26.11.2019

Uruguay präsentiert nationalen Anpassungsplan für die Landwirtschaft

Präsentation des Nationalen Anpassungsplans; Foto: FAO Americas

Präsentation des Nationalen Anpassungsplans; Foto: FAO Americas

Der Nationale Plan für die Anpassung der Landwirtschaft an Klimaschwankungen und an den Klimawandel (PNA-Agro) wird von Uruguay als strategisches Instrument genutzt, um die nationalen Klimaschutz- und Anpassungszusagen seines ersten Nationalen Klimabeitrags (NDC) im Rahmen des Pariser Klimaschutzabkommens zu erfüllen und gleichzeitig einen Beitrag zu den Zielen für nachhaltige Entwicklung zu leisten.

PNA-Agro umfasst eine Strategie bis 2050 und einen Aktionsplan bis 2025. Die vorgesehenen Anpassungsmaßnahmen betreffen die vier Bereiche

  • Produktionssysteme
  • Ökosysteme und natürliche Ressourcen
  • Lebensgrundlagen
  • institutionelle Kapazitäten.

Damit werden insbesondere diese Ziele verfolgt: Steigerung der allgemeinen Anpassungsfähigkeit und Resilienz, Verbesserung der ländlichen Lebensgrundlagen durch die Einführung von nachhaltigen Systemen der Tier- und Pflanzenproduktion, Entwicklung und Transfer von Technologien, Informationssystemen, Klimaversicherungen und resilienter Infrastruktur, Förderung von Best Practices, Bauernnetzwerken und ‑organisationen sowie Stärkung der institutionellen Anpassungskapazitäten.

Die Anpassung der Landwirtschaft an Klimaschwankungen und an den Klimawandel ist in Uruguay nicht erst mit PNA-Agro zu einer Priorität geworden. So beruhen die NDC-Verpflichtungen des Landes auf Strategien, die bereits 2010 vom Ministerium für Viehzucht, Landwirtschaft und Fischerei (MGAP) festgelegt wurden und seitdem umgesetzt werden. Dem nationalen Plan selbst sind mehr als zehn Jahre Forschung und verschiedene landesweite Studien vorausgegangen, die zu besseren Entscheidungen in der Anpassungspolitik beigetragen haben, wie zum Beispiel die Studie „Clima de cambios. Nuevos desafíos de adaptación en Uruguay“.

Der entsprechende Prozess wurde von der Abteilung Nachhaltigkeit und Klimawandel des dem MGAP nachgeordneten Amts für Agrarprogramme und Agrarpolitik (OPYPA) geleitet und mit dem Klimaschwankungs- und Klimawandel-Reaktionssystem (SNRCC) abgestimmt. Fachliche Unterstützung haben das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) und die Welternährungsorganisation (FAO) im Rahmen des Programms „Unterstützung für Entwicklungsländer, die Agrarsektoren in nationale Anpassungspläne zu integrieren“ (NAP-Ag) geleistet, das über die Internationale Klimainitiative (IKI) vom Bundesumweltministerium finanziert wird.

Auftaktveranstaltung zum Nationalen Anpassungsplan von Uruguay; Foto: FAO Americas

Bei der Auftaktveranstaltung für PNA-Agro erklärte der Resident Representative des UNDP in Uruguay, Stefan Liller, der Plan werde zu einer tiefgreifenden Veränderung des Sektors und letztlich zu einem resilienteren und besser angepassten Modell der Agrarwirtschaft beitragen. Vicente Plata, Leiter der FAO-Vertretung in Uruguay, befand, das Dokument enthalte „eine Reihe von Empfehlungen zur Bewältigung der Herausforderungen, die wissenschaftlich fundiert sind und auf den Kenntnissen und Kapazitäten der Institutionen beruhen. Damit wurden wichtige Voraussetzungen für die Anpassung des uruguayischen Agrarsektors an Klimaschwankungen und an den Klimawandel geschaffen“.

Wie die nationale Koordinatorin des NAP-Ag Cecilia Jones bei der Veranstaltung herausstellte, ist der Plan das Ergebnis eines dreijährigen partizipativen Prozesses zur Identifizierung, Ordnung und Priorisierung geeigneter Klimamaßnahmen. 2017 fanden Konsultationen in Form von Anpassungsgesprächen statt, an denen mehr als 200 Vertreterinnen und Vertreter aus dem privaten und öffentlichen Sektor sowie aus der Wissenschaft und der Zivilgesellschaft beteiligt waren. In diesen Gesprächen wurden die wesentlichen Folgen der Klimaschwankungen und des Klimawandels sowie zentrale Anpassungsstrategien für die verschiedenen Produktionssysteme, für Frauen im ländlichen Raum und für landwirtschaftliche Familienbetriebe herausgearbeitet. Darüber hinaus fanden an Landwirtschaftsschulen im ganzen Land Workshops zum Thema Anpassung statt, an denen fast 450 junge Menschen teilnahmen. Im Juli dieses Jahres wurde dann bei einem Treffen zwischen Vertreterinnen und Vertretern aus öffentlichen landwirtschaftlichen Einrichtungen, Bauernorganisationen, subnationalen Regierungen und Verwaltungen sowie aus der Wissenschaft und der Zivilgesellschaft die Inhalte des nationalen Plans vorgestellt, diskutiert und beschlossen. Insgesamt waren an der Ausarbeitung der Strategie mehr als 950 Personen beteiligt.