16.04.2021

Plattform für indigene Völker zur Anpassung an den Klimawandel

Indigener im Wald

Peru ist das erste Land der Welt, das eine Plattform für indigene Völker zur Bekämpfung des Klimawandels (PPICC) eingerichtet hat. Foto: Umweltministerium Peru

Indigene Völker gehören aufgrund ihrer engen Beziehung und Abhängigkeit zu und von ihrem Land, ihren Territorien und den natürlichen Ressourcen zu den von den Auswirkungen des Klimawandels am stärksten gefährdeten Gruppen. Als erstes Land der Welt richtet Peru deshalb eine Plattform für indigene Völker zur Anpassung an den Klimawandel (PPICC) ein. Peru bekräftigt damit nicht nur seine Verpflichtung, aktiv an einem umfassenden Management des Klimawandels zu arbeiten, sondern erkennt auch den Beitrag indigener Organisationen an. Damit übernimmt Peru eine Vorreiterrolle im globalen Klimaschutz.

In den vergangenen zwei Jahren hat das Land das Rahmengesetz zum Klimawandel umgesetzt, ein Vorhaben, das mehrere Sektoren, Akteurinnen und Akteure sowie Ebenen umfasst und an dem auch indigene Bevölkerungsgruppen beteiligt sind. Zur Einführung dieses Gesetzes wurde eine Konsultation der indigenen Völker durchgeführt, zu dessen Ergebnissen auch der Bedarf für eine Plattform für Indigene gehört.

Im 3. Quartal 2020 genehmigte das peruanische Umweltministerium im Rahmen Ministerialbeschlusses die Gründung und die Funktionen der PPICC und installierte anschließend die Plattform. Bei der Installationszeremonie waren anwesend: Gabriel Quijandría, stellvertretender Minister für Strategische Entwicklung von natürlichen Ressourcen, für das Umweltministerium, Ángela Acevedo, stellvertretende Ministerin für Interkulturalität, für das Kulturministerium, María Pía Molero, stellvertretende Frauenministerin, für das Ministerium für Frauen und gefährdete Bevölkerungsgruppen, Vertreterinnen und Vertreter der sieben nationalen Organisationen indigener Völker sowie Vertreterinnen und Vertreter öffentlicher und privater Institutionen.

Klima-Agenda mit interkulturellen Ansätzen

Diese Initiative ist ein Meilenstein, denn der dauerhafte Raum dient dazu, eine Klima-Agenda mit geschlechtsspezifischen, interkulturellen und generationsübergreifenden Ansätzen zu entwickeln. Die Plattform wird – wie im Pariser Klimaschutzabkommen festgelegt – auch dazu dienen, die Vorschläge indigener Völker unter Berücksichtigung von angestammtem Wissen und alten Praktiken zu formulieren, zu systematisieren, zu verbreiten, zu verwalten und zu überwachen. Die PPICC muss ihre Vorschläge der hochrangigen Kommission zum Thema Klimawandel (CANCC) vorlegen, ebenso wie Empfehlungen zur Einbeziehung ihres Wissens, ihrer Praktiken und angestammter Kenntnisse in das umfassende Management dieses Klimaphänomens.

Ziel ist es, einen interkulturellen Dialog zwischen dem Staat und den indigenen Völkern oder Ureinwohnern zu entwickeln. Über diesen Dialog soll eine Einigung über die in der Verordnung zum Rahmengesetz zum Klimawandel vorgeschlagenen, administrativen Maßnahmen erzielt werden. In diesem Zusammenhang liegt die Relevanz dieser Plattform darin, dass alle indigenen Völker ihr Wissen austauschen und sie in ihrem Handeln für den Klimaschutz stärken können. Die PPICC wird Vertreterinnen und Vertreter der sieben vom Staat anerkannten indigenen Organisationen Perus, Vertreterinnen und Vertreter des Umweltministeriums (MINAM) und des Kulturministeriums (MINCUL) umfassen.

Der peruanische Staat bekräftigt seine Verpflichtung zur Stärkung des interkulturellen Dialogs, um den Klimawandel zu bewältigen. Diese vom MINAM geleitete Initiative wird von der deutschen Entwicklungszusammenarbeit unterstützt und von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH über das Projekt „NDC Peru: Unterstützung bei der Umsetzung der Nationalen Klimaschutzstrategie“ der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) im Auftrag des deutschen Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) umgesetzt.

Das Projekt leistete technische Unterstützung bei der methodischen Planung und Organisation von Treffen zur Gründung und Institutionalisierung der Plattform. Aufgrund des neuen virtuellen Kontextes, der in Reaktion auf die COVID-19-Pandemie entstanden ist, wurden die an der Plattform Beteiligten auch im Einsatz virtueller Werkzeuge geschult.