10.04.2017

UN-Konferenz für eine grüne Wirtschaftswende

Zwei Arbeiter mit Schutzhelömen stehen auf einer Solardachanlage und säubern sie mit Wasser und Wischer.

v.l.n.r.: Erik Solheim (Head of UN Environment), Edna Molewa (Umweltministerin von Südafrika), Barbara Hendricks (Umweltministerin von Deuschland), Karolina Skog (Umweltministerin von Schweden), Minho Lee (Stellv. Umweltminister von Südkorea), Marc Chardonnens (Direktor des schweizerischen Bundesamtes für Umwelt (BAFU)), Frank Rijsbermann (Direktor des Global Green Growth Institute (GGGI)) Lars Andreas Lunde (Staatssekretär, Klima- und Umweltministerium Norwegen); Foto: © BMUB/Sascha Hilgers

Die Zweite Ministerkonferenz des UN-Bündnisses „Partnership for Action on Green Economy“ (PAGE)  am 27. und 28. März 2017 in Berlin stellte realistische Alternativen für einen grünen und fairen Umbau der Volkswirtschaften und des Welthandels ins Zentrum der Diskussion. Zusammen mit PAGE hatte  Bundesumweltministerin Barbara Hendricks als Gastgeberin der internationalen Konferenz  400 Teilnehmende aus 45 Ländern eingeladen, darunter 15 Minister und Staatssekretäre. Unter dem Titel "Inclusive and Sustainable Economies – Powering the Sustainable Development Goals" gab es intensive Diskussionen, um den Trend für grüne und sozial gerechtere Wirtschaftsformen zu beschleunigen.

Die Dringlichkeit eines  strukturellen Wandels, um die natürliche Lebensgrundlagen auf diesem Planeten zu erhalten und soziale Stabilität langfristig zu sichern, war der Ausgangspunkt der Diskussionen und Gespräche unter den hochrangigen Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Zivilgesellschaft, Gewerkschaften, Unternehmen und Wissenschaft. Die 2030-Agenda für nachhaltige Entwicklung und das Pariser Klimaabkommen erfordern eine klare Weichenstellung für Finanzflüsse und Infrastruktur.  Tatsächlich hat der Umbau bereits begonnen und es gibt vor allem im Energiebereich funktionierende  Modelle, um die Dekarbonisierung unserer Wirtschaften voranzutreiben und gleichzeitig gute Jobs zu schaffen und Wohlstand gerechter zu verteilen. 

Das PAGE-Aktionsbündnis, bestehend aus den UN-Organisationen UN Environment, ILO, UNDP, UNIDO und UNITAR, unterstützt Länder weltweit dabei, strategische Politikansätze für den erforderlichen Strukturwandel zu entwickeln und umzusetzen. Im Fokus der diesjährigen PAGE Konferenz standen die Themen „Grüne Investitionen“, „Nachhaltige Lebensstile“ und „Inklusives Wachstum“. Eine zentrale Frage war zum Beispiel: Was motiviert milliardenschwere Investoren, in eine nachhaltige Zukunft zu investieren? Als gutes Beispiel wurde hier das deutsche Erneuerbare Energien Gesetz angeführt und Offenlegungspflichten im Finanzsektor diskutiert. Eine weitere Frage war: Was essen, trinken, konsumieren wir in Zukunft und wie sehen Geschäftsmodelle dafür aus, die nicht die Erde und unsere Gesundheit ruinieren? Konkrete Initiativen dazu wurden in den Bereichen Recycling, Wasserwirtschaft, ressourceneffiziente Produktionsmethoden und einer ökologischen Lebensmittelindustrie vorgestellt.

Ein weiteres Diskussionsforum behandelte "Migration, environmental sustainability and action for inclusive green growth". Foto: © BMUB/Thomas Trutschel

Zudem wurden auf der Konferenz internationale Erfahrungen mit gesetzlichen und  institutionellen Rahmenbedingungen ausgetauscht, die Geschäftsmodelle für eine „Grüne Industrielle Revolution“ vorantreiben, etwa in der Automobil- und Logistikbranche. Die vielfältigen Blickwinkel und Erkenntnisse von Politik und Praxis, CEOs und NGOs sollen dem notwendigen Strukturwandel zur Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele der 2030-Agenda und des Klimaabkommens von Paris auch im Kontext der deutschen G20-Präsidentschaft Rückenwind geben. Einige „Pioniere des Wandels“ zeigten auf der Konferenz eine Ausstellung konkreter Beispiele, etwa das Borderstep Institute for Innovation and Sustainability, das unter anderem stromfreie Kühlschränke und Mooswände gegen Feinstaub vorzeigte. 

Außerdem gab die Green Growth Knowledge Platform (GGKP) auf der Konferenz den Startschuss für ihr neues Portal „Virtual Policy Solutions Centre“ mit einer anschaulichen „Best Practices Database“ sowie einem Expertenpool „Green Growth Expert Connect“ . Am Vorababend der Konferenz fand bereits eine Mediendebatte mit dem Titel "Whose Prosperity? How Can We Build Inclusive, Sustainable Economies?" statt. 

Das BMUB unterstützt und begleitet seit mehreren Jahren die Aktivitäten von PAGE und fördert das Bündnis im Rahmen der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) mit dem Projekt „Förderung kohlenstoffarmer Entwicklung durch ökologisches Wirtschaften in Zusammenarbeit mit der Partnership of Action on Green Economy PAGE“. Das Team des Vorhabens unterstützte gemeinsam mit dem ebenfalls durch die IKI geförderten Projekt  „Strategische Umweltdialoge“ die Organisation der Konferenz durch die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH.



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