22.12.2020

Schutz von Klima und Biodiversität verbinden

Foto: Tobias Buchberger

Am 25. November tagte der Internationale Begleitkreis (IBK) der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU). An der virtuellen Diskussionsrunde nahmen rund 40 hochrangige internationale Klima- und Biodiversitäts-Expertinnen und Experten teil.

Unter dem Titel „Integrating climate and biodiversity protection for ambitious action“ diskutierten sie Vorschläge, wie die IKI besser integrative Ansätze zum Schutz des Klimas und der Biodiversität fördern, anstoßen und skalieren kann. Integrative Ansätze, die Klima- und Biodiversitätsschutz gemeinsam adressieren, gewinnen international zunehmend an Bedeutung; auch vor dem Hintergrund der aktuellen COVID-19 Pandemie und der Rolle integrativer Ansätze zur Prävention zukünftiger Pandemien.

Die Diskussion der Expertinnen und Experten wurde durch Vorträge von Andrea Meza, Ministerin für Umwelt und Energie, Costa Rica, und Prof. Dr. Markus Fischer, Universität Bern und Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung für Globale Umweltveränderung (WBGU), eröffnet. Beide unterstrichen die Bedeutung des Landnutzungssektors sowie günstiger politischer und gesellschaftlicher Rahmenbedingungen für die integrierte Umsetzung von Klima- und Biodiversitätsschutz.

„Greenwashing“ verhindern

Eine besondere Bedeutung erfahren hierbei nach Ansicht der Teilnehmenden naturbasierte Lösungen (NbS). Diese Lösungen nutzen Funktionen von intakten Ökosystemen, wie Kohlenstoffbindung und -speicherung, Schutz vor Erosionen und Regulierung des Wasserhaushalts, um dem Klimawandel entgegenzuwirken und Biodiversität zu erhalten. Damit können sie einen wichtigen Beitrag leisten, um die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens, des Übereinkommens zur biologischen Vielfalt und der Agenda 2030 zu erreichen. Gleichzeitig wurde hervorgehoben, dass gerade diese „grünen Lösungen“ bei privaten Investitionen großer Unternehmen ein wachsendes Risiko für „Greenwashing“ mit sich bringen. Die Teilnehmenden plädierten dafür, diese Gefahr auf gesellschaftlicher und politischer Ebene im Auge zu behalten und durch entsprechende Rahmenbedingungen zu erschweren oder zu verhindern.

Landnutzung und Infrastruktur als wichtige Handlungsfelder

Neben dem Landnutzungssektor mit Fokus auf die Ernährungssicherung identifizierten die Teilnehmenden Infrastrukturmaßnahmen als wichtiges Handlungsfeld. Die zunehmende Urbanisierung und Vernetzung der Welt und die erforderliche Infrastruktur dürfen intakte Ökosysteme nicht gefährden und müssen die Herausforderungen des Klimawandels langfristig berücksichtigen. In beiden Sektoren, Landnutzung und Infrastruktur, wird ein Wandel nur unter Einbindung des Privatsektors erfolgreich umgesetzt werden können. Hierfür ist es erforderlich aufzuzeigen, dass sich Investitionen in naturbasierte Lösungen lohnen. Außerdem könnten geeignete Risiko- und Kosten-Nutzenanalysen die Einstiegshürden verringern. Eine wissenschaftsbasierte Daten- und Informationsbasis sowie politischen Rahmenbedingungen sind hierfür wichtige Voraussetzungen.

Hintergrund: Der Internationale Begleitkreis (IBK)

Der Internationale Begleitkreis der IKI hat zum ersten Mal 2008 auf der UN-Klimakonferenz in Poznań (COP 14) getagt. Internationale Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Zivilgesellschaft und internationalen Organisationen treffen sich seither einmal jährlich zum Austausch über Entwicklungen in der IKI und in der Klima- und Biodiversitätspolitik. Das BMU nutzt dieses Gremium, um gemeinsam mit Fachleuten Diskussionen anzustoßen und zu vertiefen und um die IKI weiterzuentwickeln.