20.06.2017

Bundesumweltministerin besucht IKI Projekte in Costa Rica

Das Logo der Europäischen Klimaschutzinitiative; BMUB

Barbara Hendricks spricht mit dem Präsidenten von Icafe, Ronald Peters. Foto: BMUB/Inga Wagner

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks besuchte Mitte Juni Costa Rica. Dabei ging es vorrangig um die Partnerschaft beider Länder bei der Umsetzung des nationalen Klimaschutzbeitrags (NDC) von Costa Rica sowie um den Schutz und Wiederaufbau von Wäldern im Rahmen der „Bonn Challenge“. Darüber hinaus besuchte Frau Hendricks zwei Klimaschutzprojekte, die aus Mitteln der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) des Bundesumweltministeriums (BMUB) gefördert werden.

Costa Rica ist seit vielen Jahren ein sehr wichtiges Kooperationsland für die internationale Klimakooperation des BMUB. Deutschland unterstützt Costa Rica bei dem Ziel, die Treibhausgasemissionen des Landes in allen relevanten Sektoren zu senken und bis 2021 klimaneutral zu sein. So fördert das Bundesumweltministerium am Nationalen Kaffeeinstitut ICAFE ein Projekt zur weltweit ersten klimaneutralen Herstellung von Kaffee. Dieses IKI-Projekt unterstützt Kleinbauern eine nachhaltige Lebensgrundlage aufzubauen. Während der Erntezeit werden rund 150.000 Arbeitskräfte benötigt. Das hat positive Auswirkungen auf den Lebensstandard von 400.000 Menschen. Zudem ergibt sich durch technische und politische Beratung bei der Produktion und Verarbeitung von Kaffee eine Reduktion von Treibhausgasemissionen in Höhe von 250.000 t CO2e pro Jahr.

Costa Rica ist bekannt für seine beeindruckende Natur. Ein IKI-Projekt unterstützt daher das Ministerium für Umwelt und Energie bei der Umsetzung des Nationalen Biokorridor-Programms (PNCB). Dabei geht es um die Verbindung der Schutzgebiete durch sogenannte Biokorridore. In Jicaral auf der Halbinsel Nicoya will das Land mit deutscher Hilfe im Rahmen der nationalen Biodiversitätsstrategie 2015-2025 einen Biotopverbund zum Erhalt der Biodiversität und ihrer nachhaltigen Nutzung schaffen. Wanderrouten von Arten werden untersucht, um geeignete Wege zu finden, die es diesen Arten ermöglichen, sich zwischen zum Teil weit verstreuten Arealen zu bewegen. In Costa Rica wurden bereits 36 Gebiete als prioritäre Biokorridore eingestuft. Auf diesen 1,7 Millionen Hektar, das sind fast ein Drittel der Fläche des Landes, werden Vernetzungsstrukturen zwischen staatlichen Schutzgebieten, Ökosystemen und Habitaten eingerichtet.

Berge und Meer

Bundesumweltministerin Hendricks sagte: „Ich begrüße den nationalen sowie internationalen Einsatz Costa Ricas für den Schutz der Artenvielfalt sehr. Das Land verfügt über wertvolle Mangroven- und Trockenwälder, deren Schutz eine hohe Bedeutung hat. Nicht nur in Bezug auf den Erhalt der Artenvielfalt, sondern auch im Hinblick auf emissionsarme Energieversorgung und den Erhalt und Aufbau seiner Wälder hat Costa Rica große Fortschritte erzielt.“

Deutschland unterstützt Costa Rica bei der Erreichung seiner nationalen Klimaziele. Dabei spielt der Verkehrsbereich eine wichtige Rolle. Mehr als zwei Drittel aller energiebedingten CO2 Emissionen stammen aus dem Verkehrssektor. Gemeinsam mit dem Ministerium für Umwelt und Energie wird daher zum Thema urbane Mobilität und energieeffizienter Verkehr gearbeitet. Es sollen Strategien zur Verbesserung des öffentlichen Verkehrssystems entwickelt werden, um so Staus, Lärm und Schadstoffemissionen zu verringern.

Ein weiteres überregionales Projekt, das von der International Union for the Conservation of Nature (IUCN) umgesetzt wird, fördert Maßnahmen zur verbesserten Anpassung an die Folgen des Klimawandels. In der Region Sixaola im Südosten Costa Ricas werden Kleinbauern dabei unterstützt ihre Nutz- und Kulturpflanzen und damit die Agrobiodiversität auf ihren Farmen erfolgreich zu diversifizieren und damit ihre Resilienz zu erhöhen. Dazu zählen auch regionale Messen und Märkte auf denen Samen unterschiedlicher Nutzpflanzen ausgetauscht werden.

Von 2011 bis 2013 unterstützte ein IKI-Projekt die Ausbildung im Bereich der Erneuerbaren Energien über die Förderung eines Ausbildungszentrums an der Earth University in Guácimo. Das Zentrum für die Erforschung und Entwicklung nachhaltiger Energien (CIDER) an der Universität erhielt Fördermittel durch die IKI zur Anschaffung von Schulungsgeräten und Anlagen, als auch für die Erarbeitung von Lehrmaterialien und Lehrplänen. Die Studenten, die aus einer Vielzahl lateinamerikanischer und afrikanischer Länder und oft aus sozial benachteiligten Familien kommen, arbeiten an Pilotprojekten und technischen Lösungen, die von Mitgliedern ländlicher Kommunen selbst nachgebaut werden können. Die Projekte reichen von der Entwicklung besonders effizienter kleiner Biogasanlagen über messtechnische Analysen zur Auswahl an den lokalen Kontext angepasster effizienter Kochherde für Holzbefeuerung bis hin zu Wasserpumpen oder die Entwicklung von solargetriebenen E-Bikes mit einer Geschwindigkeit von bis zu 20 Kmh.

Elektrofahrrad mit kleiner Solaranlage auf dem Gepäckträger

Derzeit arbeiten 24 IKI-Projekte mit Costa Rica zusammen. Davon werden vier bilaterale Projekte mit einem Gesamtfördervolumen von über 17 Millionen Euro umgesetzt.