18.06.2019

Ukraine: Mehr Know-How über Energieeffizienz und passende Fördermöglichkeiten

Umfassende Gebäudesanierung; Foto: Tyurin Danyil Olehovich

Umfassende Gebäudesanierung; Foto: Tyurin Danyil Olehovich

Im April 2019 starteten 34 Universitäten aus der ganzen Ukraine eine Kooperation zur Umsetzung eines Trainingsprogramms für sogenannte Energie-Auditorinnen und -Auditoren mit dem ukrainischen Energieeffizienzfonds (EEF) und dem Ministerium für Regionale Entwicklung, Bauen, Wohnen und Kommunalwirtschaft der Ukraine (MinRegion).

Ziel der Zusammenarbeit ist es, die didaktischen Fähigkeiten und fachliches Wissen von diesen Energie-Auditoren zu stärken. Ausgebildete Energie-Auditoren sind mit ihrem Know-How rund um das Thema Energieeffizienz von großer Bedeutung, um die Qualität zukünftiger, vom EEF unterstützter Sanierungen von Mehrfamilienhäusern zu gewährleisten und somit sicherzustellen, dass die geplanten Energieeinsparungen erreicht werden. Darüber hinaus spielen Energie-Auditoren als Berater der Wohnungseigentümergemeinschaften bei der Bewerbung auf finanzielle Unterstützung durch den EEF eine zentrale Rolle.

Der EEF wurde 2018 von der ukrainischen Regierung mit Unterstützung der Europäischen Union und dem deutschen Bundesumweltministerium (BMU) eingerichtet, um Sanierungen im Gebäudesektor zu bezuschussen. Denn hier liegt in der Ukraine großes Einsparpotential: Durch bessere Wärmedämmungen und moderne Heizsysteme verbrauchen energetisch modernisierte Wohngebäude weniger Energie und reduzieren die Energiekosten für Privathaushalte.

Erfassung der Wärmeverluste mit einer Wärmebildkamera; Foto: Shutterstock/Alpa Prod

Da die Wohnungseigentümer zumeist nicht über die finanziellen Mittel für die Baumaßnahmen verfügen, springt der Fonds mit Zuschüssen ein. Der Staat profitiert, da er weniger energiebezogene Sozialsubventionen aufbringen muss. Der Fonds für Energieeffizienz finanziert sich sowohl aus ukrainischen als auch aus deutschen und europäischen Mitteln. Der deutsche Beitrag beträgt seit 2018 insgesamt 20 Millionen Euro. 

Der Kooperationsstart erfolgte im Rahmen einer Konferenz im polytechnischen Institut Kiew, an der auch Vize-Premierminister Hennadij Subko sowie die Geschäftsführerin des Energieeffizienzfonds Julia Holovatyuk-Unguryanu teilnahmen.

Nach dem Konzept „Train the Trainer“, bei welchem Expertinnen und Experten lernen, mit welchen Methoden und pädagogischen Mitteln sie ihr Fachwissen am besten weitergeben können, werden bis zu 70 Mitglieder der Partneruniversitäten das neue Trainingsprogramm durchlaufen, das die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH im Auftrag des BMU entwickelt hat. Die geschulten Fakultätsmitglieder verfügen danach über die nötigen Fertigkeiten, um das Programm zukünftig eigenständig an ihren jeweiligen Universitäten anbieten und so ihrerseits weitere Energie-Auditoren ausbilden zu können.

 Ausbildung von Energieberaterinnen und -beratern nach dem Konzept Train the Trainer; Foto: Shutterstock/Ivan SmukDie erste Schulung beginnt im Juni und läuft über zwei Wochen; es werden noch 4 weitere solcher Lehrgänge im Laufe des Jahres folgen. Dazu werden die Auszubildenden in fünf Gruppen aufgeteilt. Im Anschluss werden die ausgebildeten Fakultätsmitglieder jeder Hochschule dabei unterstützt, ähnliche Ausbildungsprogramme an ihren Universitäten einzurichten. Die GIZ wird den Hochschulen Schulungsmaterialien, allgemeine Beratung, Unterstützung zur Etablierung sowie technisches Equipment zur Verfügung stellen, die für die Schulungen benötigt werden.

Nach Abschluss dieses Programmes werden insgesamt bis zu 350 Energie-Auditorinnen und Auditoren ihre Zulassung erhalten, die Voraussetzung zur Ausstellung von Energiezertifikaten ist. Erfolgreiche Absolventinnen und Absolventen des allgemeinen Teils des Trainings sowie Bewerberinnen und Bewerber, die bereits gelernte Energie-Auditoren sind, werden weiter in den Themen Gefahrenstoffe, Bewertung, Prüfung und Zertifizierung von Gebäuden, Implementierung von Maßnahmen sowie zu spezifischem Wissen über den EEF und zu Wohnungseigentümergemeinschaften ausgebildet.