21.05.2013

Schwerpunktthema zum Internationalen Tag der Biologischen Vielfalt - Die Vielfalt des Lebens bewahren

Der Internationale Tag der Biologischen Vielfalt

Liegender Baumstamm am Stand

Anstieg des Meeresspiegels an der Küste des Nationalparks Cahuita in Costa Rica, Quelle: Gitti Müller

Seit 2000 gilt der 22. Mai als der "Internationale Tag der Biologische Vielfalt". Ein Datum, das an den 22. Mai 1992 erinnert, an dem sich die internationale Gemeinschaft in Nairobi über den Text des UN-Übereinkommens zur Biologischen Vielfalt einigte. Wenig später, im Juni 1992, wurde das Übereinkommen auf dem Gipfel in Rio de Janeiro zur Unterzeichnung ausgelegt. Die Konvention über die biologische Vielfalt ("Convention on Biological Diversity", kurz: CBD) trat 1993 in Kraft, heute ist sie mit 193 Vertragsstaaten eine der erfolgreichsten Übereinkommen der Vereinten Nationen.

Der Internationale Tag der biologischen Vielfalt hat jedes Jahr ein anderes Schwerpunktthema. 2013 dreht sich alles um die Verbindung von Wasser und Biodiversität, in Anlehnung an das für dieses Jahr von der UN ausgerufene "Internationale Jahr der Wasserkooperation".

Die CBD Mitgliedsstaaten haben sich das Ziel gesetzt, die Vielfalt des Lebens auf der Erde zu schützen, zu erhalten und deren nachhaltige Nutzung so zu organisieren, dass möglichst viele Menschen heute und auch in Zukunft davon leben können. Die Funktionsfähigkeit der Ökosysteme und somit die Lebensgrundlage der Menschheit soll weltweit und auf Dauer gesichert werden. Die Konvention legt einerseits großen Wert auf den Erhalt und die Erforschung der Biologischen Vielfalt, andererseits ist die Art und Weise der Nutzung durch den Menschen klar definiert. Im Verständnis der CBD darf diese nur entsprechend dem Nachhaltigkeitsansatz erfolgen, der ökologische, ökonomische, soziale und politische Belange ausgewogen miteinander verbindet.

Die CBD-Mitgliedsnationen verpflichten sich durch die Ratifizierung des Abkommens sowohl zur Erhaltung der biologischen Vielfalt im eigenen Land als auch zur Unterstützung anderer Länder, insbesondere Entwicklungsländer, bei der Umsetzung der Konventionsziele. Die Internationale Klimaschutzinitiative (IKI) des Bundesumweltminsteriums (BMU) fördert seit 2008 weltweit insgesamt 115 biodiversitätsrelevante Projekte mit einem Gesamtvolumen von rund 387 Mio. Euro. In diesem Rahmen setzt sich die IKI auch für die Erreichung der Ziele des Strategischen Plans 2011 - 2020 der Konvention, sowie u.a. für das CBD Arbeitsprogramm zu Schutzgebieten ein. Die Einrichtung und Erhaltung nationaler und regionaler Schutzgebiete stehen bislang im Zentrum der BMU Unterstützung für die Partnerländer.

Ein wesentliches Ziel der IKI ist es zudem, Synergieeffekte zwischen Klimaschutz, Anpassung an die Folgen des Klimawandels und dem Erhalt der biologischen Vielfalt zu erschließen. Deshalb leisten ein Drittel aller IKI-Projekte in den Bereichen Klimaschutz und Anpassung an die Folgen des Klimawandels gleichzeitig auch einen wichtigen Beitrag zum globalen Schutz der biologischen Vielfalt sowie zur nachhaltigen Nutzung der natürlichen Ressourcen.

Beispiel für ein erfolgreiches IKI Vorhaben mit einer wirkungsvollen Synergie zwischen Biodiversitätsschutz und Anpassung an die Folgen des Klimawandels ist das von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit durchgeführte Projekt "Marine und Küstenbiodiversität in Costa Rica":

Kontext: Costa Rica leidet schon heute unter den Auswirkungen des Klimawandels. Veränderte Niederschlagsmuster, Häufigkeit und Intensität extremer Wetterereignisse, ein Anstieg des Meeresspiegels sowie eine erhöhte Oberflächentemperatur des Meeres sind in dem zentralamerikanischen Land bereits Alltag.

Der Erhalt von marinen Küstenökosystemen ist für das Land von besonderer Wichtigkeit, da diese Ökosysteme eine natürliche Schutzfunktion gegen Sturmfluten, Küstenerosion, Überschwemmungen und Versalzung von Böden und Grundwasser bieten. Costa Rica ist ein Brennpunkt der Biodiversität und Heimat einer hohen Anzahl von endemischen Pflanzen- und Tierarten. In den marinen Gewässern leben rund 6700 marine Arten.

Projekt: Das Projekt verfolgt das Ziel, ein nationales Schutzsystem einzurichten, welches möglichst viele Ökosysteme umfasst. Dazu entwickelt es effiziente Management- und Finanzierungskonzepte, errichtet Strukturen zum Biomonitoring und führt entsprechende Vulnerabilitäts- sowie Risikoanalysen von bereits existierenden aber auch neu einzurichtenden Schutzgebieten durch. Die bei diesen Analysen gewonnen Erkenntnisse dienen als Grundlage für innovative Konzepte und Strategien zur Anpassung an den Klimawandel. Das Personal der Schutzgebiete wird gemeinsam mit anderen relevanten Akteuren, wie beispielsweise lokalen NRO- Vertretern, für Themen wie partizipatives Schutzgebietsmanagement und Klimawandel sensibilisiert und entsprechend fortgebildet. Im Fokus der Maßnahmen und ihrer Wirkung stehen die Zukunftsperspektiven der lokalen Bevölkerung, die in der Küstenregion seit jeher leben und von den Folgen des Klimawandels besonders betroffen sind.