26.02.2020

Wandel der Küstenregion im Mekong-Delta

Mutter und Kind in einem Kanu

Mutter und Kind fischen in einem Shrimp-Teich in einem Mangrovengebiet. Provinz Ca Mau, Vietnam. Foto: SNV Netherlands Development Organisation

Den Mangrovenwäldern im Mekong-Delta kommt im Hinblick auf Klimaschutz und Klimaanpassung eine große Bedeutung zu. Sie schützen beispielsweise die Bevölkerung vor Extremwetterereignissen und sichern das Einkommen der örtlichen Bevölkerung. Deshalb ist es wichtig, die Mangroven-Ökosysteme zu erhalten und wiederherzustellen.

Ziele, die das kürzlich abgeschlossene IKI-Projekt „Ausweitung von Mangroven-EbA im Mekong-Delta“, auch Mangroven- und Marktprojekt (MAM) genannt, in seiner fast vierjährigen Laufzeit erfolgreich erreichte. Dazu setzte es auf Maßnahmen gegen die Abholzung der Mangrovenwälder, die vielfach der Garnelenzucht weichen müssen. Dabei band es die Garnelenverarbeitungs- und Exportunternehmen über ihre jeweiligen Lieferketten in die Schutzmaßnahmen ein. Außerdem unterstützte das Projekt die Kleinbäuerinnen und Kleinbauern in den Mangrovengebieten bei der Umstellung auf ökologische und nachhaltige integrierte Produktionssysteme, bei denen Garnelen ohne Zerstörung der Mangrovenwälder produziert werden.

Die Projekterfolge

Auf einem Abschlussworkshop, der am 9. Januar 2020 in Ho-Chi-Minh-Stadt, Vietnam stattfand, stellte das Projekt, das niederländischen Entwicklungsorganisation SNV und der Weltnaturschutzorganisation (IUCN) zusammen mit den Provinzregierungen von Ca Mau, Ben Tre und Tra Vinh durchgeführt wurde, nun seine wichtigsten Meilensteine vor.

Zu den wichtigsten zahlenmäßigen Erfolgen gehören der Schutz von 15.600 Hektar Mangrovenwald durch eine nachhaltige Bewirtschaftung mit einem Mangrovenanteil von mehr als 50 Prozent und die Wiederaufforstung von 80 Hektar Mangrovenwald. Außerdem schulte das Vorhaben mehr als 5.500 Bäuerinnen und Bauern in nachhaltigen Produktionsmethoden.Zudem erhielten 3.200 Bäuerinnen und Bauern und zwei Zuchtbetrieben eine entsprechende Zertifizierung. Darüber hinaus gelang es dem Projekt auf Gemeindeebene, bei der Bevölkerung und den lokalen Behörden einen Bewusstseinswandel herbeizuführen. Es vernetzte die Garnelenzuchtbetriebe miteinander, so dass die Bäuerinnen und Bauern sich jetzt zu Gruppen zusammenzuschließen und die Produktion und den Verkauf ihrer Garnelen gemeinsam organisieren können. Dadurch steigerte sich die Produktivität und die Effizienz der Garnelenproduktion, der Marktzugang wurde verbessert und die Entwicklung von nachhaltigen Aquakulturen vorangebracht.

Jörg Rüger, erster Sekretär der Deutschen Botschaft für Umweltfragen und Vertreter des Bundesumweltministeriums (BMU), hob hervor: „Dieses Projekt gehört zu den erfolgreichsten Initiativen, die das BMU in Vietnam finanziert hat. Es hat eindrucksvoll unter Beweis gestellt, wie die Mangrovenwälder geschützt werden können, und hat dafür gesorgt, dass 3.200 Bäuerinnen und Bauern jetzt ein sicheres Einkommen haben. Gleichzeitig werden jetzt im Rahmen einer nachhaltigen Produktion qualitativ hochwertige und nach ökologischen Kriterien zertifizierte Garnelen für Verbraucherinnen und Verbraucher auf der ganzen Welt gezüchtet“.

Der Projektansatz

Der Multi-Stakeholder-Ansatz des Projekts, wie er von Projektleiterin Nguyen Thi Bich Thuy vorgestellt wurde, gilt als wesentlich für den Projekterfolg. Im Rahmen dieses Ansatzes wurden die Bedürfnisse des öffentlichen Sektors im Hinblick auf den Schutz und die Wiederherstellung von Mangrovenwäldern berücksichtigt. Gleichzeitig gelang es, die Privatwirtschaft einzubinden und für das Projekt zu gewinnen und die Existenz der durch den Klimawandel gefährdeten Garnelenzuchtbetriebe durch entsprechende Einkommensverbesserungen zu sichern.

Teilnehmer Abschlussworkshop Mangroves-and-s-ProjektMarketDabei hatte SNV das Ziel, einen „Systemwandel“ herbeizuführen. Dieser soll durch vier Schlüsselkriterien gelingen: Erstens baute das MAM in Zusammenarbeit mit erfolgreichen Unternehmen und wichtigen Akteuren der Garnelenindustrie einen tragfähigen und nachhaltigen Markt für ökologisch zertifizierte Garnelen auf. Zweitens gelang es MAM dafür zu sorgen, dass die Projektansätze von der vietnamesischen Regierung und anderen Organisationen übernommen wurden. So haben UN-REDD/FAO die Maßnahmen von MAM gefördert, und das Projekt Integrated Coastal Resilience and Sustainable Livelihoods der Weltbank plant ebenfalls ein Upscaling seiner Projektmaßnahmen. Drittens mobilisierte das Projekt durch die Entwicklung eines Payment for Ecosystem Services (PFES)-Mechanismus für Aquakulturen zusätzliche Finanzmittel. Dadurch erhalten die Garnelenzuchtbetriebe von den Garnelenverarbeitern jetzt Vorauszahlungen für den Schutz und die Wiederherstellung von Mangroven auf ihrem Betriebsgelände. Und last but not least veränderte das Vorhaben die sozialen Verhaltensweisen und Normen, da die Bäuerinnen und Bauern jetzt verstärkt auf ökologische und nachhaltige Praktiken setzen.


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