29.08.2016

Kuba will Nutzung erneuerbarer Energien ausweiten

Oldtimer auf Kuba

Uferpromenade Havanna, Kuba; Foto: Oliver Hölcke

Die kubanische Regierung und die Internationale Agentur für Erneuerbare Energien (IRENA) veranstalteten einen Workshop zum Ausbau  der erneuerbaren Energien für die zukünftige Stromversorgung des Inselstaates. Der erste Workshop dieser Art auf Kuba fand vom 24. - 26. August in Havanna statt und wurde von der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) des Bundesumweltministeriums (BMUB) unterstützt. Er diente dem Austausch zwischen kubanischen und internationalen Energie-Fachleuten, unter anderem zur sicheren Einbindung größerer Anteile erneuerbarer Energie in das kubanische Stromnetz.

Auf der Veranstaltung kommentierte Alfredo López Valdés, der kubanische Generaldirektor für Elektrizität: „Wir setzen heute in Havanna unser Ziel, einen Austausch mit IRENA zu starten, in die Tat um. Der Austausch wird nicht mit dieser Veranstaltung enden, und wir sind sicher, dass er die bewährte Freundschaft zwischen IRENA und den kubanischen Einrichtungen festigen wird. Es ist der politische Wille unserer Regierung, den Kampf gegen den Klimawandel weiterzuführen: diese Anstrengungen sind gleichzeitig eine moralische Verpflichtung und eine wichtige Chance für nachhaltige Entwicklung. Dies findet sich auch in der nationalen Strategie zur Entwicklung von erneuerbaren Energien und Energieeffizienz wieder, die im Juni 2014 angenommen wurde.“

Kuba verfügt über eine Erzeugungskapazität von insgesamt rund 6 Gigawatt (GW). Derzeit werden 4 % der erzeugten Elektrizität aus erneuerbaren Quellen gewonnen. Wind (bis zu 2 GW) und Sonne (bis zu 14 GW) bergen ein immenses Potenzial, um die Abhängigkeit des kubanischen Energiesektors von fossilen Brennstoffen zu verringern. Für ihr Ziel, bis 2030 24 % der heimischen Energie aus erneuerbaren Quellen zu erzeugen, hofft die kubanische Regierung, die Investitionen in erneuerbare Energien auf 3,5 Milliarden US-Dollar aufzustocken. Mit diesen Investitionen sollen zusätzlich jeweils etwa 700 Megawatt durch Windkraft, Photovoltaik und Biomasse erzeugt werden, so dass die Gesamtkapazität um rund 2,1 GW an erneuerbaren Energien gesteigert wird.

Umweltstaatssekretär Jochen Flasbarth erklärte auf dem Workshop: „Wir begrüßen das Ziel Kubas, den Anteil der erneuerbaren Energien an der gesamten Stromerzeugung bis 2030 auf 24 % zu steigern. Damit wird sich der Energiesektor deutlich wandeln und einen wichtigen Beitrag zur Begrenzung der Erderwärmung leisten, entsprechend dem Pariser Klimaabkommen und der nachhaltigen Entwicklungsziele der Agenda 2030.”

Die Internationale Klimaschutzinitiative des BMUB unterstützt emissionsarme Entwicklungspfade in Partnerländern. Für das Ziel, die globale Erderwärmung auf unter 2° C oder sogar 1,5° C zu begrenzen, bedarf es der Dekarbonisierung der Wirtschaft weltweit. Es ist daher von höchster Priorität, Entwicklungsländer beim Ausbau erneuerbarer Energien zu unterstützen.

„Die meisten Inselstaaten sind stark vom Import fossiler Energieträger abhängig, um ihren Energiebedarf zu decken, und daher sehr anfällig für stark schwankende Energie- und hohe Transportpreise“, so IRENA-Generaldirektor Adnan Z. Amin. „Eine Beschleunigung der heimischen Energieerzeugung aus erneuerbaren Quellen verbessert nicht nur die Versorgungssicherheit und stärkt die wirtschaftliche Entwicklung. Sie reduziert auch Emissionen, die sich negativ auf die öffentliche Gesundheit und das Klima auswirken. IRENA freut sich auf die Zusammenarbeit mit der kubanischen Regierung, um die Nutzung erneuerbarer Energien auf der Insel voranzubringen und den Übergang zu einer Zukunft mit nachhaltiger Energie zu beschleunigen.“

Zur erfolgreichen Durchführung des Workshops gehört, dass IRENA und Partnerorganisationen weitere Bereiche identifizieren, in denen der zukünftige Ausbau erneuerbarer Energien in Kuba unterstützt werden kann.

„Kuba verfügt über hervorragendes technisches Potenzial, um diese ehrgeizigen Regierungsziele, insbesondere für den Einsatz von Solar-, Wind und Bioenergie, zu erreichen“, sagte Dolf Gielen, Direktor des IRENA Innovations- und Technologiezentrums. „Durch ehrgeizige Strategien für den Ausbau erneuerbarer Energien kann Kuba die Sicherheit, Verlässlichkeit und Nachhaltigkeit seines Energiesystems verbessern.“


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