15.10.2015

Peru reicht seine angestrebten, nationalen Klimaziele ein

Lastwagen fährt durch Wald

Holzabbau im peruanischem Regenwald. Foto: Thomas Müller/El Taller.Pe

Seit Juli 2014 wird Peru im Rahmen der Internationale Klimaschutzinitiative (IKI) des Bundesumweltministeriums (BMUB) durch die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH dabei beraten seine INDCs zu erarbeiten. Diese sind Mittlerweile "Chefsache": Präsident Ollanta Humala hat die angestrebten Klimaziele seines Landes persönlich auf dem UN-Entwicklungsgipfel in New York vorgestellt.

Peru ist reich an Biodiversität und beherbergt die zweitgrößte Amazonasfläche; weltweit betrachtet ist dies die viertgrößte Tropenwaldfläche. Das Land gilt als extrem vulnerabel gegenüber dem Klimawandel und sieht sich immer häufiger mit extremen Dürren, Überschwemmungen oder Gletscherabschmelzungen konfrontiert. Doch spätestens seit der Übernahme der COP-Präsidentschaft im Jahr 2014 wird das Bemühen Perus im Kampf gegen den Klimawandel auch in der Öffentlichkeit stärker wahrgenommen. Das BMUB unterstützt Peru bereits seit 2008. Die Zahl der laufenden und abgeschlossenen, bilateralen IKI-Vorhaben beläuft sich auf 16 und das Gesamt-Fördervolumen auf knapp 50 Millionen Euro.

Die neu eingereichten, angestrebten Klimaziele Perus (INDCs) fokussieren sich auf folgende Maßnahmen: Insgesamt sollen die Treibhausgasemissionen bis 2030 um 30% gegenüber 2010 reduziert werden. Dabei verursachen Landnutzung, Landnutzungsänderungen und Forstwirtschaft (Land Use, Land Use Change and Forestry - LULUCF) ca. 50% der peruanischen Treibhausgasemissionen. Daher kommt diesem Sektor eine besondere Bedeutung bei den geplanten Minderungsmaßnahmen zu. Der peruanische Staat hat vorgesehen, 20% der Reduktion durch öffentliche und private Mittel selbst zu finanzieren. Die Finanzierung der restlichen 10% macht Peru abhängig von internationaler Unterstützung, wie z.B. dem Green Climate Fund</en> (GCF).

Peru hat - wie andere Entwicklungs- und Schwellenländer auch - seine INDCs um eine Anpassungskomponente ergänzt. Allein das immer stärker auftretende Extrem-Wetter-Ereignis "El Niño" verursacht alleine in Peru Schäden in Milliardenhöhe. In fünf ausgewählten Sektoren (Wasser, Landwirtschaft, Fischerei, Wälder und Gesundheit) sollen daher Anpassungsaktivitäten besonderes gefördert werden.

Die Maßnahmen des unterstützenden IKI-Projektes umfassen die fachliche und politische Beratung des peruanischen Umweltministeriums (MINAM) sowie relevanter Ministerien. Über die Erstellung der INDCs hinaus werden auch erste Implementierungsmaßnahmen gefördert, um die Nachhaltigkeit des Projekterfolgs zu sichern.