15.02.2018

Weltgrößte Stadtentwicklungskonferenz setzt auf Nachhaltigkeit

Die Petronas-Türme im Stadtbild Kuala Lumpurs; Foto: Unsplash/Ishan

Die Petronas-Türme im Stadtbild Kuala Lumpurs; Foto: Unsplash/Ishan

Das von der UN-Habitat organisierte World Urban Forum 9 (WUF9) in Malaysias Hauptstadt Kuala Lumpur ist am 13. Februar zu Ende gegangen. Mit rund 22.000 Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Wissenschaft, Praxis und Zivilgesellschaft aus 155 Ländern ist es das weltweit größte Treffen für nachhaltige Stadtentwicklung.

Die Ausstellungsräume des World Urban Forums 9; Foto: PB IKI

In ihrer Eröffnungsansprache zur Konferenz betonte die neue UN-Habitat Direktorin Frau Maimunah Mohd Sharif, dass Urbanisierung zu den wichtigsten Themen der Agenda 2030 zählt und es jetzt an die Umsetzung der New Urban Agenda gehe, nach der in Zukunft alle Menschen in inklusiven, sicheren, resilienten und nachhaltigen Siedlungen leben können sollen.

Staatssekretär des Bundesumweltministeriums (BMUB) Gunther Adler sagte bei der Eröffnung des Deutschen Pavillons: "Klimawandel und digitale Transformation werden für die Stadtentwicklung immer bedeutender. Das BMUB hat daher den Schwerpunkt Stadtentwicklung in seiner Internationalen Klimaschutzinitiative fest verankert. Wir unterstützen Städte auch bei der Digitalisierung."

Staatssekretär Gunther Adler (BMUB) bei der Eröffnung des Deutschen Pavillons; Foto: UN-Habitat

Das Themenportfolio „Nachhaltige Stadtentwicklung“ als bereichsübergreifender Förderschwerpunkt der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) wurde erstmals im Rahmen einer Stadtentwicklungskonferenz einem breiten Publikum vorgestellt. Das Networking Event, das durch das IKI Programmbüro organisiert wurde, stieß bei den mehr als 100 Teilnehmenden auf großes Interesse. Seit 2017 fördert das BMUB nachhaltige Stadtentwicklung auch in Verbindung mit digitaler Transformation.

Grußwort von Aisa Kacyira, Deputy Executive Direktor (UN-Habitat); Foto: PB IKI

In über 500 Veranstaltungen wurden auf der WUF9 neue Trends der Stadtentwicklung diskutiert. Aus Sicht der IKI waren vor allem die integrierten Ansätze zu Wasserversorgung, Gender, Luftqualität, Abfall und Gebäude von Bedeutung. Gleichzeitig entwickeln sich neue Monitoringinstrumente für Minderung, Anpassung und Umsetzung der Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) in Kommunen. Große Aufmerksamkeit erhielten auch die Veranstaltungen des kurz nach dem Pariser Klimaschutzabkommen aus Compact of Mayors und Covenant of Mayors der EU zusammen geschlossenen Global Covenant of Mayors for Climate & Energy, dem mittlerweile in 121 Ländern mehr als 7.500 Kommunen angehören, die sich CO2-Minderungsziele gesetzt haben und regelmäßig Fortschrittsberichte einreichen.

Christian Borchard, Referent für Nachhaltige Stadtentwicklung (Programmbüro IKI); Foto: Damian Wagner

Die deutsche Smart City Charta, die Staatssekretär Adler außerdem auf dem World Urban Forum vorstellte, war im Rahmen der nationalen Dialogplattform Smart Cities von rund 70 Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Zivilgesellschaft, Kommunen, Ländern und Bund erarbeitet worden. Darin sind Werte- und Zielverständnis für Smart Cities dargestellt, Chancen und Risiken bewertet sowie Leitlinien und Handlungsempfehlungen erarbeitet.

Hermann Amecke, Referent im Bereich Nachhaltige Stadtentwicklung (BMUB); Foto: Damian Wagner

Das diesjährige WUF9 ist die erste Zusammenkunft seit sich die Staatengemeinschaft Ende 2016 beim UN Habitat III Forum in Quito auf ein neues Leitbild zur Stadtentwicklung, der sogenannten New Urban Agenda, geeinigt hat.