04.04.2012

Neue Produktionsanlage für klimafreundliche Klimaanlagen in Indien

Ein Gruppe Männer schneidet ein ein pinkes Band durch

Quelle: GIZ/Markus Wypior

Am 31. März 2012 eröffnete die indische Firma Godrej & Boyce in Khandala bei Pune eine neue Anlage zum Bau von klimaschonenden Raumklimageräten mit Propan (R290) als natürlichem Kältemittel. Die Eröffnung ist ein wichtiger Meilenstein eines Projektes der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI).

Seit 2008 unterstützt die IKI das von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) in Kooperation mit dem Nationalen Ozonbüro Indiens durchgeführte Projekt zur Einführung von ozon- und klimafreundlichen natürlichen Kältemitteln in Raumklimageräten. Hintergrund ist, dass im Markt für Klimaanlagen hauptsächlich halogenierte Fluorchlorkohlenwasserstoffe (H-FCKW) verwendet werden, die die Ozonschicht schädigen und zum Klimawandel beitragen. Gemäß des Montrealer Protokolls müssen Produktion und Verbrauch von H-FCKW-Gasen weltweit ab 2013 schrittweise reduziert werden. Deshalb ist der Bedarf nach alternativen Technologien in diesem schnell wachsenden Sektor groß. Meist weichen die Hersteller auf ozonfreundliche aber immer noch klimaschädliche HFKW-Gase aus. Die Firma Godrej & Boyce hingegen ist das erste und bisher einzige indische Unternehmen, das bereits seit 2002 natürliche Kältemittel bei der Produktion von Kühlschränken einsetzt und deshalb für dieses Pilotvorhaben ausgewählt wurde.

Das Projekt demonstriert die technische und finanzielle Umsetzbarkeit von klimafreundlichen Geräten auf der Basis von natürlichen Kältemitteln. Mit der neuen Anlage können nun rund 180.000 Klimageräte pro Jahr hergestellt werden. Bei Vollauslastung der Anlage und einer durchschnittlichen Lebensdauer der Geräte von 10 Jahren ergibt das eine Treibhausgaseinsparung von bis zu einer Million Tonnen. Außerdem hat die Firma die aktuellen Modelle ihrer Geräte verbessert: Die Füllmenge wurde reduziert und so die Sicherheit erhöht. Außerdem wurde der Energieverbrauch gesenkt, sodass die Geräte jetzt die höchste indische Energieeffizienzklasse erreichen. So schonen die Geräte Umwelt und Klima zusätzlich durch einen geringeren Energieverbrauch.

Die IKI kann in diesem Bereich bereits andere Erfolge aufweisen: So stellte vor einem Jahr ein chinesischer Hersteller von Raumklimaanlagen eine seiner Produktionsanlagen mit Hilfe eines ähnlich angelegten IKI-Projektes auf natürliche Kältemittel um. Bis 2015 sollen insgesamt 18 weitere Produktionsanlagen folgen. Beide Projekte der IKI können eine große Signalwirkung für die Entwicklungs- und Schwellenländer haben, denn sie beeinflussen die zukünftige Technologiewahl des sich rasant entwickelnden Marktes für Klimaanlagen.



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