21.07.2020

Ökosystembasierte Anpassung: Wissen austauschen, Synergien nutzen

Mangroven auf Kuba

Mangroven auf Kuba. Foto: Dorothée Marquardt

Von intakten Ökosystemen profitiert der Mensch in vielerlei Hinsicht. In Regionen, die von den Folgen des Klimawandels stark betroffen sind, leisten sie oft einen Beitrag zu verbesserter Resilienz und Katastrophenschutz. An diesem Punkt setzt das Konzept der ökosystembasierten Anpassung (EbA) an, es geht – vereinfacht gesagt – darum, Ökosysteme zu erhalten oder wiederherzustellen, um die Anpassungsfähigkeit der Menschen an die Auswirkungen des Klimawandels zu erhöhen. Konkret heißt das zum Beispiel: Gesunde Küstenökosystemen wie Korallenriffe, Mangrovenwälder und Sümpfe schützen Siedlungen und Infrastruktur vor Sturmfluten, Agroforstwirtschaft erhöht die Widerstandsfähigkeit von Nutzpflanzen gegen Dürren oder starke Niederschläge und eine nachhaltige Waldbewirtschaftung kann Hänge stabilisieren und so Erdrutsche verhindern.

Die Internationale Klimaschutzinitiative (IKI) fördert die Verbreitung und Etablierung des EbA-Konzepts bereits seit vielen Jahren. Bei zwei Veranstaltungen zum Thema stand auch die Bedeutung von ökosystembasierten Anpassungsmaßnahmen während und nach der Coronavirus-Pandemie im Fokus.

Virtuelles Netzwerktreffen der „Friends of EbA“

Ende Juni fand das jährliche Treffen der „Friends of EbA“ statt, dieses Mal in digitalem Format. In diesem informellen Netzwerk haben sich Organisationen zusammengeschlossen, die die Zusammenarbeit und den Wissensaustausch über ökosystembasierte Anpassung voranbringen und deren Verankerung in Politikinstrumenten erreichen wollen.

Rund 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer diskutierten über Aspekte wie ökosystembasierte Anpassung in Städten, „EbA in humanitären und Post-Katastrophen-Zusammenhängen“ oder Möglichkeiten des Monitorings und der Evaluation von EbA-Maßnahmen.
Vorgestellt wurde zudem der „Global EbA Fund“, der gemeinsam von IUCN und UN Environment für die IKI umgesetzt wird. Über diesen Fond werden Projekte kontinuierlich weiter zu Umsetzung und Upscaling von EbA-Maßnahmen beitragen.

Wissen teilen und Ideen weitertragen beim sechsten EbA-Knowledge Day

Ebenfalls mit der Zielsetzung Ansätze der ökosystembasierten Anpassung weiterzutragen, fand am 8. Juni der sechste EbA Knowledge Day statt. Der Fokus lag darauf, Synergien zwischen Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel und zum Erhalt der biologischen Vielfalt zu schaffen. Entsprechend hatten die Organisatoren IUCN und GIZ den Titel „Maximizing the potential of EbA: bridging the gap between the climate change and biodiversity agendas“ für die Veranstaltung gewählt.

Über 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 42 Ländern nutzten die verschiedenen interaktiven Angebote der Konferenz, um miteinander ins Gespräch zu kommen – vom virtuellen Marktplatz bis zur virtuellen Kaffeepause.

Anknüpfend an den EbA Knowledge Day sind für Herbst 2020 Webinare geplant, die unter anderem das Thema „Green Recovery“ aufgreifen werden - also die Frage, welche Rolle EbA beim wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wiederaufbau nach der Coronavirus-Pandemie spielen könnte.

Zur Dokumentation der Veranstaltung.