04.01.2021

Wasserstoffplattform H2LAC gestartet

Windkraftanlagen

Chile bietet günstige Bedingungen zur Produktion von emissionsfreiem grünen Wasserstoffs. Foto: Programm 4e GIZ Chile

Derzeit wird weltweit nach Lösungen zur vollständigen Dekarbonisierung der Industriesektoren Energie, Transport, Stahl, Chemie etc. gefahndet. Eine zentrale Rolle soll dabei der grüne Wasserstoff spielen. Dieser wird mit Hilfe erneuerbarer Energien per Elektrolyse aus Wasser gewonnen, ohne dass bei der Herstellung CO2 oder andere Treibhausgase anfallen. Ein wichtiges Kriterium für eine erfolgreiche Zukunft wird der Preis von grünem Wasserstoff am Markt sein, denn nach heutigem Stand lässt sich Wasserstoff mit Hilfe fossiler Energieträger und unter Ausstoß von CO2 noch billiger produzieren. Der Grund: Die Energiekosten sind für etwa 80 Prozent des finalen Preises von grünem Wasserstoff verantwortlich. Somit kommen für die ersten großen Produktionsstandorte vor allem Länder mit niedrigen Stromgestehungskosten aus Erneuerbaren in Frage.

Als "Hidden Champion" für grünen Wasserstoff gilt deshalb Chile – ein Land mit den höchsten Sonneneinstrahlungswerten pro Quadratmeter weltweit in der Atacamawüste im Norden und großen Windenergiepotenzialen vor allem in Patagonien. Dank der Unterstützung durch die beiden IKI-Projekte „Förderung der Solarenergie in Chile“ und „Dekarbonisierung des chilenischen Energiesektors“, durchgeführt von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH, konnte sich Chile bereits seit 2014 im Thema grüner Wasserstoff positionieren und entscheidendes Know-how aufbauen. Das Ergebnis: Anfang November 2020 präsentierte Chile seine nationale Wasserstoffstrategie auf dem dritten internationalen Green Hydrogen Summit, der durch das chilenische Energieministerium, die Wirtschaftsfördergesellschaft CORFO und der GIZ gemeinsam organisiert und von Staatspräsident Piñera eröffnet wurde.

Chile - das erste Land Südamerikas mit einer nationalen Wasserstoffstrategie

Damit ist Chile das erste Land Südamerikas mit einer nationalen Wasserstoffstrategie - und beim Thema grüner Wasserstoff der absolute  Vorreiter in der Region. Die bisher in Chile gemachten Erfahrungen und das erlangte Know-how kann anderen Ländern helfen, auch dort das Thema „grüner Wasserstoff“ weiter voranzubringen.

Im Rahmen des IKI-Projekts „Dekarbonisierung des chilenischen Energiesektors“ initiierte das „Programm für Erneuerbare Energie und Energieeffizienz (4e)“ der GIZ Chile darum die Plattform „H2LAC“, um einen Austausch in verschiedenen Ländern Lateinamerikas und der Karibik auf öffentlicher und privater Ebene anzustoßen. Ziel ist es, langfristig ein möglichst enges Netzwerk aus Verbänden, Institution, Ministerien und der Privatwirtschaft zu schaffen, Wasserstoffprojekte bei der Realisierung zu unterstützen -  und somit die Entwicklung von grünem Wasserstoff in der Region nachhaltig voranzutreiben.

Die Plattform wird dabei, zielgerichtet nach nationalen Märkten, den Nutzenden passende und relevante Informationen sowie Inhalte wie Studien oder Online-Seminare anbieten. Zu Beginn stellt das Programm 4e Chile das Gros der Inhalte, weil es bereits über eine sechsjährige Erfahrung im Themengebiet verfügt. Doch Verantwortliche für Klima- und Energieprojekte der GIZ, die in Ländern wie Mexiko, Costa Rica, El Salvador, der Dominikanischen Republik, Kolumbien, Ecuador, Brasilien, Bolivien, Paraguay und Argentinien tätig sind, haben sich bereits angeschlossen und werden bald auch ihre Beiträge den Usern zur Verfügung stellen.


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