22.04.2021

Mobilisierung privater FLR-Investitionen in Lateinamerika

Regenwald

Die Wald- und Landschaftsrestaurierung ist für die Erreichung der Klimaschutzziele unverzichtbar. Foto: UNIQUE forestry and land use GmbH

Viele Länder Lateinamerikas haben sich im Kontext der Bonn Challenge und der 20*20 Initiative ambitionierte Ziele gesetzt. Diese Ziele und eine umfangreichere Wald- und Landschaftsrestaurierung (FLR, Forest Landscape Restoration) spielen eine entscheidende Rolle, um die in den national bestimmten Klimaschutzbeiträgen (NDCs) enthaltenen Maßnahmen zum Klimaschutz und zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels umzusetzen. Ebenso wesentlich sind sie, um die Ziele der nationalen Biodiversitätsstrategien und Aktionspläne sowie um einen nachhaltigen Neustart (Green Recovery) nach der COVID-19-Pandemie zu erreichen.

Die Bonn Challenge und damit verbundene Initiativen haben politisch große Aufmerksamkeit erregt und zu vielen erfolgversprechenden Pilotprojekten für die Wald- und Landschaftsrestaurierung geführt. Die Realisierung der FLR-Flächenziele erfordert es jedoch, Milliarden von US-Dollar an Vorabinvestitionen zu mobilisieren. Öffentliche Mittel sind nach wie vor begrenzt, können aber in diesem Zusammenhang als wichtiger Katalysator dienen.

Vor diesem Hintergrund führen die UNIQUE forestry and land use GmbH und die Finance in Motion GmbH (FiM) gemeinsam das von der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) geförderte Projekt „Skalierung privater FLR-Investitionen in Latein Amerika (FLILA)“ in Paraguay, Peru and El Salvador durch. Das Projekt soll die drei Länder bei der Erreichung ihrer FLR-Ziele unterstützen, indem Engpässe bei der Einbindung privater Investitionen überwunden und FLR-Investitionen beschleunigt werden. Dies beinhaltet die Unterstützung bei der Entwicklung tragfähiger und bankfähiger Projekte für Impact-Investoren, die Zusammenarbeit mit Banken und Finanzintermediären bei der Überwachung der Auswirkungen von FLR-Projekten in ihren Portfolios und die Bereitstellung von technischer Unterstützung und den Aufbau von Ressourcen und Kompetenzen, die zu einer Ausweitung der FLR-Aktivitäten beitragen. 

Ein Eckpfeiler ist die Entwicklung eines IT-basierten Wirkungsmonitoring-Tools für Finanzinstitutionen, das die umständliche Datenerfassung und anschließende Analyse vereinfacht. Das war bislang ein zentraler Engpass, ist jedoch für die Entwicklung grüner Kreditlinien und grüner Kreditprodukte von entscheidender Bedeutung.

Zusammen mit der Banco Formento Agropecuario (BFA) in El Salvador baut das FLILA-Projektteam ein FLR-Wirkungsreportingsystem aus, das auf ausgewählten FLR-Wirkungsindikatoren beruht und die Kapazitäten des Finanzsektors bei Monitoring und Reporting miteinbezieht. Die Indikatoren decken drei Wirkungsbereiche ab: Schutz/Wiederherstellung, Produktion/Wirtschaft und nachhaltige Lebensgrundlagen/Wohlbefinden. Die Analyse von Satellitenbildern sowie das „Recycling“ bereits vorhandener Daten ist grundlegend für die Ableitung von SMART-Indikatoren (spezifisch, messbar, akzeptiert, realistisch und terminierbar) und die Förderung zuverlässiger „grüner" Investitionen. Basierend auf der Erfahrung mit BFA wird ein Open-Access-Tool entwickelt, das einem weiteren Kreis von Finanzinstitutionen, die im Bereich FLR-Investitionen arbeiten, zugänglich ist.