12.05.2018

Wissenschaftliche Daten für eine erfolgreiche Anpassungsplanung

Als eines der am wenigsten entwickelten Länder (LDC) der Welt ist Benin besonders anfällig für die Auswirkungen des Klimawandels; Foto: GIZ/ Sönke Marahrens

Als eines der am wenigsten entwickelten Länder (LDC) der Welt ist Benin besonders anfällig für die Auswirkungen des Klimawandels; Foto: GIZ/ Sönke Marahrens

Unter großer Beachtung der Öffentlichkeit sowie den politischen und wissenschaftlichen Stakeholdern wurde in Benin am 15. März die Arbeit an wissenschaftlich fundierten Vulnerabilitätsbewertungen aufgenommen. Damit folgt Benin auf Senegal, wo dieser Prozess bereits Anfang des Jahres begonnen wurde. José Tonato, Minister für Umwelt und nachhaltige Entwicklung in Benin, hob während der Veranstaltung die Bedeutung von Klimaanpassungsmaßnahmen für sein Land hervor und betonte, wie wichtig eine belastbare wissenschaftliche Datengrundlage für die politisch Verantwortlichen ist, um eine effiziente und nachhaltige Entwicklung des Landes zu gewährleisten.

Die Teilnehmer der Eröffnungsveranstaltung mit dem Minister für Umwelt und nachhaltige Entwicklung von Benin, José Tonato; Foto: GIZ/ PAS-PNA

Ein wichtiges Instrument für die langfristige Anpassungsplanung ist die Entwicklung und Umsetzung der Nationalen Anpassungspläne (NAP). Darin wird analysiert, welche mittel- und langfristigen Veränderungen zur Verringerung der Anfälligkeit für die negativen Folgen des Klimawandels notwendig sind. Mit dem Start des NAP-Prozesses verankern die Länder die Anpassung an den Klimawandel in ihrer nationalen und sektoralen Entwicklungsplanung. Im Agrarbereich kann dies beispielsweise zur Nutzung neuer Anbaumethoden oder zur Umstellung auf andere Sorten führen, denen die sich wandelnden Witterungsbedingungen weniger anhaben können. Allerdings verfügen die am wenigsten entwickelten Länder der Welt (LDC) oft nur über begrenzte Kapazitäten, um einen soliden und politisch gut etablierten NAP-Prozess umzusetzen.

Das IKI-Projekt „Wissenschaftsbasierte Unterstützung nationaler Anpassungsplan (NAP)-Prozesse in frankophonen LDC in Subsahara-Afrika“ unterstützt seine Partner in Benin, Senegal und Burkina Faso im NAP-Prozess. Das Projekt wird von der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) des Bundesumweltministeriums (BMU) finanziert und von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH in Kooperation mit dem gemeinnützigen Institut für Klimaforschung und Klimapolitik Climate Analytics gGmbH durchgeführt. Ein wesentlicher Schritt in diesem Prozess ist die Erhebung und Analyse von wissenschaftlich verlässlichen Daten über mögliche Auswirkungen des Klimawandels, denn nur auf der Grundlage dieser Daten lassen sich Anpassungsmaßnahmen sinnvoll planen und umsetzen. Das Projekt unterstützt Ministerien, Klimadienstleister und zivilgesellschaftliche Organisationen dabei, ihre wissenschaftlichen Kapazitäten und Kenntnisse über die Auswirkungen des Klimawandels, die damit verbundenen Risiken sowie Anpassungsmöglichkeiten und -strategien zu erweitern.

Zu den Projektmaßnahmen zählen auch Vulnerabilitätsstudien, die dazu dienen, mithilfe wissenschaftlicher Analysen branchenspezifische Risiken zu identifizieren. Dabei werden die derzeit bestehenden sowie die künftigen klimabezogenen Risiken bestimmter Regionen und Sektoren bewertet, die für das Land besonders wichtig sind und deshalb bei der Entscheidung über Anpassungsmaßnahmen priorisiert werden müssen. Wissenschaftler von zwölf Institutionen und nationalen Klimadienstleistern in Benin arbeiten derzeit an Vulnerabilitätsstudien für die Sektoren Landwirtschaft, Wasser und Gesundheit.

Die wissenschaftliche Arbeitsgruppe Landwirtschaft beginnt mit der Arbeit an der Vulnerabilitätsbewertung; Foto: Climate Analytics

Bei den Institutionen handelt es sich um meteorologische Institute und Hochschulen. Sie werden von dem Projekt dabei unterstützt, Daten über potenzielle Risiken im Zusammenhang mit dem Klimawandel zu erheben und zu analysieren und Empfehlungen für geeignete Anpassungsmaßnahmen auszusprechen. Dabei wurden die politischen Entscheidungsträger von Beginn an in den Prozess eingebunden. Dadurch ist gewährleistet, dass die vorgeschlagenen Anpassungsmaßnahmen in allen sektoralen und nationalen Politikfeldern der Partnerländer berücksichtigt werden. In einem nächsten Schritt fließen die erhobenen wissenschaftlichen Daten in politische Planungsdokumente wie die sektorspezifischen oder Nationalen Entwicklungspläne ein, darunter beispielsweise der Nationale Entwicklungsplan für den Gesundheitssektor (PNDS).