31.03.2021

Neue IKI-Standardindikatoren

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Pilot: Mit neuen Standardindikatoren folgt die IKI dem Pariser Abkommen bei der Mobilisierung privater und öffentlicher Mittel

Die Industrieländer haben sich bereits in der Kopenhagen-Vereinbarung 2009 dazu verpflichtet, ab 2020 gemeinsam jährlich 100 Milliarden US-Dollar für Klimaschutz- und Anpassungsmaßnahmen in Entwicklungs- und Schwellenländer zu mobilisieren. Diese Zusage wurde auf der Klimakonferenz in Paris 2015 zeitlich bis 2025 erweitert. Ein neues Klimafinanzierungsziel post-2025 wird Verhandlungsgegenstand der COP26 in Glasgow.

Die vereinbarten 100 Millionen US-Dollar sollen jedoch nicht alleine aus den öffentlichen Kassen der Geberländer kommen. Vielmehr sollen verschiedene Quellen inklusive bilateraler und multilateraler Zusammenarbeit sowie private Klimafinanzierung dazu beitragen. Während es für die Mittel aus öffentlichen Quellen sowie der bi- und multilateralen Zusammenarbeit bereits etablierte Berichtsformate auf internationaler Ebene gibt, fehlt bisher ein zentral vereinbartes Erhebungsformat für privates Kapital, hierbei vor allem Mittel, die durch öffentliche Quellen mobilisiert wurden. 

Mit dem Pariser Klimaabkommen und dem Erweiterten Transparenzrahmen (Enhanced Transparency Framework) ist eine Grundlage zur einheitlichen Berichterstattung über mobilisierte Mittel auf internationaler Ebene geschaffen worden. Auf europäischer Ebene wird die Angabe von mobilisiertem Kapital ab 2020 Teil der Berichterstattung und damit verpflichtend für ihre Mitgliedstaaten wie Deutschland. Grundlage hierfür ist das Gesetz zur Umsetzung der Verordnung „Governance-System für die Energieunion und den Klimaschutz“.

Mobilisierung und Katalysierung von privaten und öffentlichen Mitteln

Da die Finanzmittel der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) Teil der offiziellen deutschen Klimafinanzzusagen sind, sind die IKI-Projekte und deren Wirkungen zur Mobilisierung von Kapital relevant für die Berichterstattung. Um den europäischen und internationalen Verpflichtungen nachzukommen, führt die IKI deshalb den neuen Standardindikator ein: 

"Volumen mobilisierter privater und öffentlicher Finanzmittel für Zwecke des Klimawandels und der Biodiversität" 

Die Erhebungsmethodik richtet sich nach der Methodologie der OECD zur Messung von mobilisiertem Kapital durch öffentliche Entwicklungsfinanzierung.

Für eine allumfassendere Wirkungsmessung ihres Portfolios zur Klima- und Biodiversitätsfinanzierung wird die IKI darüber hinaus künftig auch die indirekte, katalytische Hebelung privater und öffentlicher Mittel erheben. Dazu zählen IKI-Projektaktivitäten, wie der Aufbau von Ressourcen und Kompetenzen oder die Entwicklung einer Projektpipeline, die dazu führen, dass private und andere öffentliche Akteure investieren.

"Volumen katalysierter privater und öffentlicher Finanzmittel für Zwecke des Klimawandels und der Biodiversität"

Für die Messung von katalysierten Investitionen gibt es noch keine allgemein anerkannte Methode. Deshalb wird hier von Fall zu Fall entschieden werden. 

Darüber hinaus erfasst die Erhebung durch die IKI auch den Förderbereich Biodiversität. 

Bei der Anwendung der neuen Standardindikatoren werden die beiden Prinzipien der Zusätzlichkeit (Additionalität) und der Zuschreibung (Attribution) beachtet. Privates und öffentliches Kapital wird nur berücksichtigt, wenn es von IKI-Mitteln oder -Maßnahmen gehebelt werden konnte. Falls mehrere öffentliche Geldgeber bei der Hebelung der Investitionen beteiligt waren, gibt es für die IKI nach den Richtlinien der OECD nur eine anteilige Gutschrift um eine Doppelzählung auf internationaler Ebene zu vermeiden.

Die IKI pilotiert die neuen Standardindikatoren zunächst bei ausgewählten Projekten. Im Anschluss werden die Ergebnisse der neuen Indikatoren und ihrer Methodik ausgewertet und die Anwendung wird auf alle IKI-Projekte, die anstreben zur Mobilisierung und Katalysierung von öffentlichen und privaten Mitteln beizutragen, ausgeweitet.