14.08.2017

Wege in ein nachhaltiges Energiesystem

Solardächer; Foto: Marco Antonio Lemus R.

Solardächer; Foto: Marco Antonio Lemus R.

Der Faktor Energie spielt eine entscheidende Rolle in vielen Meilensteinen der internationalen Nachhaltigkeits- und Klimapolitik, die beim Pariser Klimaabkommen und in den UN Sustainable Development Goals (SDGs) verabschiedet wurden. Bislang gibt es noch immer Lücken bei der Formulierung einer umfassenden und integrativen Strategie zur Umsetzung der Klima-und Energieziele. Vor allem vor dem Hintergrund, dass in vielen Ländern der Welt kein gemeinsames Verständnis davon herrscht, wie Wege in ein nachhaltiges Energiesystem aussehen können.

Im Projekt »Pathways to Sustainable Energy« der United Nations Economic Commission for Europe (UNECE) will die VN Organisation nun einen politischen Diskurs anregen, in dessen Rahmen gemeinsam mit Vertretern der Energiewirtschaft und internationalen Nichtregierungsorganisationen Strategien entwickelt werden, um ein Energiesystem der Zukunft mitzugestalten. Im Fokus des Projekts steht der offene Dialog zwischen den Akteuren der 56 UNECE Mitgliedsstaaten, und deren sehr unterschiedlichen Anforderungen und Sichtweisen.  Die Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) des Bundesumweltministeriums (BMUB) fördert ein Teilprojekt im Rahmen des Vorhabens „Capacity Development für Klimapolitik im Westbalkan, Mittel- und Osteuropa und Zentralasien“, das zur Erreichung dieser Vision beitragen soll. Das Vorhaben wird von der Deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH durchgeführt.
 
»Es stellt sich die Frage, was genau wir eigentlich tun müssen, um die gesteckten Klimaziele erreichen zu können und welche Parameter in unterschiedlichen Energieszenarien eine Rolle spielen«, erklärt Prof. Dr.-Ing. Christian Doetsch, Bereichsleiter Energie beim Fraunhofer Institut für Umwelt, Sicherheits- und Energietechnik (UMSICHT), der das  kürzlich gestartete Teilprojekt koordiniert. Um diese Frage zu beantworten, sollen zunächst verschiedene Szenarien nachhaltiger Energiesysteme modelliert werden. »Zusammen mit dem Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung sind wir für die technologische Betrachtung der Bereiche Energiespeicherung, Power-to-X-Technologien¹, CO2-Abscheidung und Speicherung (CCS) sowie Energieeffizienz verantwortlich«, so Prof. Doetsch weiter. In diesem Rahmen wird zum Beispiel betrachtet, welchen Beitrag eine Technologie leisten kann, um CO2 einzusparen – aber auch, was eine Technologie an Kosten mit sich bringt und welche Wirkungsgrade eine Rolle spielen.

In einer zweiten Projektphase soll auf Basis der technologisch relevanten Parameter schließlich ein Frühwarnsystem entwickelt werden, das den Fortschritt auf dem Weg hin zu einer nachhaltigen Energiewirtschaft kontinuierlich erfasst, aber auch kritische Punkte offenlegt, sodass korrigierende Maßnahmen eingeleitet werden können.

Das Ziel, ein nachhaltiges Energiesystem der Zukunft zu kreieren, kann letztendlich nur durch einen gewissenhaften Umgang mit natürlichen Ressourcen erreicht werden. Ebenso wichtig ist eine nachhaltige Industrie, die auf einer belastbaren Energie-Infrastruktur basiert, sagt Prof. Doetsch: »Wir hoffen, dass wir durch unsere Forschungsexpertise und im Rahmen unserer Möglichkeiten einen Beitrag dazu leisten können, den Weg zu diesem Ziel ein Stück mitzugestalten.“

 

 

¹„Power-to-X beschreibt die Wandlung von Strom als Primärenergie in einen Energieträger, Wärme, Kälte, Produkt, Kraft- oder Rohstoff. Es ist ein Sammelbegriff für Power-to-Gas, Power-to-Liquid, Power-to-Fuel, Power-to-Chemicals, Power-to-Product und auch Power-to-Heat.“ Quelle: Fraunhofer Institut für Umwelt, Sicherheits- und Energietechnik (UMSICHT)