21.10.2020

Nachhaltige Mobilität: Elektrobusse für Costa Rica

Die Elektrobusse sind per Fähre im Hafen von Caldera an Costa Ricas Pazifikküste angekommen. Foto: GIZ/Diana Ramirez

Noch sind sie weiß, bald aber werden sie bunt bemalt Costa Ricas Straßen erobern: Drei Elektrobusse sind im September nach einer sechswöchigen Reise aus China im Hafen von Caldera an Costa Ricas Pazifikküste eingetroffen. Die drei Busse werden im Rahmen des IKI-Projekts „Klimaschutz im Verkehr“ finanziert. Das Vorhaben unterstützt Costa Rica dabei, seine ambitionierten Maßnahmen zur Minderung von Treibhausgasen und zur Anpassung an den Klimawandel umzusetzen.

Fokus auf Verkehr

Besonders hohe Priorität hat in Costa Rica der Transportsektor, der einen Großteil der Treibhausgasemissionen verursacht. Das Land hat sich zum Ziel gesetzt, in diesem Sektor bis 2050 die Nutzung fossiler Brennstoffe Schritt für Schritt zurückzufahren und durch erneuerbare Energien zu ersetzen. 99 Prozent der Stromproduktion des Landes werden bereits aus erneuerbaren Quellen gewonnen.
Nachdem sich die Regierung zunächst auf den Individualverkehr konzentriert hatte, soll nun der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) klimaneutraler werden. Vor allem die Busflotte soll bis 2030 komplett elektrisch betrieben werden. Die drei neuen Elektrobusse werden ab November im Rahmen eines Pilotprojekts unter Realbedingungen getestet.

„Costa Rica gilt weltweit als ausgesprochen innovatives Land. Mit den neuen E-Bussen möchten wir zeigen, dass wir in der Lage sind, den Wechsel zu einem umweltfreundlichen und nachhaltigen ÖPNV zu vollziehen“, erklärt Randall Zúñiga vom Ministerium für Umwelt und Energie. „Die drei Busse bieten den Passagieren zudem hohen Komfort, sie stoßen keine Abgase aus und sind absolut geräuschlos.“

Testbetrieb auf drei Routen

Ein Jahr lang werden die Busse auf drei Routen in der Metropolregion von San José fahren. Die Routen sind unterschiedlich lang, haben unterschiedlich starke Steigungen und befördern zwischen 32.500 und 55.000 Passagiere im Monat. Ausgewählt wurden sie im Rahmen eines Wettbewerbs anhand eines umfassenden Kriterienkatalogs. Aus den gesammelten Daten soll ein replizierbares Betriebsmodell für die Elektrifizierung des gesamten ÖPNV in Costa Rica geschaffen werden. Dabei werden unter anderem Energiekonsum der Busse, Kapazität und Reichweite der Batterien, Passagierzahlen pro Tag, das Aufladeverhalten, Operations- und Instandhaltungskosten bewertet. Ziel ist es, Rückschlüsse auf die Rentabilität gegenüber Dieselbussen ziehen zu können.

Zu dem Pilotprojekt gehören neben den drei elektrischen Niederflurbussen auch die dazugehörige Ladeinfrastruktur, das Monitoringsystem, das Training für die Mitarbeitenden, die Instandhaltungskosten sowie entsprechende Versicherungen über einen Zeitraum von zwei Jahren.

„Die Schulungen in den beteiligten öffentlichen Einrichtungen und in den Busunternehmen sind der Schlüssel zur langfristigen Nachhaltigkeit der Elektrifizierung des öffentlichen Verkehrs", erklärt Claus Kruse, Verantwortlicher des Projekts MiTransporte, das auch das IKI-Pilotvorhaben umsetzt. „Mit der Verankerung des notwendigen Wissens im Land gewährleisten wir nicht nur eine erfolgreiche Implementierung des Pilotprojekts, sondern schaffen auch die Voraussetzung für einen nachhaltigen ÖPNV in Costa Rica.