22.10.2019

Seychellen: Schutz der Meeresgebiete

Meeresschutzgebiet: Cousin Island Special reserve

Meeresschutzgebiet: Cousin Island Special reserve. Photo: IUCN

Im September wurde die nationale Komponente des neuen IKI-Regionalprojekts „Stärkung der sozio-ökologischen Resilienz der Küsten und marinen Gebiete und Biodiversitätsschutz im Westindischen Ozean“ gestartet, das von der Weltnaturschutzunion (IUCN) koordiniert wird.

Die Seychellen-Komponente des Regionalprojekts, in deren Rahmen auch Maßnahmen in Mosambik, Kenia und Tansania durchgeführt werden, ging am 17. September 2019 offiziell an den Start. Dazu hatte Nature Seychelles eine Auftaktveranstaltung ausgerichtet, die im Centre for Environment and Education der Organisation auf Mahe stattfand – der bevölkerungsreichsten Insel der Seychellen, auf der auch die Regierung ihren Sitz hat.

Das Projekt wird von der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) des BMU gefördert und von IUCN koordiniert. Auf den Seychellen geschieht dies in Zusammenarbeit mit Nature Seychelles und in Mosambik mit Associação do Meio Ambiente (AMA). Regionale Maßnahmen sowie einzelne Aktivitäten in Kenia und Tansania werden zusammen mit Coastal Oceans Research and Development – Indian Ocean (CORDIO) realisiert.

Zum Start des Projekts auf den Seychellen sagte die deutsche Botschafterin Annett Günther: „Seit 2008 finanziert die IKI Klima- und Biodiversitätsprojekte in Entwicklungs-, Schwellen- und Transformationsländern. Ich freue mich darüber, dass ich heute hier sein und das erste von der IKI geförderte Projekt auf den Seychellen aus der Taufe heben darf.“

Anschließend gratulierte Günther Nature Seychelles dazu, dass die NRO mit der Umsetzung der neuen Initiative auf den Seychellen betraut wurde. Außerdem dankte die Botschafterin der Regierung der Seychellen, insbesondere dem Ministerium für Umwelt, Energie und Klima (MEECC) und dem Blue Economy Department, für die Unterstützung des Projekts.

Auch Wallace Cosgrow, Minister für Umwelt, Energie und Klima und Hauptgast der Veranstaltung, äußerte sich enthusiastisch: „Das Projekt bietet den Seychellen eine großartige Chance. Ich sehe im Umweltbereich zahlreiche Möglichkeiten für eine Zusammenarbeit zwischen unseren Ländern. Die Partnerschaft zwischen den Seychellen, der deutschen Regierung, der IUCN und Nature Seychelles ist für dieses Vorhaben geradezu ideal.“

Die Zeit ist reif

Obwohl bereits andernorts in der Region lokal verwaltete Meeresschutzgebiete (Locally Managed Marine Areas – LMMAs) ausgewiesen wurden – beispielsweise in Madagaskar, Kenia, Tansania sowie auf den Seychellen selbst – werden mit diesem Schutzgebietskonzept neue Wege beschritten.

„Regierungen und Privatwirtschaft erkennen allmählich, dass es einer partizipatorischen Herangehensweise bedarf, wenn die Ressourcen so bewirtschaftet werden sollen, dass sie den Menschen einen Nutzen bringen und inklusives Wachstum ermöglichen. Das Projekt wird sich mit den Aspekten befassen, die sich bei der Gründung eines LMMA stets als kritisch erwiesen haben“, so der Koordinator des IUCN-Regionalprogramms, Charles Oluchina, der zu Beginn einen kurzen Überblick über das Regionalprojekt gab.

Und Dr. Nirmal Shah, Chief Executive von Nature Seychelles führte weiter aus: „Seit vielen Jahren schützen etliche Staaten auf der ganzen Welt, darunter auch die Seychellen, beeindruckende Landschaften, die vom Menschen für Freizeit und Tourismus genutzt werden, aber auch wichtig für die Erhaltung der Biodiversität sind. Es ist an der Zeit, dass wir der Bevölkerung vor Ort vertrauen und sie bei der Bewirtschaftung dieser öffentlichen Güter und Dienstleistungen unterstützen. Nature Seychelles nimmt gerne wegweisende Projekte in Angriff, die die Chance auf einen langfristigen Nutzen für den Menschen und die Biodiversität bieten. Das gilt auch für dieses Projekt, denn hier auf den Seychellen werden wir ein einmaliges Schutzgebiet entwickeln, dass sich von denen auf anderen Inseln deutlich abhebt. Damit geben wir neue Impulse und bringen ein frisches, innovatives Konzept auf die Seychellen und in die gesamte Region.“

Das Projekt hat eine Laufzeit von vier Jahren und sieht neben Investitionen in politikbezogene Maßnahmen und Infrastrukturen, Maßnahmen zur Bestandserhaltung bzw. Wiederherstellung von Flächen, Schulungen, die Bereitstellung von Ausrüstungen, Sensibilisierungsprogramme sowie die Einführung von nachhaltigen Finanzierungsmechanismen vor.

„Wir von der IUCN freuen uns sehr darauf, dass wir mit unserem langjährigen Mitglied Nature Seychelles bei diesem wegweisenden Projekt zusammenarbeiten können. Die Seychellen und die gesamte Region unternehmen verstärkt ambitionierte und dringend notwendige Anstrengungen zum Schutz der Weltmeere. Diese Initiative bietet uns eine gute Gelegenheit, um konzeptionelle Vorarbeit zu leisten. Dabei geht es vor allem um die Frage, wie es gelingen kann, die lokalen Stakeholder zu engagierten Bewahrern der Weltmeere zu machen, die sich vor Ort an der Bewirtschaftung der Ressourcen beteiligen und gegenüber den Folgen des Klimawandels immer resilienter werden. Wenn wir erfolgreich sind, können wir unsere Erfahrungen weitergeben und andere Akteure in der Region bzw. in anderen Teilen der Welt dazu anregen, eigene Projekte zu entwickeln“, so Thomas Sberna, technischer Koordinator der IUCN für die Resilienz der Meeres- und Küstengebiete in der Region.