17.03.2020

Korallen gegen den Klimawandel

Korallenriff

Intakte Korallenriffe sind natürliche Wellenbrecher, die die Küste schützen. Foto: Pixabay

In der Karibik häufen sich Starkwetterereignisse wie Hurrikane, die enorme Schäden verursachen. Im Jahr 2019 haben die Folgen des Hurrikans Dorian deutlich gemacht, dass die Widerstandsfähigkeit der kleinen Inselentwicklungsländer erhöht werden muss. Denn diese sogenannten SIDS, kurz für Small Island Developing States, sind durch ihre geographische Lage besonders von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen.

Die ökosystembasierte Anpassung (EbA) fördert die Wiederherstellung und Stärkung natürlicher Lebensräume wie Korallenriffe oder Mangrovenwälder. Intakte Korallenriffe helfen zum Beispiel, die Küstenerosion zu vermindern, weil sie wie ein natürlicher Wellenbrecher wirken. Wird die Widerstandsfähigkeit der Ökosysteme verbessert, werden gleichzeitig die Menschen in der Region besser vor den negativen Auswirkungen des Klimawandels geschützt. Ökosystembasierte Anpassung ist somit ein wichtiger und vor allem kostengünstiger Bestandteil von Anpassungsstrategien.

Ideenwettbewerb für Anpassungen an den Klimawandel: Bewerbungen bis Ende April möglich

Allerdings erfordert der Ansatz einen langen Atem, weil die Maßnahmen naturgemäß Zeit brauchen, um ihre volle Wirkung zu entfalten: Ein natürliches Korallenriff bildet sich über Jahre oder Jahrzehnte. Die deutsche Finanzielle Zusammenarbeit mit der Karibik setzt daher auf langjährige Partnerschaften. So wurde durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit im Dezember 2019 eine zweite Phase in Höhe von 20 Millionen Euro für das IKI – Projekt „Anpassung für SIDS in der Karibik: Die EbA-Fazilität“ bewilligt. Die EbA-Fazilität ist als Tilgungsfonds unter dem Dach des Karibischen Biodiversitätsfonds angesiedelt.

Der zweite Ideenwettbewerb, der Ende Februar startete, richtet sich an öffentliche Stellen, Nichtregierungsorganisationen, Universitäten und private Firmen – unabhängig davon, ob sie in der Karibik ansässig sind oder außerhalb. Bewerbungen sind bis zum 30. April 2020 möglich. Das Fördervolumen beträgt 250.000 bis zwei Millionen US-Dollar, als Projektländer kommen in Frage: Antigua & Barbuda, Dominica, Dominikanische Republik, Grenada, Haiti, Jamaika, Saint Lucia und Saint Vincent und die Grenadinen. Auch regionale Projekte dürfen für das zweistufige Auswahlverfahren vorgeschlagen werden. Weitere Informationen zum Wettbewerb finden Sie hier.

Mangroven

Karibischer Biodiversitätsfonds fördert und vernetzt Projekte

Die deutsche Finanzielle Zusammenarbeit möchte nicht nur viele gute Projekte fördern, sondern diese auch vernetzen und ein Voneinander-Lernen ermöglichen. Dazu waren die Gewinner des ersten Ideenwettbewerbs zu einem Workshop eingeladen, der am 26. Februar 2020 in der Dominikanischen Republik stattfand. Im Rahmen der Veranstaltung gab der deutsche Botschafter gemeinsam mit der dominikanischen Vizeministerin für Umwelt und Naturressourcen und Vertretern der Kreditanstalt für Wiederaufbau und des Karibischen Biodiversitätsfonds den Startschuss für die nächste Runde des Wettbewerbs.

Workshop in der Dominikanischen Republik


Videos