21.07.2011

Besuch im Klimaschutzprojekt "Harapan Rainforest"

Zur Halbzeit des auf vier Jahre angelegten Klimaschutzprojektes "Harapan Rainforest" im indonesischen Regenwald besuchten hochrangige internationale Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Verbänden das artenreiche Projektgebiet auf der Insel Sumatra. Neben Dr. Rudolf Specht vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU), Vertretern der deutschen Botschaft und NABU-Präsident Olaf Tschimpke kamen Projektbeteiligte und Förderer aus England und Singapur sowie Vertreter der zuständigen indonesischen Behörden zusammen. Außer einem feierlichen Empfang und einer gemeinsamen Baumpflanzaktion stand vor allem die Begutachtung der bisherigen Projektarbeit im Vordergrund. 

Seit Ende 2009 fördert das BMU das "Harapan Rainforest"-Projekt mit mehr als 7,5 Millionen Euro aus Mitteln der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) über die KfW Entwicklungsbank. Im Rahmen einer Partnerschaft mit dem NABU und seinem britischen BirdLife-Partner Royal Society for the Protection of Birds (RSPB) setzt sich die indonesische Regenwald-Stiftung Yayasan KEHI dabei für die Wiederherstellung von zerstörten Lebensräumen und einen effektiven und langfristigen Schutz des artenreichen Waldes ein. Als Beitrag zum Erhalt und der Renaturierung des Waldes als wichtiger Kohlenstoffspeicher wurden inzwischen zahlreiche Baumschulen eingerichtet, in denen dieses Jahr bis zu drei Millionen Jungpflanzen gezogen werden. Damit können mehr als 2.700 Hektar degradierter Regenwald wieder aufgeforstet werden. Mittlerweile wurden dafür mehr als 170 „grüne Jobs“ im Bereich Waldschutz für die lokale Bevölkerung geschaffen. Einige Gemeinden betreiben eigene Baumschulen im Projektgebiet, außerdem gibt es zwei mobile Schulen für die indigene Bevölkerung und einen Arzt, der ihre medizinische Versorgung sicherstellt. 

"Harapan Rainforest" ist eines der ersten Gebiete für so genannte Ökosystemrestauration in Indonesien. Als Pilotprojekt kann es als Modell für weitere 24 Millionen Hektar tropische Wälder in Indonesien dienen, die zurzeit weder aktiv bewirtschaftet noch geschützt werden. Das Projektgebiet ist mit circa 1.000 Quadratkilometern größer als Berlin und beherbergt unzählige vom Aussterben bedrohte Tier- und Pflanzenarten, darunter den Sumatra-Tiger, den Sumatra-Elefanten, den Schabrackentapir und den Höckerstorch, die seltenste Storchenart der Welt. Durch Renaturierung und Schutz dieses Gebietes sollen innerhalb von 30 Jahren zirka 10-15 Millionen Tonnen CO2 gesichert werden.