20.04.2021

Voneinander lernen: Deutsch-Indische Arbeitsgruppe Biodiversität

Foto: iStock / studiocasper

Indien gehört zu den sogenannten „Megadiversity-Ländern“, das heißt: Das Land zeichnet sich durch eine extrem hohe Artenvielfalt aus. Gleichzeitig finden sich hier auch sogenannte „Biodiversity Hotspots“, also Orte, an denen diese hohe Artenvielfalt (gemessen an Gefäßpflanzen) stark bedroht ist. Der Schutz der Biodiversität ist daher auch Gegenstand der bilateralen Zusammenarbeit des deutschen und des indischen Umweltministeriums. 

Vorbereitung für die CBD COP 15 und den neuen globalen Biodiversitätsrahmen 

Im Februar 2021 fand die zweite Sitzung der Deutsch-Indischen Arbeitsgruppe Biodiversität unter Beteiligung des indischen Ministeriums für Umwelt, Wald und Klimawandel (MoEFCC) sowie des Bundesumweltministeriums (BMU) statt. Auf deutscher Seite nahm auch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) teil.

Gegenstand der Sitzung waren Themen im Bereich des Schutzes und der nachhaltigen Nutzung der biologischen Vielfalt, die für beide Seiten von Interesse sind – sowohl bilateral als auch im Hinblick auf die 15. Vertragsstaatenkonferenz der Biodiversitätskonvention (CBD COP 15) und den neuen globalen Rahmen für die biologische Vielfalt für die Zeit nach 2020.

Besonderes Augenmerk legten die Teilnehmenden auf Ansichten, Herausforderungen und Anliegen bei den folgenden Themen: 

  • Umsetzung, Monitoring, Berichterstattung und Überprüfung 
  • Mainstreaming, also der Verankerung von Biodiversitätskriterien in allen relevanten Sektoren der Volkswirtschaft
  • gerechter Vorteilsausgleich aus der Nutzung genetischer Ressourcen (ABS) und digitalen Sequenzinformationen (DSI)
  • Ressourcenmobilisierung zur Umsetzung des neuen globalen Rahmens. 

Dabei konnten einige Übereinstimmungen gefunden werden.

Darüber hinaus tauschten sich die Ministerien über die in Deutschland und Indien bestehenden Initiativen, Wünsche und Herausforderungen auf dem Gebiet des Naturschutzes, der Biodiversität und des „One Health“-Ansatzes aus. 

Zunächst wurde ein Überblick über die bilaterale Zusammenarbeit gegeben, inklusive der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) und des IKI-Corona-Response-Pakets. Bei der Vorstellung der IKI standen der Förderbereich Biodiversität und die Zusammenarbeit mit Indien im Mittelpunkt. 

Anschließend diskutierten die Teilnehmenden über mögliche Themen für die künftige Zusammenarbeit. Ein vertiefter Austausch soll im Rahmen einer Roundtable-Diskussion stattfinden.

Gemeinsame Basis für den Schutz der Biodiversität

Die Deutsch-Indische Arbeitsgruppe Biodiversität ist im Kontext der Deutsch-Indischen Umweltforen angesiedelt, die vom BMU gemeinsam mit dem Asien-Pazifik-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft (APA) ausgerichtet werden. 

Mit der Arbeitsgruppe streben beide Länder an, den Austausch und die Kooperation im Bereich der Biodiversität zu stärken. Neben dieser gibt es zudem Arbeitsgruppen zu den Themen Abfallmanagement und Kreislaufwirtschaft, Wassermanagement und Klima.

Auf dem Weg zur CBD COP 15 und zum neuen globalen Rahmen für die biologische Vielfalt spielt diese Form des bilateralen Austauschs im Vorfeld eine wichtige Rolle, um gemeinsame Standpunkte zu finden und damit eine erfolgreiche CBD-Vertragsstaatenkonferenz zu ermöglichen. 

Die IKI unterstützt auf vielfältige Weise auch die Arbeiten am neuen globalen Biodiversitätsrahmen.