14.12.2015

Neues Instrument der Klimafinanzierung

Geld in verschiedenen Währungen

Geld in verschiedenen Währungen / Foto: epSos.de. /lizenziert durch Creative Commons License 3.0. Original: https://www.flickr.com/photos/epsos/

Währungsschwankungen gehören zu den größten Investitionsrisiken in vielen Ländern Afrikas. Das gilt besonders für die kapitalintensiven Investitionen in erneuerbare Energien und Energieeffizienz (4E). Investoren müssten Kredite in Dollar oder Euro aufnehmen – scheuen oftmals aber das Risiko, weil sie selbst in Lokalwährung ausbezahlt werden oder für den Ausgleich der Währungsschwankungen einen hohen Preis zahlen. Das Bundesumweltministerium setzt nun eine Anschubfinanzierung von 30 Millionen Euro aus der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) ein, um diese Währungsrisiken in ausgewählten Fällen finanziell abzusichern, wodurch 4E-Investitionen erst ermöglicht werden. Es wird erwartet, dass auf diesem Wege bis zu 1,3 Milliarden US-Dollar für den Klimaschutz mobilisiert werden können.

Konkret soll die KfW Entwicklungsbank die 30 Millionen Euro in den Amsterdamer Fonds TCX investieren, der als Spezialist in diesem Geschäft langjährige Erfahrung hat und erstmalig auch das wechselkursbedingte Risiko für Investitionen in erneuerbare Energien und Energieeffizienz übernehmen wird. Zielgruppe sind Kapitalgeber, Energieversorger und kleinere Stromanbieter in Ländern wie Rwanda, Uganda, Kenia, Tansania, Sambia und Ghana. Damit unterstützt das Bundesumweltministerium über die IKI auch die Initiative der G7-Staaten, gemeinsam mit der Afrikanischen Union bis 2020 ca. 10 Gigawatt (GW) an Erneuerbaren Energien zu installieren.

Dabei ergibt sich eine doppelte Hebelwirkung: Das Bundesumweltministerium mindert über die KfW als bekannter und vertrauenswürdiger Investor das gesamte Risiko im Fonds, so dass weitere Finanzierungspartner einen Anreiz haben, zusätzliche Mittel bei TCX einzuzahlen. Insgesamt wird so mit einem Kapitalstock in Höhe von bis zu 150 Mio. Euro gerechnet. Damit wiederum könnten nach Berechnungen der KfW in den nächsten zehn Jahren Klima-Investitionen in Entwicklungsländern in Höhe von bis zu 1,3 Milliarden US-Dollar abgesichert werden. Damit könnten Schätzungen zufolge bis zu 500.000 Tonnen CO2 jährlich reduziert werden. Neben dem Stromanschluss von Hunderttausenden lokaler Haushalte kann auch mit stabileren Stromtarifen und mehr Arbeitsplätzen gerechnet werden. Klimaschutz und Entwicklung können sich durch die Anschubfinanzierung der IKI also ideal ergänzen.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks: "Dieses Projekt zeigt, worauf es in der Klimafinanzierung auch ankommt. Unser Ziel muss es sein, die globalen Investitionsströme in die richtige Richtung zu lenken. Dabei sind kluge Hebel gefragt, denn mit öffentlichen Mitteln allein können wir das nicht erreichen. Am Ende brauchen wir in der Klimafinanzierung eine gute Mischung, von klassischen Hilfszahlungen bis zu innovativen Instrumenten."


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