06.11.2015

Verschrottung von Kühlschränken

Person transportiert Kühlschrank auf Sackkarre

Entsorgung eines Kühlschranks. Foto: GIZ Proklima

Das Montrealer Protokoll wurde im Jahr 1987 verabschiedet, um die Produktion und den Verbrauch von ozonschädlichen Substanzen (ODS) wie Fluorchlorkohlenwasserstoffen (FCKW) und teilhalogenierten Fluorchlorkohlenwasserstoffen (HFCKW) zu kontrollieren und stufenweise abzubauen. Die Substanzen werden hauptsächlich als Kältemittel in Kühlsystemen, beispielsweise in Kühlschränken und Klimaanlagen, oder für die Produktion von Schaumstoffisolierungen verwendet. Obwohl das Montrealer Protokoll zu den wirkungsvollsten internationalen Vereinbarungen zählt, sind immer noch große Mengen an ODS unkontrolliert in genutzten und stillgelegten Geräten vorhanden, da das Montrealer Protokoll nicht die Entsorgung dieser Geräte und enthaltener Gase abdeckt. Dort bilden sie "ODS-Banken", so nennt man die gespeicherten Bestandsemissionen in Altgeräten, Schäumen und Produkten. Häufig werden diese Geräte auf Müllhalden entsorgt, ohne dass die Gase vorher fachgerecht entsorgt werden. Diese entweichen dann ungehindert in die Atmosphäre, wo sie den Klimawandel verstärken und die Ozonschicht schädigen. Das relative Treibhauspotenzial des Kühlmittels HFCKW-22 ist beispielsweise um 1800 Mal höher als das von Kohlenstoffdioxid.

Die neue Studie "Management und Entsorgung von bestehenden ozonschädlichen Banken" zeigt auf, welche Ansätze es für eine fachgerechte Entsorgung gibt. Das relative Treibhauspotenzial von bestehenden ODS-Banken beträgt in etwa 16.8 Gigatonnen an CO2-Äquivalent. Das entspricht zum Vergleich den 11-fachen Treibhausgasemissionen des deutschen Transportsektors des Jahres 2012. Diese Zahlen verdeutlichen die Notwendigkeit, ODS Banken kontrolliert zu erfassen und sachgerecht zu vernichten, bevor sie unkontrolliert in die Atmosphäre entweichen können. Dazu bedarf es allerdings, vor allem in Entwicklungs- und Schwellenländer, der notwendigen Expertise und Technologie. Hier setzt das IKI-Projekt "Management und Entsorgung bestehender, ozonschädlicher Substanzen in ODS-Banken" an und unterstützt Kolumbien, Ghana, Tunesien und die Dominikanische Republik bei der Entwicklung und Umsetzung nationaler Strategien für das Management und die Entsorgung von ODS-Banken. Gleichzeitig wird die Entwicklung regionaler und nationaler Kooperationen rund um das Thema befördert mit dem Ziel, signifikante Emissionsreduzierung bei ODS Banken herbeizuführen.

Ende September konnten sich nationale Ozonbeauftragte und Repräsentanten der Ministerien der Partnerländer in Deutschland einen Überblick über effektives Management und sachgerechte Entsorgung und Vernichtung von ODS verschaffen. Im Mittelpunkt der Gespräche standen Sammlung, Recycling, Gewinnung und Zerstörung von ODS. Dazu besuchten die Delegierten eine Sammelstelle für Elektroschrott, eine Anlage zum Recycling von Kühlschränken sowie Unternehmen, die sich auf die Rückgewinnung von Kühlmitteln aus Endgeräten spezialisiert haben und diese als Sekundärrohstoffe aufbereiten.

Das Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) finanziert das Vorhaben über die Internationale Klimaschutzinitiative (IKI) mit 4,5 Millionen Euro über einen Zeitraum von fünf Jahren. Das Projekt wird von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) umgesetzt.