23.10.2015

Schutzgebiet in der indischen Millionenstadt Mumbai

Gruppe Flamingos auf Wasser

Flamingos. Foto: Wetlands International, Bakary Kone

Mit Unterstützung eines Projekts der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) des Bundesumweltministeriums waren Studien zur Biodiversität des Thane Creek östlich des Zentrums von Mumbai entstanden. Sie ebneten den Weg für den jetzigen Beschluss Indiens, das Feuchtgebiet mit Mangrovenwald an der Bucht des Thane Creek zu schützen.

Bis zu 30.000 Flamingos suchen das Delta im direkten Einzugsbereich der 23 Millionen Stadt zwischen November und Mai auf. In den Mangrovenwäldern und angrenzenden Sandbänken finden die imposanten Vögel genügend Nahrung. Weitere 200 Vogelarten wurden in dem Feuchtgebiet beobachtet. Seltene Seeschwalben, Reiher und Fischadler nisten hier unweit der Metropole Mumbai, einem der wichtigsten Wirtschaftszentren des Landes. Auch für Zugvögel ist das Delta von unschätzbarer Bedeutung. Die deutsche Studie zur Biodiversität wies Arten nach, die internationalen Kriterien zufolge vom Aussterben bedroht sind, etwa den Schelladler.

Das neue Schutzgebiet umfasst 1.690 Hektar, etwa die Hälfte davon sind Mangrovenwälder, der Rest Sandbänke und Wasserflächen. Damit entsteht das zweitgrößte Naturreservat des indischen Bundesstaates Maharashtra. Es wird eng überwacht werden, um das Einleiten von Abwässern oder die Entsorgung von Müll zu verhindern. Touristen, Wissenschaftler und Naturfreunde können das Flamingo-Reservat in Zukunft weiterhin besuchen. Der Zugang wird jedoch beschränkt werden, um die Vögel nicht zu stören. Die Zusammenarbeit mit der Bevölkerung und die Berücksichtigung ihrer Interessen ist eines der Ziele des IKI-Projekts "Nachhaltiges Management von Küsten- und Meeresschutzzonen".

Die Ökosysteme entlang von Küsten gehören zu den artenreichsten der Welt. In Indien bilden sie etwa 7.500 Kilometer Küstenstreifen, der gleichzeitig dem Unterhalt von mehreren Millionen Menschen dient. Die zunehmende Industrialisierung und das rasche Wachstum der Bevölkerung üben einen starken Druck auf diese Lebensräume aus. Der globale Klimawandel bedroht sie zusätzlich. Das deutsch-indische IKI-Projekt zu Schutz und nachhaltiger Nutzung der Biodiversität setzt auf partizipative Modelle für den Erhalt der ökologisch wertvollen Küstengebiete. Ein Netzwerk von Schutzgebieten soll in Zukunft die Artenvielfalt in Indien sichern. Bisher bestehen bereits 661 Schutzgebiete, die knapp fünf Prozent der Landesfläche umfassen.

Bereits Anfang Oktober hatten Deutschland und Indien eine stärkere Zusammenarbeit auf dem Gebiet des Klimaschutzes und der Biodiversität vereinbart.