23.03.2021

Klimaschutzprojekte im Verkehr leicht gemacht

Busse

Der öffentliche Nahverkehr spielt für klimafreundliche Städte eine wichtige Rolle. Foto: iStock.com/jonathanfilskov-photography

Ohne Verkehrswende und eine weitgehende Dekarbonisierung des Sektors, sind die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens nicht zu erreichen. Der Verkehr ist in 40 Prozent der Länder weltweit der Sektor mit dem höchsten Energieverbrauch und im Großteil der übrigen Länder der zweitgrößte. Dies entspricht weltweit Emissionen von etwa 7,5 Gt CO2 (2016) und damit rund einem Viertel der energiebedingten CO2-Emissionen (SLoCaT 2018: Transport and Climate Change Global Status Report). Das Bundesumweltministerium (BMU) fördert daher unter anderem mit der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) Kooperationsprojekte, die das Engagement von Entwicklungs- und Schwellenländern für klimafreundlichen Verkehr stärken.

Um Akteurinnen und Akteure in den Kooperationsländern bei der effizienten Vorbereitung von Maßnahmen für klimafreundlichen Verkehr zu stärken und die erforderlichen Informationen und Instrumente an die Hand zu geben, bietet das Webportal Changing Transport nun fünf themenspezifische Toolkits zu urbanem Verkehr (Busflottenmodernisierung, nationale Stadtverkehrsprogramme, Nachhaltige Stadtverkehrspläne), Güterverkehr (Ecodriving) und Wirkungsmessung.

Jedes Toolkit bietet ansprechend aufbereitete Wissensdokumente, Prozesshilfen, Fallstudien und Materialien zum Aufbau von Ressourcen und Kompetenzen (Kapazitätsaufbau), die aus der weltweiten Arbeit der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit GmbH (GIZ) und anderer Organisationen stammen. Sie bündeln das Praxis-Knowhow der IKI-Projekte TRANSfer III - Ambitionierte Minderungsmaßnahmen im Verkehrssektor“ und „Förderung von Klimastrategien in Ländern mit schneller Motorisierung“ (TraCS) und der Multigeberinitiativen MobiliseYourCity und EUROCLIMA+.

Auf der Grundlage von Kriterien wie der Nachfrage der Partnerländer, Minderungspotenzial oder Umsetzbarkeit sind bislang fünf Toolkits entstanden:

  • Truck Ecodriving Toolkit: Ein programmatischer Ansatz für die kosteneffiziente Maßnahme, die CO2 und andere Emissionen durch die Verbesserung des Fahrstils reduziert, und die vor allem breit angelegte Trainingsmaßnahmen braucht.
  • Sustainable Urban Mobility Plan (SUMP) ToolkitLeitet Städte durch den Entwicklungsprozess von SUMPs, einem integrierten Planungsansatz für nachhaltige urbane Mobilität, der auf Menschen ausgerichtet ist und dem Klimaschutz dient.
  • National Urban Mobility Policies and Investment Programmes (NUMP) Toolkit: Städte brauchen politische Rahmenbedingungen und Unterstützung von der nationalen Ebene – darum geht es bei den NUMPs, durch deren Entwicklung dieses Toolkit Schritt für Schritt führt.
  • Bus Fleet Renewal Toolkit: Bietet eine Anleitung zum Erfolg von Umstiegsprozessen auf klimafreundliche Busse in der Stadt, z. B. zu Aspekten der Finanzierung, der Wirkungsmessung oder dem Kooperationsmanagement.      
  • Transparency Toolkit: Gute Daten zu verkehrsbedingten Emissionen und der Verkehrsentwicklung sowie Methodenkenntnisse und Berechnungstools sind unabdingbar für das Design und Monitoring von Politiken, Zielen und Maßnahmen im Verkehrsbereich.

Egal ob Einsteiger oder Experte, die Toolkits sind grundsätzlich für jeden geeignet, der sich mit der Planung oder Durchführung von Projekten in diesen Bereichen beschäftigt. Ein zweiminütiges Videotutorial ist auf der Toolkit-Startseite zu finden.