29.07.2021

Landschaften für Klimaschutz, Ernährung und Biodiversität in Lateinamerika

Auch Ökosysteme wie Moore spielen eine zentrale Rolle für den Klimaschutz. Bild: BMU

Nach sechs Jahren Wachstum hat die Initiative 20x20 Zusagen gesammelt, die weit über das ursprüngliche Ziel hinausgehen, bis zum Jahr 2020 20 Millionen Hektar degradierter Flächen wiederherzustellen. Sie hat sich mit mehr als 125 Partnerinnen und Partnern vernetzt und den Nachweis über die Wirkung der Wiederherstellung von Landschaften in ganz Lateinamerika und der Karibik erbracht. Dennoch besteht ein allgemeiner Konsens, dass es noch viel zu tun gibt. 

Mit Unterstützung der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) und unter einem neuen Mandat, das anlässlich der 25. UN-Klimakonferenz in Madrid erteilt worden war, tritt die Initiative in eine neue Phase ein. Mit ihren Partnerinnen und Partnern arbeitet sie nun daran, 50 Millionen Hektar Wälder, Farmen, Weiden und andere Landschaften in der gesamten Region zu schützen oder wiederherzustellen. Ihr Ziel ist es auch, die Wiederherstellung von 30 Millionen Hektar Land in die national bestimmten Klimaschutzbeiträge (NDCs) der Länder, die im Rahmen des Pariser Klimaschutzabkommens vereinbart wurden, aufzunehmen. 

Die Plattform der Initiative 20x20 hat diesen Übergang unterstützt. Sie hat Partnerinnen und Partnern geholfen, ihre Ideen auszutauschen, technische Assistenz bereitgestellt und eine führende Rolle der Länder bei der Wiederherstellung von Landschaften gefördert. Bislang berichteten Partner aus dem privaten Sektor und aus Regierungsprogrammen, dass sie seit 2014 in rund 135 Projekten 22,6 Millionen Hektar Land geschützt oder mit der Wiederherstellung von Flächen begonnen haben. Zwei Drittel dieser Gesamtfläche entfallen auf neue Schutzgebiete und ein Drittel auf Projekte zur Wiederherstellung degradierter Flächen. 

Jahreshauptversammlung 2021

Die virtuelle Jahreshauptversammlung im Mai zeigte, dass es die Expertise und den Ehrgeiz der bereits vorhandenen Partnerinnen und Partner sowie neuer Interessengruppen erfordert, um die Regierungsverpflichtungen zur Wiederherstellung von Ökosystemen bis 2030, dem letzten Jahr der UN-Dekade, erreichen.

Hauptthema der Versammlung war die Agenda zur Wiederherstellung von Landschaften in Lateinamerika und der Karibik (LAC). Es nahmen mehr als 500 Stakeholder teil, darunter acht Regierungsministerinnen und -minister, technische Partner sowie Impact-Investoren teil. 

Politische Führung erforderlich

Politische Führung ist notwendig, um die nationalen Verpflichtungen zur Wiederherstellung von Ökosystemen zu erfüllen. Die Bodendegradation bedroht das gesunde Klima, die Biodiversität und die Nahrungsmittelsysteme der Länder. Daher sehen Regierungen die Wiederherstellung von Landschaften zunehmend als wichtigstes Werkzeug, um ihre Umweltziele und wirtschaftlichen Entwicklungsziele zu erreichen. 

Dies wurde im Eröffnungsforum deutlich, das von Andrea Meza, der Ministerin für Energie und Umwelt von Costa Rica geleitet wurde. Mit ihr diskutierten sechs Ministerinnen und Minister über die Rolle naturbasierter Lösungen wie Schutz von Wäldern und Wiederherstellung degradierter Landflächen beim Klimaschutz. Die Ministerinnen und Minister bekräftigten ihre Verpflichtungen in einem offiziellen Kommuniqué.

Im Rahmen der Bemühungen, diese Verpflichtungen in die Tat umzusetzen, hörten die Teilnehmenden auch Erfahrungsberichte von fünf Mitgliedsländern der Initiative 20x20, die am Restoration Policy Accelerator teilgenommen haben. 

Abschließend diskutierten Vertreterinnen und Vertreter aus den Mitgliedsländern der Initiative 20x20, wie sie die Wiederherstellung von Landschaften direkt in ihre NDCs gemäß dem Pariser Klimaschutzabkommen integrieren können. 

Technische Expertise für eine großflächige Wiederherstellung von Landschaften

Der zweite Tag lenkte die Aufmerksamkeit der Teilnehmenden auf das technische Know-how, das für eine effektive Wiederherstellung in großem Maßstab entscheidend ist. Die Foren deckten eine Vielzahl von wichtigen Themen ab, von der Versorgung mit einheimischen Baumsaaten und -setzlingen, der Wiederherstellung der biologischen Vielfalt bis zu den sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen von Wiederherstellungsprojekten.  

Die Partnerinnen und Partner waren sich einig, dass die Wiederherstellung ein kosteneffizienter Weg sein kann, um gleichzeitig Klimaschutz-, Biodiversitäts- und Produktivitätsziele zu erreichen.

Mehr privates Kapital mobilisieren

Die Initiative 20x20 hat stets die Rolle des privaten Kapitals betont, denn: Investitionen in die Wiederherstellung können privaten Akteurinnen und Akteuren, beispielsweise Landbesitzende, lokale Gemeinden  und Investoren wertvolle Einnahmen bieten. 

Der dritte Tag bot auch die Gelegenheit, einige erfolgreiche Wiederherstellungsprojekte vorzustellen – 60 davon werden auf der Webseite der Initiative 20x20 vorgestellt – und die Notwendigkeit einer größeren Beteiligung des privaten Sektors hervorzuheben. 

Großflächige Wiederherstellungsmaßnahmen wurden im Rahmen einer Podiumsdiskussion erörtert. Daran nahmen unter anderem die CEOs einiger der größten Impact-Investmentfonds und andere Finanzpartner teil. Betont wurde auch, dass nicht nur in Wälder, sondern in Ökosysteme wie Feuchtgebiete, Grasland, Buschland und landwirtschaftliche Flächen investiert werden muss.  Die Partner hoben auch hervor, dass Kohlenstoffmärkte wahrscheinlich eine wichtige zukünftige Einnahmequelle darstellen werden, die Wiederherstellungsprojekte in profitable Unternehmen verwandeln kann. 

Schließlich erfuhren die Teilnehmer etwas über Programme wie das Land Accelerator-Unternehmertrainingsprogramm, das aufkeimenden Projekten hilft, sich zu florierenden Unternehmen zu entwickeln.

Der Weg für die Zukunft: Klima, Biodiversität und Nahrungsmittelsysteme 

Während sich die Welt von COVID-19 zu erholen beginnt und versucht, ihre Entwicklungs- und Klimaziele bis 2030 zu erreichen, arbeitet die Initiative 20x20 daran, die wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit Lateinamerikas und der Karibik zu stärken. Ihre Partnerinnen und Partner haben eines deutlich gemacht: Eine starke Wiederherstellungsbewegung kann die Herausforderungen durch den Klimawandel, den Verlust der biologischen Vielfalt und nicht-nachhaltiger Praktiken in der Land- und Forstwirtschaft angehen.

Das Netzwerk der Initiative 20x20 wird sich über das ganze Jahr im Rahmen seiner öffentlichen Webinarreihe treffen, um den Dialog fortzusetzen.


Videos