20.12.2018

Strategien für nachhaltige Beschaffung zur Transformation des Tourismussektors

Der Workshop in Paris bot 45 Praktizierenden aus dem Beschaffungswesen einen Tag lang Gelegenheit, sich darüber auszutauschen, wie Beschaffungsstrategien gezielt dazu genutzt werden können, um den Treibhausgasausstoß im Tourismussektor zu verringern und einen effizienteren Ressourceneinsatz zu erreichen; Foto: © UNEP

Der Workshop in Paris bot 45 Praktizierenden aus dem Beschaffungswesen einen Tag lang Gelegenheit, sich darüber auszutauschen, wie Beschaffungsstrategien gezielt dazu genutzt werden können, um den Treibhausgasausstoß im Tourismussektor zu verringern und einen effizienteren Ressourceneinsatz zu erreichen; Foto: © UNEP

Nachhaltige Beschaffung kann einen wichtigen Beitrag zu einem besseren und sparsameren Umgang mit Ressourcen in der gesamten Wertschöpfungskette des Tourismussektors leisten. Durch den Bezug von nachhaltigen Produkten und Dienstleistungen können die Einkaufsabteilungen von Unternehmen klare Signale an ihre Lieferanten aussenden und dafür sorgen, dass der Markt für nachhaltige Produkte und Dienstleistungen wächst, wodurch im Laufe der Zeit der Markt insgesamt nachhaltiger wird.

In diesem Sinne brachte der interaktive Workshop "Nutzung nachhaltiger Beschaffungspraktiken zur Transformation touristischer Wertschöpfungsketten", der am 30. Oktober in den Räumlichkeiten des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) in Paris stattfand, einen Dialog mit Einkäufern und Nachhaltigkeitsexpertinnen und -experten aus der Tourismusbranche auf den Weg.

Der Workshop wurde im Rahmen des UNEP-geleiteten Projekts "Transformation von Wertschöpfungsketten im Tourismussektor in Entwicklungsländern und kleinen Inselstaaten zur Beschleunigung einer ressourceneffizienteren und kohlenstoffarmen Entwicklung" veranstaltet. Das Projekt wird von der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit sowie dem Programm One Planet Sustainable Tourism, finanziert von der französischen Regierung, gefördert. Teilnehmende kamen aus den vier Partnerländern des Projekts, Dominikanische Republik, Mauritius, Saint Lucia und die Philippinen, sowie aus weiteren Ländern wie den USA, dem Vereinigten Königreich und Deutschland.

Im Rahmen dieses Dialogs wurde erörtert, wie nachhaltige Beschaffungsstrategien gezielt zur Verringerung des Treibhausgasausstoßes sowie zur Verbesserung der Ressourceneffizienz genutzt werden können. Einen Tag lang hatten Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus allen Regionen Gelegenheit, sich über ihre Einkaufspraxis und Erfahrungen auszutauschen und darüber zu diskutieren, wie sich gemeinsame Herausforderungen und Probleme am besten bewältigen lassen.

Am Nachmittag stellten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre Beschaffungsstrategien in den Bereichen Lebensmittel, Kühl- und Gefriertechnik, Kunststoff-Einwegartikel und zirkuläre Beschaffungspraktiken vor; Foto: © UNEP

Die Diskussionen konzentrierten sich auf vier Handlungsfelder, nämlich die Beschaffung von Lebensmitteln, Kühl- und Gefriergeräte, Kunststoff-Einwegartikel sowie wiederkehrende Beschaffungspraktiken. Nachdem verschiedene Expertinnen und Experten Vorträge gehalten und Fallstudien vorgestellt hatten, diskutierten die Teilnehmenden in Kleingruppen über ihre Beschaffungspraktiken in den vier Handlungsfeldern sowie über die damit zusammenhängenden Erfolge und Herausforderungen. Außerdem wurde in den Kleingruppen über Initiativen und innovative Lösungen gesprochen, die sich dazu eignen, die Verbreitung von nachhaltigen Beschaffungspraktiken in der Tourismusbranche voranzutreiben, um den Treibhausgasausstoß zu verringern und die Ressourcen effizienter zu nutzen. Diese Diskussionen mündeten in folgenden Empfehlungen:

(1) Die Aufklärung und Sensibilisierung der Stakeholder über die potenziellen Auswirkungen von nachhaltigen Beschaffungsstrategien ist entscheidend, um alle relevanten Stakeholder für Nachhaltigkeit im Beschaffungswesen zu gewinnen. Initiativen zum Wissensaustausch sollten sich nicht nur an Regierungen, Einkäufer und Lieferanten von Unternehmen richten, sondern ebenso an Gäste, um auch diese dazu zu bewegen, nachhaltige Konsumentscheidungen zu treffen.

(2) Nur durch die frühzeitige Einbindung von Lieferanten und anderen Akteuren aus der Wertschöpfungskette können innovative Lösungen und Geschäftsmodelle entwickelt und der Markt für nachhaltige Produkte und Dienstleistungen gefördert werden.

(3) Durch die Messung der positiven Ergebnisse und Auswirkungen einer nachhaltigen Beschaffungsstrategie sowie eine entsprechende Berichterstattung kann allen Akteuren der Wertschöpfungskette vermittelt werden, inwiefern ein nachhaltiges Beschaffungswesen Unternehmen auf allen Stufen der Wertschöpfungskette zugutekommt.

(4) Zertifizierungen und Instrumente zur Information der Verbraucher sind wichtig, da sie die vorhandenen Informationen bündeln, sowie Verbrauchern und Einkäufern Orientierung und eine Grundlage für bessere Entscheidungen bieten. Zudem werden so die von den Unternehmen bereits erzielten Fortschritte bei der Einführung von nachhaltigen Produkten und Dienstleistungen anerkannt.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurden direkt in die interaktiven Sitzungen eingebunden und stimmten über die wirkungsvollsten und am besten realisierbaren Empfehlungen ab. Foto: © UNEP

Der Workshop diente als Ausgangspunkt für die Bildung einer Community von Beschaffungsexpertinnen und -experten in Hotellerie und Gastronomie. Dabei bot die Veranstaltung den Praktizierenden eine Plattform für den Austausch von Erfahrungen und Lösungen, mit denen nachhaltige Beschaffungsstrategien in der Branche verbreitet und der Übergang zu einer resilienten und ressourceneffizienten Entwicklung der Tourismusbranche vollzogen werden kann.