13.03.2014

Netzwerk zur Umsetzung von NAMAs geht in zweite Phase

Mehrere Personen sitzen an einem Tisch mit Mikrofonen

MAIN-Dialog-Veranstaltung auf den Philippinen. Foto: CCAP

Eines der meistdiskutierten Themen im Rahmen der internationalen Klimaverhandlungen sind derzeit NAMAs - national angemessene Klimaschutzmaßnahmen von Schwellen- und Entwicklungsländern. Dabei handelt es sich um freiwillige Maßnahmen der Regierungen, um klimafreundliche Veränderungsprozesse in einzelnen Bereichen wie Transport oder Energieversorgung anzustoßen und Treibhausgasemissionen langfristig zu reduzieren. Das Bundesumweltministerium (BMUB) fördert nun im Rahmen der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) die zweite Phase eines erfolgreichen Projektes zur Entwicklung und Umsetzung solcher NAMAs mit weiteren 1,9 Millionen Euro. Zusammen mit der ersten Projektphase erreicht das Gesamtfördervolumen somit 3,8 Millionen Euro.

Die neuen Fördermittel fließen in ein Netzwerk zur Umsetzung von NAMAs (MAIN) ein, das seit 2011 vom Center for Clean Air Policy (CCAP) innerhalb eines IKI-Projekts aufgebaut wurde und das eine Vielzahl von Ländern in Lateinamerika und Asien umfasst. Aus dieser Initiative ist unter anderem ein Ansatz zur nachhaltigen Stadtentwicklung in Kolumbien entstanden, der nun mit Mitteln der NAMA Facility des BMUB und des britischen Umweltministeriums (DECC) umgesetzt wird. Dabei wird beispielhaft in der Großstadt Cali ein ganzheitliches Konzept zur Stadtentwicklung mit Schwerpunkt im Transportsektor unter Berücksichtigung von Fragen der Landnutzungspolitik und des sozialen Wohnungsbaus weiterentwickelt.

CCAP organisiert innerhalb des Netzwerkes unter anderem regionale und globale Dialogformate, bei denen sich Regierungsvertreter unterschiedlicher Länder untereinander, aber auch mit internationalen Fachexperten und Vertretern von Finanzierungsinstitutionen austauschen. Diese sollen sich in der zweiten Projektphase zunehmend auf einen Sektor beziehen und somit fachspezifischer werden. Auf dieser Grundlage und mit Hilfe zielgerichteter Beratung durch das Projekt vor Ort können die Partnerländer neue NAMA-Ansätze entwickeln und bestehende Pläne umsetzen oder ausbauen. So wird das Projekt zum Beispiel die Regierung Kolumbiens dabei unterstützen, ihren Beitrag zur Erreichung des 2-Grad-Ziels auszuformulieren. Dazu müssen vorab die Emissionsminderungen aller Klimaschutzmaßnahmen, die in Kolumbien geplant und durchgeführt werden, analysiert und abgeglichen werden. Zudem hilft das Projekt den Netzwerkpartnern, finanzielle Unterstützung für die Umsetzung der Minderungsmaßnahmen einzuwerben.

Mit Projekten wie diesem fördert das BMUB nicht nur die direkte Treibhausgasreduktion in den Partnerländern, sondern bringt auch die internationalen Klimaverhandlungen voran. Die von den Partnerländern entwickelten NAMAs leisten einen wichtigen Beitrag zur Vertrauensbildung zwischen den Staaten und zeigen gleichzeitig, dass eine Reduktion von Treibhausgasemissionen mit wirtschaftlicher Entwicklung vereinbar ist.