27.11.2015

Wie Brasilien seine Biodiversität und das Klima mit Feuer schützt

Feuerwehrleute beobachten kontrolliertes Feuer in Abenddämmerung

Brände für Klimaschutz und Biodiversität. Foto: ©Leonardo Milano/GIZ Brasilien

Im Zentrum Brasiliens befinden sich die wichtigsten Wasserressourcen Südamerikas und eines der artenreichsten Ökosysteme der Welt. Als Cerrados bezeichnet man die großen Savannenlandschaften, die mit einer Fläche von mehr als zwei Millionen km2 fast sechsmal so groß wie Deutschland sind. Allerdings ist das Biom durch die vorrückende Agrarindustrie und jährlich wiederkehrende Vegetationsbrände bedroht. Beides hat gravierende Konsequenzen: der Verlust eines globalen Kohlenstoffspeichers und der Artenvielfalt, negative soziökonomische Folgen für die lokale Bevölkerung sowie steigende Treibhausgasemissionen und Gesundheitsprobleme durch die Rauchentwicklung. Rund 60 Prozent der landnutzungsbedingten CO2-Emissionen Brasiliens gingen im Jahr 2012 auf den Cerrado zurück.

Das vom Bundesumweltministerium finanzierte IKI-Projekt "Prävention, Kontrolle und Monitoring von Bränden im Cerrado" unterstützt die Verbesserung des Feuermanagements in Kombination mit neuen Monitoringsystemen für Feuer und Entwaldung. Integriertes Feuermanagement ist dabei mehr als reine Brandbekämpfung. Es umfasst auch die Brandprävention, den kontrollierten Umgang mit Feuer, eine nachhaltige Landnutzung, feuerfreie Einkommensalternativen sowie partizipative Planungsprozesse. Konflikte zwischen Umweltschutz und den berechtigten Nutzungsinteressen der lokalen Bevölkerung können dadurch minimiert werden.

Vertreter des brasilianischen Umweltministeriums und weitere Projektpartner haben auf der Sechsten Internationalen "Wildland Fire Conference" ihre Erfahrungen bei der Einführung des integrierten Feuermanagements vorgestellt. Die Konferenz fand vom 12. bis zum 16. Oktober in Südkorea statt und stand unter dem Motto "Fire of the Past, Fire in Future”. Sie ist mit mehr als 3.000 Teilnehmenden aus Praxis, Forschung und Politik die weltweit größte ihrer Art. Unter der Schirmherrschaft des United Nations Office for Disaster Risk Reduction (UN-ISDR) bietet sie eine internationale Plattform für den Erfahrungsausstausch für den Umgang mit Waldbränden.

In der Abschlusserklärung wurde festgehalten, dass internationale Kooperationen zum Feuermanagement verstärkt, kommunale Teilhabe gefördert und das Thema in der internationalen Diskussion um den Klimawandel verankert werden muss. Zudem sollen in Zukunft Politiker, Medien und die Zivilgesellschaft für das Thema Feuermanagement stärker sensibilisiert werden, um Vegetationsbrände effektiver kontrollieren zu können.

Für besondere Aufmerksamkeit sorgte die Ankündigung, dass die nächste Internationale Wildland Fire Konferenz im Jahr 2019 von Brasilien ausgerichtet wird. Das zeigt die zentrale Bedeutung, die das Thema– auch Dank der Beiträge des IKI Projekts – inzwischen für Brasilien hat.

Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH und die KfW-Entwicklungsbank setzen das Projekt seit dem Jahr 2011 gemeinsam mit dem brasilianischen Umweltministerium und weiteren Partnern um.


Weitere Informationen

Projektbeschreibung

Internetseite der Konferenz (englisch)

Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH
Tropenwaldprogramm der GIZ in Brasilien
Projekt Prävention, Kontrolle und Monitoring von Bränden im Cerrado
giz-brasilien(at)giz.de
www.giz.de/brasilien

KfW Entwicklungsbank
Brasilia Office