28.09.2017

Rückkehr der Natur in die Städte

Daressalaam, Tansania.

Daressalaam, Tansania.

Das INTERACT-Bio-Projekt hat das Ziel, naturnahe Lösungen zur Bewältigung verschiedener wachstumsbedingter Herausforderungen zu entwickeln, und dadurch einen langfristigen Nutzen zu erzielen. Zielgruppe des Projekts sind die schnell wachsenden Ballungsräume des Globalen Südens. So wird das Vorhaben in den brasilianischen Großstädten Campinas, Londrina und Belo Horizonte umgesetzt, während in Indien Kochi, Manguluru und Panaji und in Tansania Daressalaam, Arusha und Moshi an dem Projekt beteiligt sind.

In den kommenden vier Jahren wird das INTERACT-Bio diese Ballungsräume bei der Analyse und Erschließung der Potenziale unterstützen, die die Natur im Hinblick auf die Bereitstellung von Ökosystemdienstleistungen bietet. Dazu zählen saubere Luft, die Reinigung von Wasser und die Regulierung des Klimas. Gleichzeitig will das Projekt einen Beitrag zur Nutzung neuer und zur Stärkung bestehender Geschäftsmöglichkeiten leisten. Eines der Projektziele besteht in der Entwicklung von naturnahen Lösungen, die dafür sorgen, dass die sozioökonomische Entwicklung nicht zu Lasten der ökologischen Entwicklung geht und umgekehrt. Durch die Unterstützung ausgewählter Lokalregierungen bei der Erarbeitung von nationalen Strategien und Aktionsplänen für biologische Vielfalt (NBSAPs) fördert das Vorhaben die Identifizierung naturnaher Lösungen, mit denen sich die Herausforderungen der Großstädte bewältigen und gleichzeitig das Biodiversitätsmanagement und die Klimaresilienz stärken lassen.

Darüber hinaus beabsichtigt das Projekt Entscheider der nationalen und subnationalen Regierungsebenen an einen Tisch zu bringen, um die Konzepte zur Förderung der Biodiversität in verschiedenen Sektoren und auf allen Ebenen des Staatsapparats zu verankern. Dadurch soll die Wirksamkeit der in den geförderten Ballungsräumen realisierten naturnahen Lösungen gestärkt werden. Zwar besitzen Brasilien, Indien und Tansania jeweils eine unterschiedliche Biodiversität, doch stehen die drei Länder in ihren schnell wachsenden Städten und im Umfeld der Städte vor ähnlichen und sehr komplexen Entwicklungsaufgaben. Das Projekt bietet den drei Ländern die Chance, das Engagement der subnationalen Regierungsebenen im Hinblick auf die Gestaltung und Umsetzung ihrer NBSAPs so zu stärken, wie es in der Biodiversitätskonvention vorgesehen ist.

Davon profitieren die Stadtbevölkerung und das räumliche Umfeld der Städte, denn die Maßnahmen stärken und schützen die lokale Biodiversität und fördern die nachhaltige Entwicklung und Resilienz der beteiligten Ballungsräume. Der Projektfokus unterscheidet sich in Abhängigkeit von den jeweiligen Gegebenheiten vor Ort: So werden an einem Projektstandort neue Möglichkeiten der Einkommenserzielung geschaffen, die auf dem Schutz und der nachhaltigen Nutzung der natürlichen Ressourcen und Ökosystemdienstleistungen beruhen. An einem anderen Standort erarbeitet das Projekt entwicklungspolitische Instrumente, die das Management und den Schutz von lebenswichtigen Ökosystemen wie Feucht- und Überschwemmungsgebieten stärken, damit diese bei Überschwemmungen Wasser aufnehmen und den Druck von den Städten nehmen können. An einem dritten Projektstandort wiederum werden die Entscheider und Gemeinden im Hinblick auf die Bedeutung der Ökosystemdienstleistungen für eine gut funktionierende Stadt und die lokale wirtschaftliche Entwicklung sensibilisiert.

INTERACT-Bio ist Teil der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) des Bundesumweltministeriums und wird von Local Governments for Sustainability e.V. (ICLEI) durchgeführt.