29.11.2016

Mangrovenschutz unterstützt ökologische Shrimp-Zucht

Frau prüft eine Schrimp-Larve in einer mit wassergefüllten Plastiktüte

Prüfender Blick auf die Shrimp-Larven, die anschließend in einem Teich im Mangrovengebiet ausgesetzt werden. Provinz Ca Mau, Vietnam. Foto: SNV

Heute beginnt in der vietnamesischen Stadt Can Tho, im Herzen des Mekong-Deltas, das Projekt „Aufstockung der Mangroven (EBA) im Mekong-Delta“. Auf der Veranstaltung werden wichtige Stakeholder die Pläne für eine Ausweitung des Schutzes der Mangroven sowie eine nachhaltige Shrimp-Zucht in den Küstengebieten des Mekong-Deltas vorstellen und darüber diskutieren. Das Projekt unterstützt die vietnamesische Regierung bei der Wiederaufforstung zerstörter Mangrovenwälder und stärkt die Lebensgrundlagen von kleinen Shrimp-Zuchtbetrieben. Das Vorhaben wird von der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) des Bundesumweltministeriums (BMUB) unterstützt.

In den letzten Jahrzehnten wurde mehr als die Hälfte der vietnamesischen Mangrovenwälder zerstört. Die Waldflächen mussten insbesondere Teichen für die Shrimp-Zucht weichen. Dieser Trend ist beunruhigend, denn intakte Mangrovenwälder leisten einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz sowie zur Anpassung an den Klimawandel.

Mutter und Kind auf einem kleinen Boot

In der vorangehenden ersten Projektphase (2013-2016) wurden Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen für etwa 2000 Haushalte in der Provinz Ca Mau durchgeführt, die von der Shrimp-Zucht leben. Gleichzeitig erhielten die Haushalte technische Unterstützung, um die Anforderungen einer Öko-Zertifizierung zu erfüllen. Dafür müssen auf 50 % der Betriebsfläche Mangroven wachsen. Darüber hinaus hat das Projekt zusammen mit verarbeitenden Betrieben, Exportunternehmen und Behörden stabile Marktmechanismen entwickelt und günstige politische Rahmenbedingungen geschaffen. Zu den wichtigsten Wirkungen des Projekts gehören neben effektiven Maßnahmen zum Schutz und zur Wiederaufforstung von Mangrovenwäldern, verbesserte Lebensbedingungen für Kleinbäuerinnen und -bauern sowie ein besserer Schutz der Küste vor Stürmen und dem Anstieg des Meeresspiegels. Für seinen großen Beitrag zur Entwicklung der Provinz Ca Mau erhielt das Projekt vom Volkskomitee der Provinz zwischen 2013 und 2015 zwei Auszeichnungen.

In der laufenden Phase (2016-2020) geht es darum, die nachhaltige Shrimp-Zucht in den Mangrovenwäldern entlang der Küsten von Ca Mau, Ben Tre und Tra Vinh auszuweiten. Diese drei Provinzen beherbergen die Hälfte der Mangrovenwälder des Mekong-Deltas. In dieser zweiten Phase sollen 5.000 Haushalte erreicht werden, die von der Shrimp-Zucht leben. Außerdem ist vorgesehen, drei verarbeitende Betriebe einzubinden und das „Payments for Ecosystem Services“ (PES - Bezahlung für Ökosystemdienstleistungen)-Konzept in den Entwicklungsplänen der Provinzen sowie der nationalen Ebene zu verankern, um die Nachhaltigkeit der Shrimp-Aquakulturen zu fördern.

Das Vorhaben wird von der niederländischen Organisation für Entwicklungszusammenarbeit SNV und der Weltnaturschutzunion IUCN durchgeführt. Der heutige Workshop zu Beginn des Projekts bietet lokalen, regionalen und nationalen Stakeholdern Gelegenheit, frühere Entwicklungen zu reflektieren und den Weg in die Zukunft zu skizzieren.

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