07.10.2021

Nachhaltige Kühlung für den Schutz des Klimas und der Ozonschicht

Klimaanlage

Das Potenzial von Lösungen wie natürlichen Kältemitteln bleibt jedoch weitgehend ungenutzt. Die Ausweitung dieser Technologien und Strategien erfordert einen grundlegenden Wandel. Foto: CoolUp

Steigende Temperaturen werden zu einem erhöhten Bedarf an Kühlung führen. Diese Entwicklung wird durch Bevölkerungswachstum, Urbanisierung und einen höheren Lebensstandard noch verstärkt werden. Mit steigendem Kühlungsbedarf nehmen auch die indirekten Treibhausemissionen aus dem Stromverbrauch und die direkten Emissionen von Kältemitteln mit hohem globalem Erwärmungspotenzial zu. So entsteht ein Teufelskreis, in dem mehr Kühlung zu höherer Erwärmung führt. Die Herausforderung besteht darin, diesen Teufelskreis bei der Kühlung zu durchbrechen. Es gilt, den wachsenden Kühlungsbedarf zu bewältigen und gleichzeitig seine schädlichen Auswirkungen auf die Ozonschicht und das Klima zu mindern.

Die technischen Lösungen und Designstrategien, um diese Herausforderung bei der Kühlung anzugehen, stehen uns bereits zur Verfügung. So haben beispielsweise natürliche Kältemittel keinen Einfluss auf die Ozonschicht, und sie weisen im Vergleich zu herkömmlichen Kältemitteln ein sehr geringes globales Erwärmungspotenzial auf. Der Ersatz von HFCKW- und HFKW-Kältemitteln durch natürliche Kältemittel schützt nicht nur die Ozonschicht, sondern könnte auch einen globalen Temperaturanstieg von bis zu 0,4 °C bis zum Jahr 2100 verhindern. Das Potenzial von Lösungen wie natürlichen Kältemitteln bleibt jedoch weitgehend ungenutzt. Die Ausweitung dieser Technologien und Strategien erfordert einen grundlegenden Wandel. Das ist eine enorme Aufgabe. Mit einem ganzheitlichen und sektorenübergreifenden Ansatz unterstützt das „Cool Up“-Programm Partnerländer bei der Umsetzung einer katalytischen Veränderung im Kälte- und Klimatechniksektor. 

Cool Up: Upsaling Sustainable Cooling

Das neue IKI-Projekt „Cool Up: Upscaling Sustainable Cooling“, das von der Guidehouse Germany GmbH und Partnern durchgeführt wird, zielt darauf ab, eine katalytische Veränderung im Kälte- und Klimatechniksektor herbeizuführen. Ermöglicht werden soll dies, indem dauerhafte institutionelle Kapazitäten aufgebaut, eine Sensibilisierung für das Thema geschaffen und der Wissensaustausch erleichtert werden. Dazu gehört auch die Unterstützung bei der Entwicklung einer öffentlichen und privaten Infrastruktur. Mit diesen Bemühungen möchte „Cool Up“ letztendlich den Einsatz nachhaltiger Kühltechnologien auf dem Markt ausweiten. Durch die Verbreitung nachhaltiger Kühltechniken und die allgemeine Akzeptanz natürlicher Kältemittel kann „Cool Up“ sowohl die globale Agenda zum Schutz der Ozonschicht als auch die zur Bewältigung des Klimawandels unterstützen. Der beschleunigte technologische Wandel, den „Cool Up“ fördern möchte, könnte den Bedarf an Kühlung vermindern und eine frühzeitige Umsetzung der Kigali-Änderung des Montrealer Protokolls und des Pariser Klimaschutzabkommens ermöglichen.

Um sich dieser Herausforderung zu stellen, werden zehn Partnerorganisationen über einen Zeitraum von sechs Jahren in vier Zielländern zusammenarbeiten. Das „Cool Up“-Programm startete im Dezember 2020 und ist auf sechs Jahre Laufzeit angelegt. In den kommenden Monaten und Jahren wird „Cool Up“ seinen vielschichtigen Ansatz – basierend auf den von den Partnerinnen und Partnern des jeweiligen Landes ermittelten Anforderungen – über die gesamte Wertschöpfungskette der Kühlung hinweg ausbauen. Zu den drei Hauptarbeitsbereichen von „Cool Up“ zählen die Unterstützung für Politik und Regulierungsbehörden, die Analyse von Technologien und Märkten sowie die Entwicklung von Geschäfts- und Finanzierungsmodellen.

Übergreifend zu diesen Hauptarbeitsbereichen stehen Dialoge mit allen Interessengruppen des „Cool Up“-Programms, der Aufbau von Kapazitäten und die Bemühungen um eine Verbreitung des Programms im Vordergrund. Ein erster Austausch hat bereits in allen Partnerländern stattgefunden. Ergänzt wird dies durch den Aufbau von Kapazitäten in Form von technischen Schulungen, der Erstellung von Lehrplänen und regionalen Konferenzen. Über seine Kommunikationskanäle wie die Website und die sozialen Medien will „Cool Up“ auch das Bewusstsein und die Unterstützung für nachhaltige Kühlung bei den lokalen Interessengruppen stärken.

Kühlschränke

An der öffentlichen Einführungsveranstaltung am 6. Oktober nahmen Interessenvertreterinnen und Interessenvertreter aus 32 Ländern statt, die alle Bereiche einer nachhaltigen Kühlung vertraten. Diese Veranstaltung bildete den Auftakt für das Programm und diente den Regierungen der teilnehmenden Länder als Plattform, um ihre Motivation, den Übergang zu einer nachhaltigen Kühlung zu unterstützen, vorzustellen. Das „Cool Up“-Team und Dr. Christian Meineke vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) stellten das Programm vor und gingen auf seinen ganzheitlichen und sektorenübergreifenden Ansatz zur Bewältigung der Herausforderungen in der Kühlung ein. Das „Cool Up“-Programm fördert einen beschleunigten technologischen Wandel und die frühzeitige Umsetzung der Kigali-Änderung des Montrealer Protokolls und des Pariser Klimaschutzabkommens in Ägypten, Jordanien, im Libanon und in der Türkei.

Bei den Präsentationen der Länderregierungen wurde deutlich, dass es ein beträchtliches Potenzial und eine große Dynamik gibt, um nachhaltige Kühltechnologien in der gesamten Region voranzutreiben. Viele Beteiligte aus der Industrie, der Politik und der Finanzwelt sind offen für Fortschritte, die zur Verbreitung nachhaltiger Kühltechniken beitragen können. Katja Eisbrenner, Moderatorin und Direktorin des „Cool Up“-Programms, merkte dazu an: „Es ist inspirierend, zu sehen, dass so viele Akteurinnen und Akteure aus dem Bereich der nachhaltigen Kühlung einen solchen Enthusiasmus für die Umsetzung der Kigali-Änderung des Montrealer Protokolls und die Übernahme natürlicher Kältemittel mitbringen.“


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