13.05.2019

Wissen als Schlüssel zur erfolgreichen Klimaanpassung

Foto: PiCP-GIZ/Mali

Foto: PiCP-GIZ/Mali

"Kalan be mogow bo dibi la" - das Sprichwort in der Landessprache Bambanakan besagt, dass es den Menschen durch Lernen gelingen kann, die Dunkelheit zu verlassen. Doch die entscheidende Frage ist, wie man Klimainformationen an diejenigen weitergibt, die sie am dringendsten benötigen, und wie diese Informationen für die Zivilgesellschaft im ländlichen Mali in verständlicher Form vermittelt werden können.

Das vom IKI geförderte PICP-Projekt (Innovative Entwicklungsplanung zur Anpassung an den Klimawandel in Mali) hat 2018 den staatlichen Wetterdienst des Landes beim Aufbau von lokalen Expertengruppen unterstützt. Diesen so genannten GLAM (Groupes Locaux d'Assistance Météorologique) gehören Vertreter der örtlichen Behörden (die Präfekten), der lokalen öffentlichen Dienste (z. B. des Wetterdienstes), des Agrardienstes und anderer zivilgesellschaftlicher Organisationen sowie lokale Medienvertreter an (insbesondere aus dem Rundfunk).

GLAM (Groupes Locaux d'Assistance Météorologique)

Die Mitglieder der GLAM richten Sensibilisierungsworkshops aus, in denen sie Bauern auswählen, von denen die GLAM künftig Niederschlagsdaten erhalten. Im Gegenzug werden die Bauern mit Geräten zur Niederschlagsmessung ausgestattet und in deren Nutzung unterwiesen. Darüber hinaus versorgen die Bauern die GLAM mit Informationen über den Zustand der von ihnen angebauten Kulturen. Die entsprechenden Daten werden durch Textnachrichten oder andere Apps übermittelt. Während der Regenzeit findet alle 10 Tage eine GLAM-Sitzung statt, um die von den Bauern erhobenen Daten zu überprüfen. Die Informationen selbst werden durch saisonale Wettervorhersagen ergänzt. Auf der Grundlage dieser Angaben wird ein kurzer Bericht erstellt, der den Bauern des jeweiligen Distrikts Informationen über die Wettervorhersage, entsprechende Empfehlungen und bei Bedarf auch Hinweise zur Anpassung an die konkret vorhergesagten Wetterverhältnisse liefert. In den sechs von dem Projekt unterstützten Distrikthauptstädten im Süden des Landes haben 168 Radiosender mit einem Senderadius von je 80 km während der Regenzeit 2018 (Mai bis September) insgesamt 67 Berichte erstellt und gesendet.

Finanzielle Herausforderungen

Die GLAMs stehen nun jedoch vor der Herausforderung, die Nachhaltigkeit ihrer Arbeit durch eine Finanzierung aus dem malischen Staatshaushalt sicherzustellen. Zwar werden die GLAM im Staatshaushalt berücksichtigt, doch entweder erreichen die Mittel nicht die lokale Ebene, oder sie reichen zur Deckung der laufenden Kosten nicht aus.

Zur Schließung dieser Finanzierungslücke hat das Projekt in Absprache und Zusammenarbeit mit dem staatlichen Wetterdienst nach Möglichkeiten gesucht, um eine nachhaltige Finanzierung zu gewährleisten, die den Informationsempfängern zugutekommt. Bevor ein solcher Finanzierungsmechanismus jedoch eingeführt werden kann, hängt der Zugang zu den Informationen weiterhin von der Unterstützung durch externe Geber ab.