15.03.2019

Studienreise zur Förderung von Ressourceneffizienz und Klimaschutz

Besuch vor Ort im Werk von Procter and Gamble in Berlin; Foto: ©Arantza Aguilar Ramirez/GIZ

Besuch vor Ort im Werk von Procter and Gamble in Berlin; Foto: ©Arantza Aguilar Ramirez/GIZ

Vom 26. bis 29. November 2019 kamen mehr als 25 Vertreter von staatlichen Einrichtungen und privaten Unternehmen aus 11 Schwellenländern im Rahmen einer Studienreise nach Berlin. Diese stand unter dem Motto Fostering Resource Efficiency and Climate Action: Examples from the public and private sector (Förderung von Ressourceneffizienz und Klimaschutz: Beispiele aus dem öffentlichen und dem privaten Sektor) und wurde von der GIZ im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) zur Umsetzung des Globalvorhabens Initiative Ressourceneffizienz und Klimaschutz im Rahmen der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) organisiert. Das Projekt ist im Nachgang zum G20-Gipfel von Hamburg (Juli 2017) auf den Weg gebracht worden, auf dem beschlossen worden war, einen Ressourceneffizienz-Dialog der G20 ins Leben zu rufen. Dieser Dialog dient dazu, sich über bewährte Praktiken und die in den einzelnen Ländern gewonnenen Erfahrungen auszutauschen. Das Ziel dabei: die Förderung einer effizienten und nachhaltigen Nutzung von natürlichen Ressourcen über den gesamten Lebenszyklus sowie die Verbreitung von nachhaltigen Produktions- und Konsumweisen.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Studienreise befassten sich mit den im Rahmen des Projekts entwickelten Indikatoren und Outputs. Diese umfassten u. a. folgende Punkte:

  • Förderung des Wissens- und Erfahrungsaustauschs mit und zwischen den Schwellenländern der G20 (und in diesem Fall auch zwischen Schwellenländern, die nicht der G20 angehören);
  • Ermittlung von Potenzialen zur Steigerung der Ressourceneffizienz und des Klimaschutzes in ausgewählten Teilnehmerländern.

Dabei hatten die Gäste die Möglichkeit, die Maßnahmen kennen zu lernen, die in Deutschland (und Europa) im öffentlichen und privaten Sektor zur Förderung der Ressourceneffizienz realisiert werden. Außerdem hatten die Teilnehmer Gelegenheit zu prüfen, welche Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit den Stakeholdern aus anderen Schwellenländern sowie mit dem Globalvorhaben Initiative Ressourceneffizienz und Klimaschutz bestehen, und erste Schritte auf dem Weg zu einer Kooperation einzuleiten. Zu den Teilnehmerinnen und Teilnehmern gehörten Vertreter von Ministerien, Wirtschaftsverbänden, internationalen Organisationen und Forschungseinrichtungen aus Argentinien, Chile, China, Indien, Indonesien, Mexiko, Russland, Südafrika, Thailand und der Türkei.

Die Studienreise begann mit dem Besuch von zwei Unternehmen, die auf Ressourceneffizienz setzen. Beide Besuche waren vom Zentrum Ressourceneffizienz des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI-ZRE) organisiert worden. Der erste Besuch führte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu Procter & Gamble, einem internationalen Konzern, der seit über 80 Jahren in Berlin tätig ist. Das Unternehmen verfügt über ein konzernweites Nachhaltigkeitsprogramm, das neben modernsten Einrichtungen auch das Abfallmanagementsystem "P&G Zero Loss Journey" umfasst. Dieses System sorgt dafür, dass keine Abfälle auf die Deponie gelangen und die Materialnutzung bei 96 % liegt. Anschließend besuchte die Gruppe das Werk der BMW AG in Berlin, wo 26 von 29 verschiedenen Motorradmodellen des Herstellers (insgesamt 163.000 Einheiten pro Jahr) hergestellt werden. Auch BMW verfügt über modernste Anlagen sowie ein Abfallsammelsystem. Außerdem kommen in der Teileproduktion wasserbasierte, lösungsmittelfreie Decklacke und ökologische Reinigungsprodukte zum Einsatz.

Im Rahmen der Studienreise nahmen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auch an der vierten Konferenz Europäisches Ressourcen-Forum (EFF) teil, die vom Umweltbundesamt (UBA) ausgerichtet wurde. Die Konferenz bot ihnen eine Plattform für den Austausch mit europäischen Entscheidungsträgern und Experten aus den Bereichen Entwicklungspolitik, Industrie, Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Medien. Die in den verschiedenen Sessions behandelten Themen reichten von der Digitalisierung über die nachhaltige Nutzung von Ressourcen bis hin zur Stärkung von Steuer- und Finanzinstrumenten.

Die Studienreise endete mit einer Networking-Veranstaltung, die zwei Diskussionsrunden mit hochrangigen Experten zum Thema Ressourceneffizienz umfasste. In der ersten Session zum Thema Resource efficiency strategies in emerging markets (Ressourceneffizienzstrategien in Schwellenländern) wurden Vorträge von Janez Potocnik (International Resource Panel, IRP) und Shardul Agrawala (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, OECD) gehalten. In der zweiten Session beschäftigten sich Astrid Schomaker (Europäische Kommission), Jordana Carvallo (Kammer der Lebensmittel- und Getränkeindustrie, COPAL, Argentinien) und Timotheus Lesmana Wanadjaja (Indonesia Cleaner Production Centre, ICPC, Indonesien) mit dem Thema Supporting business in meeting resource efficiency goals (Unterstützung der Unternehmen bei der Erreichung von Ressourceneffizienzzielen). Nachdem die Experten kurze Eröffnungsvorträge gehalten hatten, wurden alle Teilnehmer zu einem Meinungs- und Erfahrungsaustausch eingeladen, wodurch eine offene Diskussion möglich wurde. An diesem Dialog nahmen auch Gäste aus dem BMU sowie von der GIZ und der Europäischen Kommission teil.

Insgesamt bot die Studienreise allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Möglichkeit, sich mit den Chancen vertraut zu machen, die das Thema Ressourceneffizienz für die Erreichung von Entwicklungs-, Klima- und Umweltzielen bietet. Da zahlreiche Länder auf der Studienreise vertreten waren, konnten die Teilnehmer Gemeinsamkeiten entdecken und sich intensiv darüber austauschen, in welchen Bereichen sich Möglichkeiten für eine Zusammenarbeiten bieten. Viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer erklärten ihre Absicht, die im Rahmen der Studienreise gewonnenen Erkenntnisse in ihren Institutionen und Heimatländern weiterzugeben.


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