28.02.2019

Produzieren und vermarkten – aber bitte biodiversitätsfreundlich!

Das Projekt unterstützt die Initiative for Responsible Carnauba, in der sich Unternehmen zusammenschließen, um die Produktion und den Einkauf von Carnaubawachs zu verbessern; Foto: ©Louisa Lösing/GIZ

Das Projekt unterstützt die Initiative for Responsible Carnauba, in der sich Unternehmen zusammenschließen, um die Produktion und den Einkauf von Carnaubawachs zu verbessern; Foto: ©Louisa Lösing/GIZ

Einige erste und erfolgreiche unternehmerische Vorreiter für biodiversitätsfreundliche Produktion und Vermarktung existieren bereits, wie zum Beispiel bei der Herstellung von Gewürzen in Indien oder Anbau, Ernte und Weiterverarbeitung von Agaven in Mexiko. Nur mit gezielter Förderung kann sich dieser Nischentrend jedoch auch großflächig durchsetzen. Denn: Obwohl privatwirtschaftliche Akteure bereits vielfach Ansätze zur Integration von Biodiversität in Produktionsweisen und Vermarktung entwickeln, sind die politischen Rahmenbedingungen meist noch nicht auf eine Förderung biodiversitätsfreundlicher Produktion ausgerichtet. So werden Umweltkosten wie beispielsweise eine zu hohe Belastung von Boden und Wasser durch Nitrate oder vermehrtes Insektensterben, das durch Pestizideinsatz und Monokulturen hervorgerufen wird, noch nicht stark genug berücksichtigt. In Indien unterstützt das Vorhaben die Entwicklung von Biodiversity Action Plans zur besseren Berücksichtigung von Biodiversität im indischen Gewürzsektor, z.B. für Muskatnuss und Pfeffer; Foto: ©Charlotte Haeusler Vargas/GIZ

Das Vorhaben „Private Business Action for Biodiversity“ hat nun nachgefragt, welche Instrumente, Prozesse und Mechanismen sich besonders gut eignen, um biodiversitätsfreundlichere Produktion und Vermarktung zu fördern – und welche eben nicht. Der Schwerpunkt der Analyse lag dabei auf freiwilligen Nachhaltigkeitsstandards und Labels sowie privaten Finanzierungsmechanismen. In den Partnerländern Brasilien, Indien und Mexiko wurden Studien zu den politischen Rahmenbedingungen und zu Akteuren und vorhandenen Instrumenten und Mechanismen durchgeführt, um einen Überblick über bereits angewendete Mechanismen und Instrumente zu gewinnen. Parallel dazu wurden konkrete Fallbeispiele für biodiversitätsfreundliche Produktion und Vermarktung in den drei Ländern identifiziert und analysiert, wie zum Beispiel der fledermausfreundliche Anbau von Agaven, der Anpflanzung von Gewürzen in Agroforstsystemen, der Verkauf von Carnaubawachs als gesichertes Einkommen auch während der Trockenzeit und das traditionelle Sammeln von Açaí im Amazonasgebiet.

Für die Zusammenarbeit insbesondere mit kleinen und mittelständischen Unternehmen ergeben sich dabei Empfehlungen für Projektdurchführungsorganisationen, Geldgeber und Unternehmen in den Bereichen:

  • Wirkungsmonitoring
  • Rückverfolgbarkeit
  • Finanzierungsmechanismen
  • Managementtools
  • Capacity Development

In Mexiko liegt der Schwerpunkt des Vorhabens auf der Agave, einer der traditionsreichsten Kulturpflanzen dort, die unter anderem zu Mezcal und Tequila weiterverarbeitet wird; Foto: ©David Suro/Tequila Interchange Project

Das Projekt hat diese Ergebnisse und Empfehlungen für die wichtigsten Förderbereiche in einer Broschüre im Überblick zusammengestellt. Die Publikation "Biodiversitätsfreundliche Produktion und Vermarktung. Ergebnisse der Scopingphase des Vorhabens 'Private Business Action for Biodiversity' September 2016 - Februar 2018" steht in der IKI-Infothek auf Deutsch und Englisch zum Download bereit.


Weitere Informationen