14.10.2010

Treibhausgas-Monitoring in Windenergie-Projekt getestet

Wie misst man, ob und in welchem Maße ein Projekt zum Klimaschutz beiträgt? Gerade im Kontext der Klimaverhandlungen ist es wichtig, dass Klimaschutzmaßnahmen mess-, bericht- und verifizierbar sind (measurable, reportable, and verifiable, MRV). Solche Wirkungen sind umso schwerer zu erfassen, wenn ein Projekt eher indirekt dazu beiträgt, Emissionen zu mindern. Die Internationale Klimaschutzinitiative (IKI) fördert beispielsweise auch viele Projekte, die politische Entscheidungsträger in den Partnerländern in Sachen Klimaschutz und nachhaltige Energieversorgung beraten. Solche Maßnahmen mindern Emissionen nicht direkt, sondern verbessern die Rahmenbedingungen dafür.

Die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) GmbH hat nun in einem IKI-Projekt einen Ansatz zum Treibhaugas (THG)-Monitoring getestet, der bei der Quantifizierung der Klimaschutzwirkung eines Politikberatungsprojekts helfen kann. Das betreffende IKI-Projekt unterstützt Vietnam beim Ausbau der Windenergie. Das Land braucht einen geeigneten ordnungspolitischen Rahmen mit verlässlichen Bedingungen für private Investoren. Im Auftrag des BMU berät die GTZ die vietnamesische Regierung bei der Entwicklung von Förderinstrumenten nach Vorbild des deutschen Erneuerbare-Energien-Gesetzes, der Windenergieplanung in den Provinzen und der Unterstützung des Privatsektors beim Aufbau netzgekoppelter Windparks. Werden die durch das Projekt angestoßenen Maßnahmen erfolgreich umgesetzt, kann dies zu einem Ausbau der erneuerbaren Energien in Vietnam beitragen und so Treibhausgasemissionen reduzieren.

Um die Klimaschutzleistungen des Projekts zu quantifizieren, testet die GTZ pilothaft eine neue Methode für das THG-Monitoring indirekter Klimawirkungen. In der Methode werden im Wesentlichen nationale Klimaschutzziele identifiziert. Dann wird analysiert, welche Barrieren den Weg zur Erreichung der Ziele behindern. Mit Hilfe von Experteninterviews werden die verschiedenen Barrieren gewichtet und beziffert, zu wie viel Prozent sie die Zielerreichung verhindern. Ist am Ende eines Projektes eine Barriere vollständig überwunden und das nationale Klimaschutzziel umsetzbar, wird ihr anteilig die entsprechende Minderungswirkung (in Tonnen CO2) angerechnet. Diese Messmethode ist ein Beitrag in der Debatte um die MRV-Methoden in einem zukünftigen, internationalen Klima-Regime. Sie muss aber noch verfeinert und weiterentwickelt werden. Das BMU speist die Ergebnisse aus der Pilotanwendung in den weiteren Diskussionsprozess zu MRV ein.


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