14.06.2018

Minister unterstützen Initiative 20x20

Podium bei der Jahreshauptversammlung der 20x20-Initiative, Foto: Natasha Ferrari/WIR

Podium bei der Jahreshauptversammlung der 20x20-Initiative, Foto: Natasha Ferrari/WIR

Ende April 2018 haben acht Ministerinnen und Minister, die sieben lateinamerikanische und karibische Länder vertreten, anlässlich der Jahreshauptversammlung der Initiative 20x20 in Lima, Peru eine gemeinsame Erklärung veröffentlicht. Darin fordern sie multilaterale Klimafonds dazu auf, mehr Geld für den Schutz und die Wiederherstellung von Wäldern und Landschaften in der Region bereitzustellen. Das Ziel der Initiative 20x20 besteht darin, in Lateinamerika und der Karibik bis zum Jahr 2020 20 Millionen Hektar an degradierten Flächen wiederherzustellen und dadurch einen Beitrag zur Bonn Challenge zu leisten.

Von den öffentlichen Mitteln für Klimaschutz und Klimaanpassung in Höhe von 141 Milliarden US-Dollar wurden 2016 weltweit nur zwei Prozent (3 Milliarden US-Dollar) für den Schutz von Flächen eingesetzt; ein noch geringerer Anteil der Mittel entfiel auf Wiederherstellungsmaßnahmen. Studien haben jedoch gezeigt, dass durch den Schutz und die Wiederherstellung von Flächen 60 Prozent der Emissionsminderungen erzielt werden können, die notwendig sind, um in Lateinamerika und der Karibik bis 2050 das Ziel der Klimaneutralität zu erreichen.

Die Erklärung der Minister ist ein guter Grund, um Gelder für den Klimaschutz verstärkt für die Restaurierung von Flächen einzusetzen und Hürden abzubauen, die der Mobilisierung von privatem Kapital für entsprechende Investitionen entgegenstehen. Im Fokus stehen hier insbesondere die Punkte Projektunterstützung, Bereitstellung von Betriebskapital und Minderung von Investitionsrisiken. Außerdem fordern die Minister die multilateralen Banken dazu auf, in größerem Umfang als bisher nationale Wiederherstellungsprogramme in der Region zu unterstützen und öffentlich-private Partnerschaften zu stärken.

„Inwieweit die Maßnahmen zur Flächenrestaurierung in Lateinamerika nachhaltig sind, hängt nicht zuletzt davon ab, ob es gelingt, private Investoren dafür zu gewinnen“, erklärt Gustavo Mostajo, der peruanische Minister für Landwirtschaft und Bewässerung. „Ein umfassendes Engagement der Institutionen, die für die weltweite Finanzierung von Klimaschutzmaßnahmen zuständig sind, könnte diesen Prozess beschleunigen.“

Wald in Peru; Foto: Michael Hüttner/PB IKI

Die Initiative 20x20 ist eine regionale Partnerschaft, die sich für den Schutz von Flächen und die Wiederherstellung von degradierten Flächen in Lateinamerika und der Karibik einsetzt. Die Initiative ist ein Zusammenschluss von 17 Ländern, die diese mit mehreren Dutzend Fach- und Finanzpartnern zusammenbringt. Das Sekretariat der Initiative wird vom World Resources Institute (WRI) geleitet und sie wird von der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) des Bundesumweltministeriums (BMU) gefördert. Bisher haben sich die beteiligten Regierungen zum Schutz bzw. zur Wiederherstellung von 50 Millionen Hektar an degradierten Flächen verpflichtet. Für 10 Millionen Hektar werden bereits entsprechende Maßnahmen umgesetzt.

„Die Restaurierung von Flächen ist nicht nur eine finanziell interessante Minderungsmaßnahme, sondern kann über den Klimaschutz hinaus viele weitere Vorteile bringen. So sorgt die Wiederherstellung von degradierten Flächen in ländlichen Regionen für Wohlstand, trägt dazu bei, Boden, Wasser und die biologische Vielfalt zu schützen, und stärkt die Klimaresilienz“, so Walter Vergara, Regionalkoordinator der Initiative 20x20 und Senior Fellow des WRI.

Bislang haben 21 private Partner von Konzernen bis hin zu Investoren, die nachhaltige Veränderungsprozesse auf den Weg bringen wollen, Mittel in Höhe von 2,1 Milliarden US-Dollar zugesagt; mehr als 40 Projekte werden im Rahmen der Initiative 20x20 bereits umgesetzt. Dazu zählen beispielsweise Vorhaben auf dem Gebiet der Agroforstwirtschaft, der Waldweidewirtschaft und der nachhaltigen Bewirtschaftung von Weideflächen sowie Projekte zur Vermeidung von Flächendegradierung und Entwaldung. Um jedoch das angestrebte Ziel zu erreichen und tatsächlich Flächen von 50 Millionen Hektar wiederherzustellen, wird noch deutlich mehr Kapital benötigt.