02.09.2020

Wissensprodukte für ganzheitlichen Klimaschutz

Foto: iStock.com/lzf

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Im Rahmen des Klimaschutzabkommens von Paris einigten sich die Vertragsstaaten auf ein globales Anpassungsziel: die Verbesserung der Anpassungsfähigkeit, die Stärkung der Resilienz und die Verringerung der Anfälligkeit gegenüber den Auswirkungen des Klimawandels (Artikel 7). Gleichzeitig haben die Vertragsstaaten im Klimaschutzabkommen von Paris anerkannt, dass das Ziel der Klimaanpassung nicht isoliert betrachtet werden darf, sondern eng mit der Minderung der Treibhausgasemissionen (THG-Emissionen) und den allgemeinen Entwicklungsanstrengungen der Länder verbunden ist.

Das neue „Adaptation Briefing: Knowledge Products on Enhancing Climate Actions“ bietet eine umfassende Zusammenstellung aller Wissensprodukte zum Thema Klimaanpassung, die von dem „Unterstützungsvorhaben für die Umsetzung des Klimaschutzabkommens von Paris (SPA)“ veröffentlicht wurden oder zu denen das GIZ-Unterstützungsvorhaben beigetragen hat. Zwischen 2018 und 2019 hatte die Anpassungskomponente von SPA den Auftrag, die laufende internationale Diskussion über Schwerpunkte bei der Klimaanpassung in verständlicher Form zusammenzufassen und einen Beitrag zur Klimadebatte zu leisten. Nach Juni 2019 wurde die Arbeit der Anpassungskomponente in das SPA selbst integriert. Dabei erhielt das Unterstützungsvorhaben den Auftrag, die erarbeiteten Wissensprodukte zu verbreiten, um ihre Reichweite zu erhöhen. Auch wenn alle Publikationen des „Adaptation Briefing“ als Beitrag zum Thema Klimaanpassung veröffentlicht werden, sind sie durch eine ganzheitliche Sichtweise gekennzeichnet, die die Zusammenhänge zwischen Klimaanpassung und Klimaschutz aufzeigt.

Weshalb sind integrierte Klimaschutzmaßnahmen sinnvoll?

Gemäß den Erkenntnissen des „Intergovernmental Panel on Climate Change“ (IPCC) müssen die Länder ihren Treibhausgasausstoß senken und bis 2050 klimaneutral werden. Zur Erreichung dieses Ziels bedarf es einer langfristigen Strategie und mittelfristiger Ziele, wobei den NDCs große Bedeutung zukommt. Zusätzlich zu den THG-Minderungszielen haben die Vertragsstaaten im Klimaschutzabkommen von Paris ein globales Klimaanpassungsziel festgelegt, das ein Gleichgewicht zwischen Klimaanpassung und THG-Minderung vorsieht. Die Nationale Anpassungsplanung (NAP) ist ein wichtiges Instrument, um die Anpassung an den Klimawandel in der Entwicklungsplanung der verschiedenen Sektoren zu verankern. Daher werden die NAP und die Umsetzung der NDCs als einander ergänzende Prozesse betrachtet, denen eine ganzheitliche, integrierte Herangehensweise an einen ambitionierten Klimaschutz zugrunde liegt. Bei der Überführung der Pläne in die praktische Umsetzung in Form von entsprechenden Projekten wird besonders deutlich, wie wichtig eine integrierte Betrachtungsweise ist: Der Klimaschutz, der THG-Minderungs- und Klimaanpassungsmaßnahmen umfasst, soll eine nachhaltige Entwicklung gewährleisten, wie sie in den SDGs skizziert wird.

Impulse zur Überwindung des Silo-Denkens und zur Berücksichtigung verschiedener Sichtweisen

Mit dem „Adaptation Briefing“ setzt das SPA Impulse, um das Silo-Denken zu überwinden und eine Debatte zwischen verschiedenen Organisationen darüber anzuregen, wie ein ganzheitlicher Klimaschutz vorangebracht werden kann. Die Publikation bietet einen umfassenden Überblick über ein breites Spektrum von Themen im Zusammenhang mit der Umsetzung von NDCs und NAP. Jedes „Adaptation Briefing“ gliedert sich in verschiedene Themenschwerpunkte wie Ausrichtung und Kohärenz, Finanzierung, Multi-Level-Governance, naturbasierte Lösungen, Privatwirtschaft, Resilienz, Gesellschaft und Transparenz. Durch die enge Zusammenarbeit mit den SPA-Projektpartnern spiegelt sich in den Publikationen eine Fülle an unterschiedlichen Erfahrungen und Perspektiven wider. Zu den Hauptpartnern von SAP gehören unter anderem das NAP Global Network und dessen Sekretariat beim International Institute for Sustainable Development, das International Institute for Environment and Development, adelphi, der WWF, UNIQUE, Factor und Ricardo.

Hinter den Kulissen: das SPA-Projekt

Das SPA-Projekt fördert mehrere vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) mitbegründete oder finanziell geförderte globale Initiativen und Netzwerke, deren Aufgabe darin besteht die Ressourcen und Kompetenzen der Partnerländer zu stärken. Dadurch werden die Partnerländer in die Lage versetzt, ihre Klimastrategien erfolgreich umzusetzen, den Treibhausgasausstoß zu senken, sich an die Folgen des Klimawandels anzupassen und dies transparent zu kommunizieren.

Die vom SPA geförderten Initiativen und Netzwerke unterstützen das den Aufbau von Kompetenzen und Ressourcen durch Plattformen, auf denen ein politischer Dialog stattfinden und die Länder voneinander lernen können. Dabei werden beispielsweise neue Konzepte und Instrumente entwickelt und bewährte Methoden sowie Erfolgsgeschichten für die Umsetzung von NDCs und Transparenzsystemen ausgetauscht. Auf diese Weise fördert das GIZ-Unterstützungsvorhaben internationale Lernprozessen und sorgt dafür, dass die Agenden für den Klimaschutz, den Schutz der Biodiversität, die Katastrophenvorsorge und die SDGs zunehmend miteinander verknüpft werden.


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