16.11.2016

Weltklimagipfel in und für Afrika

Eine Frau hält eine Schale mit Erbsen

Anpassung für eine sichere Zukunft; Foto: Flickr / P. Casier (CGIAR)

Afrika war laut Klimarisiko-Index im letzten Jahr der Kontinent, der am stärksten unter Extremwetterereignissen zu leiden hatte und soll im Rahmen der 22. Weltklimakonferenz in Marokko ganz besonders im Fokus stehen.

Das Bundesumweltministerium (BMUB) finanziert bereits seit 2008 über die Internationale Klimaschutzinitiative (IKI) Klima- und Biodiversitätsprojekte in Afrika. 61 Projekte wurden bereits abgeschlossen, 88 weitere befinden sich aktuell in der Durchführung. Ein besonders bemerkenswertes Beispiel, Mali - Pilotprogramm für integrative Anpassungsstrategie soll dabei in Zukunft auch für andere Länder als Vorbild gelten:

Mali ist durch seine geografische Lage besonders stark von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Temperaturen stark ansteigen werden, der Niederschlag unzuverlässiger wird und generell die Variabilität zwischen den Jahreszeiten zunehmen wird. Um sich strategisch und nachhaltig diesen Herausforderungen zu stellen, arbeitet das malische Umweltministerium seit August diesen Jahres an einem nationalen Anpassungsplanungsprozess (National Adaptation Plan Process; NAP). Es gehört damit, neben Grenada, zu einem der beiden durch die IKI geförderten Pilotländer für Anpassung, in denen integrierte Anpassungskonzepte entwickelt werden.

Landschaft am Niger in Mali

Der nationale Anpassungsplanungsprozess wurde bereits in seinen Grundzügen 2010 bei der Weltklimakonferenz in Cancún beschlossen und bezüglich der technischen Richtlinien für Entwicklungsländer im Jahr 2012 präzisiert. Zum einen soll die Verwundbarkeit der Bevölkerung gegenüber den Auswirkungen des Klimawandels reduziert und zum anderen Aspekte des Klimawandels in Entwicklungsstrategien und –planungen auf allen relevanten Ebenen und in allen relevanten Sektoren integriert werden. 

Über das Projekt in Mali wird neben der Entwicklung integrierter Anpassungskonzepte, auch die konkrete Umsetzung von Anpassungsmaßnahmen gefördert.  Rund 100.000 Menschen in der Region sollen durch die  Verankerung von Anpassungsaktivitäten in kommunalen Entwicklungsplänen vom Projekt profitieren.

Andere IKI-Projekte in Afrika konzentrieren sich auf die Minderung von Treibhausgasen im Verkehrssektor, die Förderung Erneuerbarer Energien, auf stabilisierte Ökosysteme als Grundlage für nachhaltige Entwicklung und Anpassung an den Klimawandel, marine Raumplanung oder den Schutz der afrikanischen Regenwälder und gezielte Aufforstung. Das Volumen aller bilateralen Projekte mit afrikanischen Partnerländern liegt derzeit bei 237,5 Mio. Euro, das der regionalen Projekte mit afrikanischen Ländern bei 128,8 Mio. Hinzu kommen etliche globale Projekte mit Beteiligung afrikanischer Partnerländer.