19.12.2014

Sonne tanken auf den Malediven

Haus mit Solarzellen auf Dach

Solarmodule wurde auf den Dächern öffentlicher Gebäude installiert; Foto: GIZ.

Nicht nur Touristen lassen sich bereitwillig von der maledivischen Sonne bescheinen. Auch die im November feierlich eingeweihten Solardächer auf den öffentlichen Gebäuden der Insel Ungoofaaru wollen Sonne tanken. Rund 35.000 Kilowattstunden Strom haben die Solaranlagen seit der Inbetriebnahme Ende August 2014 bereits produziert. Sie sind Teil des Projekts zur Reduktion von Treibhausgasemissionen, das die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH seit Ende 2011 auf drei maledivischen Inseln in Zusammenarbeit mit dem dortigen Ministerium für Umwelt und Energie durchführt. Finanziert wird das Projekt durch die Internationale Klimaschutzinitiative (IKI) des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB).

Mit dem Projekt möchten die Malediven mit gutem Beispiel vorangehen. Denn Klimaschutz ist für den Inselstaat eine existentielle Frage: Steigt der Meeresspiegel durch die globale Erwärmung weiter an, droht das Inselparadies zu versinken. Die Solarenergie stellt aufgrund der vielen Sonnenstunden eine naheliegende Alternative zu den bislang weit verbreiteten Dieselgeneratoren dar. Auch wirtschaftlich rechnet sie sich, denn Solarstrom lässt sich kostengünstiger produzieren. Die zu Beginn anfallenden Investitionskosten werden rasch wieder reingeholt. Auf den weiteren maledivischen Inseln wird das Pilotprojekt aufmerksam verfolgt; mehrere Atoll-Verwaltungen haben schon Interesse bekundet.

Insel im Meer

Mehr als Sonnenenergie

Das Projekt unterstützt das maledivische Ministerium für Umwelt und Energie jedoch nicht nur in Fragen der erneuerbaren Energien, sondern auch bei der Umsetzung von Effizienzmaßnahmen. So sollen zum Beispiel auf den Inseln Ungoofaaru und Khudahuvadhoo künftig energieeffiziente Lampen die Häfen beleuchten. Darüber hinaus entwickelte es gemeinsam mit ihrem Partner Informationskampagnen für die Bevölkerung. Ein Beispiel: Die Kampagne "itʼs cool at 25" erinnert die Einwohner/innen der rund 200 bewohnten Inseln daran, dass Klimaanlagen nicht auf winterliche Temperaturen gestellt werden müssen, um sich in der Hitze wohlzufühlen. Vor allem Schulkinder möchte man für umweltfreundliches Verhalten sensibilisieren. Ebenso zur Arbeit des Projekts vor Ort gehören zum Beispiel Weiterbildungen zum effizienten Energieeinsatz für Mitarbeiter/innen maledivischer Ministerien und Energieversorger.

Auch jenseits ihrer Inseln setzt sich die maledivische Regierung für eine nachhaltige und ressourcenschonende Entwicklung ein: Gerade hat sie den Vorsitz der aus 39 Mitgliedsländern bestehenden Allianz der kleinen Inselstaaten (Alliance of Small Island States, AOSIS) übernommen. Somit wird sie die AOSIS auch bei der nächstes Jahr stattfindenden UN-Klimakonferenz in Paris vertreten.


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