaus genutzt werden können. Die entwickelten NAMAs mindern nicht nur direkt Treibhausgasemissionen, sondern ein klimafreundlicher Verkehrssektor verbessert auch die Energie- und Verkehrssicherheit sowie die Luftqualität und erhöht die wirtschaftliche Attraktivität der beteiligten Länder.