24.07.2017

Kühlen mit Strategie zur Bekämpfung der Erderwärmung

Proklima-Ausstellungsstand auf der 39. OEWG in Bangkok; Foto: GIZ/Proklima

Proklima-Ausstellungsstand auf der 39. OEWG in Bangkok; Foto: GIZ/Proklima

Im Juli 2017 fand in Bangkok die 39. Sitzung der Ergebnisoffenen Arbeitsgruppe (OEWG) zum Montreal-Protokoll statt. Im Vorfeld und während des Treffens informierten sich internationale politische Entscheidungsträger und mehr als 40 Fachleute über umweltfreundliche Kühlgeräte und das Treibhausgasinventar im Kühl-, Klimatisierungs- und Aufschäummittelsektor (RAC&F). Eine Absenkung der Emissionen in diesem Sektor würde die Möglichkeit bieten, die globale Erderwärmung um bis zu 0,5 ºC zu beeinflussen. Auf der Zusammenkunft wurden zudem Lernerfahrungen bei der Entwicklung nachhaltiger und klimafreundlicher Kühlverfahren ausgetauscht.

Der RAC&F-Sektor ist für die rapide steigenden Emissionen von CO2 und teilhalogenierten Fluorkohlenwasserstoffen (HFKW) verantwortlich, die bei Produktion, Betrieb und Entsorgung von Kühlgeräten in den Bereichen Kälte- und Klimatechnik entstehen. Um die Klimaziele zu erreichen, die im Pariser Klimaabkommen und im Kigali-Abkommen zur Erweiterung des Montreal-Protokolls aufgeführt sind, ist eine beträchtliche Verringerung des Energieverbrauchs und der HFKW-Nutzung in den kommenden Jahrzehnten erforderlich. Sowohl die indirekten Emissionen durch die Stromproduktion für Kühlgeräte als auch direkte Emissionen von Kühlgasen, die durch Lecks entweichen, müssen gesenkt werden.  

Fachleute aus dem Kühl- und Klimatisierungssektor (RAC) auf dem Workshop in Bangkok; Foto: GIZ/Proklima

Auf einem Workshop vor der OEWG-Sitzung wurden verschiedene zentrale Regelungsdokumente wie Richtlinien, Normen und Vorschriften besprochen, die eine Umstellung des Sektors auf klimafreundliche und energieeffiziente Kühlverfahren ermöglichen sollen. Dabei erfuhren die Teilnehmenden viel Wissenswertes durch Fachpräsentationen und konkrete Anwendungsbeispiele aus einzelnen Ländern. Ein integriertes Konzept zur Einführung umweltfreundlicher Kühlverfahren ist die Voraussetzung für eine grundlegende Transformation des Sektors in Richtung umweltfreundlicher Kühlgeräte. Man war sich einig, dass nur ein integriertes technologisches Konzept, das sowohl Energieeffizienz als auch den Umstieg auf weniger ozonschichtschädigende Kühlmittel umfasst, zu einer nachhaltigen Transformation des RAC&F-Sektors auf internationaler Ebene führen kann. Dieser Prozess muss von koordinierten und kohärenten politischen Entscheidungen sowie einer umfassenden Finanzplanung begleitet werden.

Der Workshop wurde im Rahmen des Proklima-Projekts „Cool Contributions fighting Climate Change“ organisiert. Das Projekt zielt darauf ab, ein umfassendes internationales System zur Kontrolle der Nutzung von fluorierten Treibhausgasen (F-Gasen) voranzutreiben. Dabei soll die Arbeit verschiedener bereits bestehender Initiativen gebündelt und harmonisiert und die Zusammenarbeit gestärkt werden.

Am 13. Juli 2017 fand auf dem 39. Zusammentreffen der OEWG eine Veranstaltung des Proklima-Programms der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH statt, auf der die Methodik der Treibhausgas-Inventarisierung mit ihren verschiedenen Vorzügen erklärt und insbesondere die Treibhausgasemissionen des RAC&F-Sektors dargestellt wurden. GIZ Proklima unterstützt verschiedene Länder bei der Erfassung ihres Treibhausgas-Inventars im RAC&F-Sektor. Die Projekte werden von der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) des Bundesumweltministeriums finanziert.

Eine umfassende Inventarisierung und Datenpflege in Bezug auf den RAC&F-Sektor ist eine der ersten Maßnahmen, die Länder ergreifen müssen, um wirksame Strategien zur Förderung der Nachhaltigkeit in der RAC&F-Branche gemäß beiden Übereinkommen entwickeln zu können.

Dr. Rajendra Kumar Foolmaun, Divisional Environment Officer/NOU, Mauritius, präsentiert Lessons Learned; Foto: GIZ/ProklimaVertreter aus Ghana und Mauritius, die in Bezug auf den RAC&F-Sektor zu den Vorreiterländern zählen, präsentierten ihre Lernerfahrungen und die Vorzüge des Verfahrens. Der Vertreter von Ghana wies in seinem Vortrag neben den Herausforderungen und Erfahrungen, die der Prozess mit sich brachte, besonders auf den Nutzen und die Verwendungsmöglichkeiten des RAC&F-Inventars hin. So konnten die Daten beispielsweise für die National bestimmten Klimaschutzbeiträge (NDCs) Ghanas im Bereich RAC&F verwendet werden. Der Vertreter von Mauritius erklärte, dass die Erfahrungen seines Landes weitgehend mit denen Ghanas übereinstimmten, und verwies zudem auf die neuen Möglichkeiten, Zukunftsszenarien zu erstellen und künftige Verbrauchsentwicklungen abzulesen. Dies bietet eine gute Grundlage für die Erstellung einer Roadmap, um HFKW-Kühlmittel nach und nach zu ersetzen und die Entwicklung besonders energieeffizienter Geräte zu beschleunigen.