17.01.2019

Trainings für CO2-arme Abfallwirtschaft und verbesserte UNFCCC-Berichterstattung in Jordanien und Südafrika

Gruppenfoto von Teilnehmenden des Trainings in Südafrika; Foto: ©Brian McCarthy/RWA

Gruppenfoto von Teilnehmenden des Trainings in Südafrika; Foto: ©Brian McCarthy/RWA

Das IKI-Projekt "Information Matters" hat gemeinsam mit dem BMZ-finanzierten Sektorprojekt "Konzepte für eine nachhaltige Abfallwirtschaft und Kreislaufwirtschaft" ein Trainingskonzept zur Erstellung der nationalen Treibhausgasinventare (GHG) und zur Ermittlung von Minderungsoptionen im Abfallsektor entwickelt. Das Training klärt die Länder über die relevanten Methoden des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) (Leitlinien von 2006) für die Erstellung nationaler Treibhausgasinventare auf. Das Training bietet umfassende Schulungen zum Datenmanagement im Bereich Abfall und zu Berechnungsmethoden Emissionsschätzungen. Darüber hinaus unterstützt es die Ermittlung von Minderungsmaßnahmen im Abfallsektor sowie Abschätzung der Auswirkungen dieser Maßnahmen auf Treibhausgasemissionen.

Erste Trainings fanden in Südafrika (12. - 15. November in Pretoria) und Jordanien (24. - 26. November - am Toten Meer) statt. Die Teilnehmer*innen setzen sich aus Vertreter*innen von kommunalen und nationalen Regierungsebenen, sowie Expert*innen von Universität und aus der Wissenschaft zusammen. Bei den Workshops gab es Gelegenheit zu netzwerken und darüber zu diskutieren, wie die Erfassung und Bewirtschaftung von Abfalldaten und die Abschätzung der Treibhausgasemissionen in den jeweiligen Ländern verbessert werden können. Ferner wurden in beiden Ländern Minderungsoptionen unter dem Gesichtspunkt ihrer Auswirkungen auf die Verringerung der Treibhausgasemissionen analysiert. Dabei wurde herausgestellt, dass die Vermeidung von abbaubaren organischen Stoffen im Abfall eine wichtige Möglichkeit zur Minderung von Treibhausgasen darstellt.

Gruppenfoto von Teilnehmenden des Trainings in Jordanien; Foto: ©Brian McCarthy/RWA

Die Workshops waren nicht nur für die Verbesserung des technischen Wissens der Teilnehmer*innen in beiden Ländern von Nutzen, sondern auch für die Zusammenführung von Vertreter*innen sowohl auf nationaler als auch auf subnationaler Regierungsebene aus den Bereichen Klima und Abfallwirtschaft.

Südafrika hat kürzlich seinen dritten Biennial Update Report (BUR) abgeschlossen, und die Workshop-Teilnehmer*innen können ihr neu erworbenes Wissen nun für dessen Überprüfung nutzen. Der Workshop wurde gemeinsam vom Information Matters Projekt und dem IKI-Projekt „Climate Support Programme“ (CSP) ausgerichtet. CSP unterstützt das südafrikanische „Department of Environmental Affairs“ (DEA) bei vielen Aktivitäten in den Bereichen Minderung, Transparenz und Messung, Berichterstattung und Verifizierung (MRV).

Eine dieser Aktivitäten ist auch die Unterstützung des THG-Verbesserungsprogramms des DEA zur Erhöhung der Genauigkeit Südafrikas ́s Inventars sowie des damit verbundenen THG-Berichtsprogramm zur Verbesserung der nationalen und internationalen Berichterstattung (z. B. durch eine unabhängige Überprüfung des dritten BURs). Darüber hinaus war der Workshop ein Beitrag zum CSP Abfall-Flaggschiffprogramm, das in Zusammenarbeit mit DEA ́s Abfallabteilung und 12 teilnehmenden Gemeinden umgesetzt wurde, die ebenfalls am Training teilnahmen. Schließlich war der Workshop ein Beitrag zu CSP´s Unterstützungsprogramm für den subnationalen Sektore, insbesondere kleine Gemeiden und Kreisverwaltungen. Dieses Local Government Support Programme, das in Zusammenarbeit mit der Unterabteilung "Minderung" der DEA Abteilung für Klimawandel durchgeführt wird, soll subnationale Klimaschutzmaßnahmen in verschiedenen Sektoren befördern, darunter auch im Abfallsektor.

Gruppenpräsentation in Jordanien zum Thema Datenfluss; Foto: ©Isabela Santos/GIZAuch Jordanien arbeitet an der Berichterstattung unter der VN-Klimarahmenkonvetion. Das Land wird voraussichtlich seine vierte Nationale Berichterstattung und den zweiten BUR im Jahr 2019 vorbereiten und 2020 einreichen. Im Bereich der Nationally Determined Contributions (NDC) unterstützt die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) das jordanische Umweltministerium mit dem Projekt “Aufbau eines effektiven Mechanismus zur Überarbeitung und Umsetzung der jordanischen NDC“. Im Rahmen dieses IKI-Projekts wird erwartet, dass Jordanien sein MRV-System für den Abfallsektor entwickelt und die notwendigen Rahmenbedingungen für die nationale Transparenzberichterstattung. Das dreitägige Training wurde zusammen von diesem IKI- und dem Information Matters Projekt organisiert und bot den Teilnehmenden Raum sich über Berichterstattungssysteme und deren Umsetzung auszutauschen.

Das Projekt "Information Matters" unterstützt Entwicklungs- und Schwellenländer seit 2013 beim Aufbau von technischen und institutionellen Kapazitäten, sodass alle Anforderungen an die Berichterstattung unter der VN-Klimarahmenkonvention erfüllt werden können. Zudem solle die Grundlage für die Einrichtung nationaler Systeme geschafft werden, damit die Länder auch den Berichterstattungsanforderungen unter dem zukünftigen erweiterten Transparenzrahmen (Enhanced Transparency Framework - ETF) des Pariser Abkommens nachkommen können. Weitere Trainings zum Abfallmanagement sind in Algerien und dem Königreich Eswatini geplant.