24.07.2020

Zertifizierung von Teakbäumen in Laos

Ein Mann und eine Frau stehen neben einem Baum und halten ein Zertifikat in der Hand.

Das IKI-Projekt FLOURISH 100 Bauern im Norden von Laos dabei unterstützt, Zertifikate für ihre Teakplantagen zu erhalten. Foto: RECOFTC

Etwa 80 Prozent der laotischen Bevölkerung ist zur Einkommenserzielung auf Wälder und deren Ressourcen angewiesen. Leider sind viele Wälder stark geschädigt, wodurch ein Großteil der Familien Mühe hat, grundlegende Bedürfnisse zu decken.

Eines der am stärksten betroffenen Waldgebiete befindet sich in den Provinzen Xayabouly und Bokeo. Zur Lösung des Problems bauen die örtlichen Gemeinden auf kleinen Parzellen mit geschädigten Bäumen Teakbäume an. Ohne Unterstützung und offizielle Zertifikate fehlen ihnen jedoch die kommerziellen Rechte an den Parzellen, so dass sie keinen wirtschaftlichen Nutzen aus den Baumpflanzungen ziehen können.

Wiederherstellung des Waldes durch Stärkung der Eigentumsrechte

Zur Stärkung der Eigentumsrechte und Förderung der Wiederaufforstung der geschädigten Wälder hat die Regierung mehr als 100 Bauern, die ein geringes Einkommen haben, mit Zertifikaten für ihre Teakplantagen ausgestattet. Mit diesen Zertifikaten wird den örtlichen Gemeinden das gewerbliche Recht zur Ernte der Bäume zuerkannt. Dies stellt einen starken Anreiz für die nachhaltige Bewirtschaftung der Plantagen dar. Darüber hinaus bieten die Zertifikate eine gute Voraussetzung für den Aufbau von Geschäftsbeziehungen zu Sägewerken und anderen Kunden. Damit eröffnen sie den seit langer Zeit in Armut gefangenen Bauern die Chance, höhere Einkommen zu erzielen.

„Ich hoffe, dass ich die Bäume mit dem Zertifikat leichter verkaufen und einen höheren Preis erzielen kann, so dass ich künftig besser leben kann“, so der Teakbaumfarmer Sy Oudompone.

Unterstützung durch die Internationale Klimaschutzinitiative (IKI)

Das von der IKI finanzierte Projekt FLOURISH fördert die Wiederherstellung von Waldlandschaften und den Klimaschutz in Südostasien und arbeitet dazu an der Wiederherstellung und Erhaltung der laotischen Wälder. Das Projekt unterstützt die Gemeinden vor Ort dabei, die Voraussetzungen für die Vergabe der Zertifikate zu erfüllen. Zu diesem Zweck sammelt das Projekt Daten über die bewirtschafteten Flächen und die darauf angepflanzten Bäume. Zudem zeigt es den Bauern, wie sie ihre Plantagen sinnvoll bewirtschaften und mit Sägewerken und anderen Kunden am besten verhandeln.

Bislang haben die örtlichen Gemeinden die Bäume häufig gefällt, wenn sie Geld brauchten. Durch den Erwerb von neuen Fähigkeiten und Kenntnissen und die jetzt vorhandene Rechtssicherheit können sie die Plantagen nun nachhaltig bewirtschaften und die Bäume bis zur Reife pflegen – ein Prozess, der mehrere Jahre dauert.

Zertifikatübergabe

Im Rahmen des Projekts haben mehr als 300 Bauern jetzt Zertifikate erhalten. Dadurch, dass die Zertifikate von Ehemännern und Ehefrauen gleichermaßen unterzeichnet werden, habe die Frauen einen Anreiz, sich stärker an der Bewirtschaftung des Waldes zu beteiligen.

Vergrößerung der Walddecke um 70 Prozent

Umgesetzt wird das Projekt von RECOFTC. Die Organisation unterstützt schon seit langem die kommunale Forstwirtschaft in Laos, denn ihre verantwortlichen Akteure sind der Überzeugung, dass die von den örtlichen Wäldern abhängigen Menschen am besten in der Lage sind, sich um den Schutz der Wälder zu kümmern. Die Beteiligung der Gemeinden an Wiederaufforstung und Waldbewirtschaftung trägt direkt zum Ziel der laotischen Regierung bei, die Walddecke bis 2020 auf 70 Prozent der Landesfläche zu vergrößern. Gesündere und nachhaltiger geführte Plantagen sind auch ein Beitrag zum Klimaschutz, denn größere Bäume binden mehr Kohlenstoff aus Treibhausgasemissionen.

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