05.01.2017

Sonnige Aussichten für Usbekistan

Power Point Präsentation Projekt

Projektpräsentation an der neuen Solaranlage; Foto: Hanno Schaumburg

Im August 2016 wurde in einem Agrarbetrieb im Bezirk Pachtakor in der landwirtschaftlich geprägten Region Dschizak, etwa 100 km westlich der usbekischen Hauptstadt Taschkent, die erste 6,75 kW-Solaranlage mit Akku-Speicher offiziell in Betrieb genommen. Durch den Akku-Speicher ist Tag und Nacht eine unterbrechungsfreie Versorgung mit Solarstrom möglich. Die Anlage ist die erste ihrer Art in der Region Dschizak und gehört zu den ersten gewerblich eingesetzten Solaranlagen in Usbekistan.

SolaranlageEin wichtiges Ziel dieses Pilotprojekts besteht in der Verbreitung von Solaranlagen in ländlichen Regionen, um Ausfälle der öffentlichen Stromversorgung überbrücken zu können. Erst mit einer unterbrechungsfreien Stromversorgung können die Landwirte Technologien einsetzen, die eine unterbrechungsfreie Kühlung, Belüftung oder andere stromintensive Vorgänge erfordern. Gleichzeitig leistet das Projekt einen Beitrag zum Klimaschutz. Die Solaranlage wurde im Oktober 2016 auf den Zangzor-Agrarbetrieb übertragen, der in großem Umfang Agrartechnik einsetzt und unter anderem bei der Bewässerung seiner Flächen auf Solarstrom setzt. Durchschnittlich liefert die Solaranlage 30 kWh/Tag, wobei der Ertrag im Sommer natürlich höher ist als im Winter. Im Rahmen eines Folgeprojekts sollen nun zahlreiche Anlagen dieser Art in einer vergleichbaren Umgebung errichtet werden.

Zwei Männer geben sich die HandBei der offiziellen Einweihung waren neben Vertreterinnen und Vertretern von Lokalregierungen und den Projektpartnern von der Technischen Universität Hamburg-Harburg (TTUH) und dem Jizzakh Polytechnical Institute (JPI) auch zahlreiche Interessierte von überwiegend kleinen Unternehmen und Agrarbetrieben zugegen, die sich über den Einsatz von Solarenergie informierten. Am Ende des Projekts geht die Solaranlage in das Eigentum von JPI über, und JPI erhält von dem Agrarbetrieb eine Vergütung für den erzeugten Solarstrom in Höhe der tatsächlich angefallenen Kosten. Der so erzielte Ertrag wird zur Finanzierung von Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen für die Solarstromnutzer in der Region Dschizak verwendet.

Wie der frühere Rektor des Jizzakh Polytechnical Institute, Ergash A. Saliev, der inzwischen der Region Dschizak als Gouverneur vorsteht, betonte, „leistet dieses Projekt einen wichtigen Beitrag zur beschleunigten Einführung von erneuerbaren Energien in Usbekistan und stellt die Bildungseinrichtungen vor die Herausforderung, das für den Einsatz von Solarenergie erforderliche technische Wissen breitenwirksam zu vermitteln.“

Nach der Einweihung wurde ein Seminar zu den Perspektiven für die Solarenergie in Usbekistan durchgeführt  mit einem besonderen Schwerpunkt auf Klimaschutzaspekte.

Ein Mann sitzt in einem Büro

Die Maßnahmen sind in das Regionalprogramm „Capacity Development für Klimapolitik im Westbalkan, Mittel- und Osteuropa sowie Zentralasien Phase II“ eingebettet, das von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH im Auftrag des Bundesumweltministeriums (BMUB) in mehreren Ländern der Region durchgeführt wird. Das Projekt ist Teil der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI). Die amtierende Botschafterin der Bundesrepublik Deutschland, Frau Melanie Moltmann, sprach bei der Einweihung der Solaranlage über die Bedeutung des Regionalprogramms und betonte: „Das Pilotprojekt, das wir heute einweihen, erfüllt sämtliche Programmanforderungen und wird hoffentlich auch die gewünschten Ergebnisse im Sinne eines Beitrags zur nachhaltigen Entwicklung Usbekistans erzielen. Es wird allgemein anerkannt, dass eine dezentralisierte Versorgung mit Solarstrom eine effektive Lösung darstellt, um in ländlichen Regionen Engpässe in der Stromversorgung zu überwinden und gleichzeitig das Klima zu schützen.“