09.11.2012

National angemessene Minderungsstrategien fördern

Mehrere Menschen an einem Tisch beim Workshop des Mitigation Action Implementation Network

Quelle: CCAP

Viele Schwellen- und Entwicklungsländer haben in den internationalen Klimaverhandlungen zugesagt, im Rahmen ihrer Möglichkeiten mindestens das Wachstum ihrer Treibhausgas (THG)-Emissionen zu reduzieren. Die Industrieländern unterstützen sie durch Technologietransfer und Capacity Building dabei, die notwendigen Fähigkeiten für die Umsetzung aufbauen. In diesem Zusammenhang sind Niedrig-Emissionsentwicklungsstrategie (LEDS) und national angemessene Minderungsmaßnahmen (NAMAs) wichtige Ansätze, um eine klimafreundliche Entwicklung voranzutreiben. LEDS helfen unter anderem, politische und wirtschaftliche Handlungsfelder zu identifizieren und priorisieren, und schaffen geeignete Rahmenbedingungen für eine emissionsarme Entwicklung. Sie bilden dabei eine Grundlage für die Entwicklung von NAMAs. NAMAs sind freiwillige Maßnahmen der Regierungen von Entwicklungsländern, die den THG-Ausstoß reduzieren, zum Beispiel im Energie- oder Verkehrssektor. Für die Entwicklung, Finanzierung und Umsetzung ambitionierter NAMAs brauchen alle beteiligten Akteure Erfolgsmodelle, aus denen sie lernen und auf denen sie aufbauen können. Zudem ist es wichtig, die Wirkung der NAMAs zu messen, zu berichten und zu verifizieren (MRV).

MAIN - Netzwerk zur Umsetzung von Minderungsmassnahmen

Ein Projekt der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI), durchgeführt vom Center for Clean Air Policy (CCAP), Washington D.C./USA, unterstützt die Entwicklung und Umsetzung ambitionierter NAMAs, indem es optimale Vorgehensweisen, effektive Finanzierungsmechanismen und MRV-Methoden identifiziert. Das Mitigation Action Implementation Network (MAIN) besteht aus verschiedenen Akteuren, die sich mit der Entwicklung von NAMAs befassen, wie zum Beispiel staatliche Akteure aus Entwicklungsländern oder Geber. Es fördert den Informationsaustausch zu den Themen MRV und NAMAs zwischen Entwicklungsländern in Lateinamerika und Asien. Das Projekt konzentriert sich außerdem auf die Frage, wie NAMAs finanziert werden können. Es macht Geldgeber auf mögliche NAMAs aufmerksam und bezieht den Privatsektor mit ein. Konkrete Maßnahmen in den Jahren 2011 und 2012 umfassten unter anderem einen globalen Politikdialog zu MRV und der Finanzierung von NAMAs sowie regionale Dialoge mit Regierungsvertretern und anderen Schlüsselakteuren in Asien und Lateinamerika, um Verfahren für die Reduzierung von THG zu erarbeiten, vorzustellen und zu analysieren.

Um diese Debatten zu unterstützen, erarbeitet und präsentiert CCAP Fallstudien zu Erfolgsmodellen aus unterschiedlichen Sektoren sowie Hintergrundpapiere zu thematischen Schlüsselthemen für die Entwicklung und Umsetzung von NAMAs. Jede Fallstudie beginnt mit der Erklärung, wie die jeweilige Maßnahme in die LEDS passt und diese ergänzt. Mit Hilfe des Projekts bereiten einige Partnerländer derzeit Vorschläge für NAMAs auf und nutzen dabei eine von CCAP entwickelte, standardisierte Vorlage.

MAIN verbreitet die gesammelten Erfahrungen. Das Netzwerk trägt mittels des gegenseitigen Lernprozesses und des regionalen und internationalen Wissensaustausches dazu bei, internationale Richtlinien für die Konzeption, die Finanzierung, die Umsetzung und für MRV von NAMAs zu entwickeln. Auf diese Weise verknüpft das Projekt die Umsetzungsebene mit dem internationalen Klimapolitikprozess.


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