21.03.2016

Tag des Waldes: Vom Wissen der Nachbarn profitieren

Personengruppe steht vor einer Hütte

Austauschprojekt zwischen kenianischen und äthiopischen Kleinbäuerinnen und Kleinbauern fördert Wald- und Landschaftsschutz

Durch ein Projekt der Internationalen Klimaschutz Initiative (IKI) können sich kenianische und äthiopische Kleinbäuerinnen und Kleinbauern über Praktiken in der Land- und Forstwirtschaft austauschen. Dadurch lernen sie unterschiedliche Möglichkeiten zum Schutz vor Bodendegradation und Entwaldung kennen.

Porträtfoto eines Mannes

"Ich freue mich sehr, dass ich von den Äthiopiern mehr über die medizinische Wirkung des Eukalyptusbaums erfahren habe", erklärt der kenianische Kleinbauer Ndirangu Macharia. "Wir können wie die Äthiopier von diesen medizinischen Produkten profitieren", fügt er hinzu. Macharia ist 70 Jahre alt und lebte immer schon im grünen Hochland der Aberdare Gebirgskette in Kenia. Seit seiner Kindheit hat sich in der Region jedoch einiges verändert. Entwaldung und Landdegradation sind durch immer mehr Einwohner zum Problem geworden. Macharia will dies nicht mehr hinnehmen und setzt sich daher in seiner Gemeinde stark für den Naturschutz ein. Nun hat er zum ersten Mal in seinem Leben seine Heimat verlassen und ist nach Äthiopien gereist, um an einem Erfahrungsaustausch zwischen Kleinbauern und Kleinbäuerinnen aus Kenia und Äthiopien teilzunehmen.

Macharia hat neben den positiven Eigenschaften des Eukalyptusbaums auch davon erfahren, wie seine äthiopischen Nachbarn saubere Kochherde herstellen. "Das hat mich sehr beeindruckt. Wenn unsere Gemeinden auch solche Kochherde in ihren Häusern einrichten würden, würde dies das Problem der Luftverschmutzung und auch der Zerstörung von Wald für Feuerholz reduzieren".

Das kenianische und äthiopische Umweltministerium sind Partner

Das Projekt "Unterstützung von Forst- und Landschaftsrestaurierung in Ostafrika" hat das Treffen organisiert und möglich gemacht. Projektpartner sind das kenianische und äthiopische Umweltministerium. Vor Ort werden die Programme von der Clinton Foundation und dem Green Belt Movement durchgeführt. Ziel ist die Wiederherstellung von Waldökosystemen und natürlichen Landschaften in Kenia und Äthiopien, die zum einen wichtige Kohlenstoffspeicher und zum anderen eine zentrale Lebensgrundlage für die lokale Bevölkerung sind.

Personengruppe auf einem Acker

Bisher wurden durch das Projekt zur Wiederherstellung von natürlichen Landschaften in Äthiopien 467.800 Bäume gepflanzt. Ein Hektar degradierter Wasserrinnen wurde mit Aloe Vera bepflanzt. Die Pflanze wird von den Gemeinden zur Seifenproduktion genutzt, um zusätzliches Einkommen zu generieren. In Kenia wurden 22 Gemeindebaumschulen gegründet, die von mehr als 300 Gemeindemitgliedern gemanagt werden. Bisher haben sie 100.000 einheimische Setzlinge auf den Demonstrationsflächen und 18.600 auf landwirtschaftlichen Flächen gepflanzt. Das Projekt unterstützt zudem die Kartierung von 130 kleinbäuerlichen Farmen und darauf basierende Landnutzungspläne.

Organischen Dünger ernsthaft einsetzen

Porträtfoto eines Mannes

In der Gemeinde des äthiopischen Kleinbauern Enamo Fitamo sind die Familien stark auf Nutztiere angewiesen. Sie nutzen deren Milchprodukte und Fleisch entweder für sich oder zum Verkauf. Doch hier herrscht chronischer Wassermangel. Durch seine Teilnahme am kenianisch-äthiopischen Austauschprogramm hat Fitamo neue Techniken zur Landbewirtschaftung und Reinhaltung von Wasser kennengelernt. In Kenia besuchte er Baumschulen und Aufforstungsflächen und lernte dadurch die Vorteile von organischem Dünger (Kompost) kennen: "Wir nutzen den Kompost nicht so ernsthaft wie sie das in Kenia tun. Ich wusste, dass er eingesetzt wird und ich habe gehört, dass er gut ist für die Farm, aber ich war nicht wirklich motiviert genug, um es selbst zu tun", gibt Fitamo zu. Seine Einstellung hat sich jedoch verändert, als er sah, wie die Gemeinden in Kenia davon profitieren. "Das hat mich wachgerüttelt, um ihn selbst auf meiner eigenen Farm und in meiner eigenen Gemeinschaft einzusetzen", bestätigt er.

Kleinbäuerinnen mit neuen Ideen

Personengruppe neben überdachten Stühlen

Die äthiopische Kleinbäuerin Abreshe Edena Gale war sehr beeindruckt von der intensiven Beteiligung der kenianischen Frauen beim Schutz natürlicher Ressourcen und von ihrem aktiven Einsatz als Gruppenleiterinnen. Sie möchte in ihre eigene Gemeinde die Idee der Küchengärten einbringen, in denen die Frauen als zusätzliche Nahrungsquelle für ihre Familien Gemüse und Obst anbauen. "Außerdem habe ich erfahren, wie Bäume durch unterschiedliche Möglichkeiten geschützt werden können. Beispielsweise können Bäume in den Gemüseanbau integriert werden, Tiere können miteinbezogen werden - es ist möglich im Wald und mit dem Wald zu arbeiten", erklärt sie.

Text/Bilder: Dori McAuliffe (Clinton Foundation), Bearbeitung: Elena Metz (IKI)


Weitere Informationen

Das Projekt "Unterstützung von Forst- und Landschaftsrestaurierung in Ostafrika" wird von der IKI des Bundesumweltministeriums (BMUB) mit rund 1,5 Millionen Euro gefördert.

Projektbeschreibung


Kommentar hinzufügen

(*) Die Angabe der E-Mail-Adresse und eines Kommentars sind notwendig. Als Namen können Sie auch einen Nickname verwenden.




 
 
Um E-Mail-Spam zu verhindern, möchten wir Sie bitten,
die folgenden Zeichen in das nachfolgende Feld einzugeben:
CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.



 

Keine Kommentare